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Kommen wir zum sportlichen Aspekt dieses wunderbaren Duells: Unter Florian Kohfeldt hat sich Werder berappelt, konnte sich aber noch nicht gänzlich aus den gefährdeten Regionen verabschieden. Zehrt sowas an der Weser zumindest ein bisschen am Nervenkostüm?

Klar zehrt das an den Nerven, zumal sich Werder ja schon seit Jahren mit nur ganz kurzen Unterbrechungen im Abstiegskampf befindet. Immerhin sind derzeit sowohl die Leistungen als auch die Ergebnisse so, dass man sich als Grün-Weißer durchaus zuversichtlich sein darf, was den Klassenerhalt angeht. In der „Kohfeldt-Tabelle“ steht Werder auf Platz sechs, und da sind die drei Punkte vom Sieg gegen den FC am Montag noch gar nicht mit drin 😉

Die Leistungen als auch die Ergebnisse sind derzeit so, dass man sich als Grün-Weißer durchaus zuversichtlich sein darf, was den Klassenerhalt angeht. In der „Kohfeldt-Tabelle“ steht Werder auf Platz sechs, und da sind die drei Punkte vom Sieg gegen den FC am Montag noch gar nicht mit drin

Was hat Kohfeldt denn überhaupt verändert, um Werder wieder flott zu kriegen?

Ich würde sagen, es war nicht eine einzelne bestimmte Maßnahme, sondern ein Gesamtpaket aus Taktik, Fitness und Psychologie. Kohfeldt arbeitet unheimlich intensiv und akribisch mit dem Team, gibt den Spielern Selbstvertrauen, spricht viel mit ihnen und bereitet sie sehr präzise auf den jeweiligen Gegner vor. Mehrere Spieler, die praktisch schon als abgeschrieben galten, hat er wieder integriert, so dass sie mindestens wieder eine Alternative sind, wenn nicht sogar gelegentlich zum Matchwinner werden. Damit hat sich automatisch auch der Konkurrenzkampf wieder erhöht. Dass ein fitter Kapitän Zlatko Junuzovic zuletzt 90 Minuten auf der Bank saß, ist ein Ausdruck davon. Trotzdem schafft Kohfeldt es, dass alle an einem Strang ziehen. Spielerisch hat er es zudem hinbekommen, dass das Team auch mit eigenem Ballbesitz wieder deutlich mehr anzufangen weiß als noch vor einigen Monaten. Was natürlich, wie zuletzt gegen Freiburg und Hamburg, dazu führen kann, dass sich Gegner noch massierter hinten reinstellen. In beiden Spielen hatte Werder deutlich über 60 Prozent Ballbesitz, machte daraus aber zu wenig. Am Ende standen ein glücklicher Sieg und eine unglückliche Niederlage. Aber das ist jetzt einfach der nächste Schritt, den die Mannschaft machen muss. Sie befindet sich damit schon auf einem ganz anderen Niveau als in der Endphase des Nouri-Engagements, als die Spieler weder mit noch ohne Ball etwas zustande brachten.

BREMEN, GERMANY - DECEMBER 20: Florian Kohfeldt, head coach of Bremen reacts during the DFB Cup match between Werder Bremen and SC Freiburg at Weserstadion on December 20, 2017 in Bremen, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Mit einem solch jungen und auf dem Niveau unerfahrenen Coach den Abstiegskampf zu bestreiten ist immer eine mutige Entscheidung. Hättest du erwartet, dass sich das so auszahlt?

Kohfeldt galt ja tatsächlich vorher als großes Trainertalent, da wünscht man sich natürlich, dass sich dieser Mut auch auszahlt. Es war sicherlich ein Risiko, aber hätte man etwa einen Labbadia geholt, wäre das auch keine Garantie für gar nichts gewesen. Letztlich hat Kohfeldt mit seiner bisherigen Arbeit sogar noch die Erwartungen seiner größten Fans übertroffen. Trotzdem sind es vor dem Spiel gegen Köln nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

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Ins neue Jahr ist Werder ganz ordentlich gestartet, konnte bereits zwölf Zähler holen – einen mehr als der effzeh. Bist du zufrieden mit der Ausbeute oder war gar mehr drin für Euch?

Man kann natürlich immer jammern über Spiele, die Werder nicht gewonnen hat. Aber nüchtern betrachtet sind im Schnitt anderthalb Punkte pro Spiel und damit Platz acht in der Rückrundentabelle oder eben sogar Platz sechs in der „Kohfeldt-Tabelle“ sicherlich schon nahe am Optimum dessen, was mit diesem Kader herauszuholen ist. Werder würde sich damit auf einem Level mit Teams wie Hoffenheim, Augsburg, Gladbach, Stuttgart, Hertha oder Hannover bewegen, die zum Teil mit höheren Personaletats unterwegs sind. Was Werder und natürlich mehr noch dem 1. FC Köln anhängt, ist der schwache Saisonstart bzw. ein schwaches erstes Drittel.

Auf der nächsten Seite: Max Kruse als Werder-Taktgeber, die
Ausgangslage in dem Duell zwischen Bremen und Köln

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