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Heimspiel gegen Mainz: Vor dem Duell mit dem 1. FSV Mainz 05 sprachen wir mit Dauerkarteninhaber Bastian Hauck über die Seuchen-Saison der Mainzer, die Endspiel-Frage und über die Leidensfähigkeit der Fans.

Bastian Hauck (@bast_ha) ist gebürtiger Mainzer, leidenschaftlicher Anhänger der 05er und steht bei Heimspielen seit Bruchweg-Zeiten immer im Block. Im wahren Leben volontiert der 29-Jährige bei der Allgemeinen Zeitung in Mainz.

Hallo Bastian, kriegt Mainz bis Samstag eine ordentliche Abwehr zusammen?

Gute Frage. Unser Trainer Sandro Schwarz hat bei der PK erzählt, dass einige Spieler fraglich sind und davon sind viele Abwehrspieler. Aber ich denke, irgendwie werden wir schon elf Spieler auf den Platz bekommen und dann gehen drei oder vier hinten rein, je nach Spielsystem. Aber es wird schon eng personell. Eine optimale Vorbereitung ist das jedenfalls nicht.

Was läuft denn schief bei euch in dieser Saison?

Wie viel Zeit hast du für die Antwort? Nein, Spaß beiseite. Aber es läuft natürlich einiges richtig schlecht, sonst würden wir nicht da stehen, wo wir stehen. Wobei man realistisch sagen muss, dass wenn Mainz 05 viel weiter oben in der Tabelle steht, zum Beispiel auf den Europa League-Plätzen, wie es in den vergangenen Jahren immer mal der Fall war, dann machen wir vieles bis alles richtig – und andere Vereine viel falsch.

So ehrlich muss man schon sein. In dieser Saison ist es leider umgekehrt. Auswärts bekommen wir nicht viel auf die Reihe. Und uns fehlt die Konstanz. Da gibt es immer wieder ordentliche Leistungen, nur die werden dann im nächsten Spiel fast nie bestätigt. Selbstbewusstsein können die Spieler so nicht aufbauen.

Mainz away: „Auswärts fühle ich mich hilflos“

Samstag geht es dann ja wirklich so richtig um die Wurst. Für uns sowieso. Für euch aber auch. Ihr könnt bei einer Niederlage richtig in den Abstiegsstrudel reinrutschen. Was ist das für ein Gefühl?

Ich bin ganz ehrlich: Gerade bei Auswärtsspielen bin ich super nervös und hibbelig. Da schreie ich auch gerne zu Hause, wahrscheinlich zum Leidwesen der Nachbarn, vor dem Fernseher mal laut rum. Bei Heimspielen stehe ich immer im Block, da habe ich wenigstens das Gefühl, Einfluss nehmen zu können, indem ich die Mannschaft lautstark unterstütze. Aber auswärts fühle ich mich manchmal etwas hilflos.

Was macht dir aus Mainzer Sicht dennoch Hoffnung?

Wir haben Druck, klar, wir dürfen auf keinen Fall verlieren. Aber das Gute ist, Köln hat mehr Druck, der effzeh hat noch mehr zu verlieren. Es kommt auf den Kopf an, wer mental stärker ist, der hat eine größere Chance, das Ding für sich zu entscheiden.

Wie geht denn der Mainzer Trainer Sandro Schwarz in seiner ersten Bundesliga-Saison als Chefcoach mit diesem Druck um?

Er ist sich des Drucks, den er und die Mannschaft haben, bewusst. Er weiß um die Brisanz der Situation. Vor zwei Wochen gab es ein Treffen mit den Fans, was in der aktuellen Situation sicher nicht selbstverständlich ist. Da hat er für die restlichen Spiele einen Neustart ausgerufen und mit seiner Art einige Herzen zurückerobert. Er hat uns klar gemacht, dass wir, also Fans und Team, es gemeinsam packen können und selbst in der Hand haben. Deswegen will er nicht jedes Spiel zum Endspiel machen. Und Sandro setzt auch auf Lockerheit. Er betont, dass das Gleichgewicht zwischen Druck und Lockerheit stimmen muss, sonst gewinne man kein Spiel.

>>>Vor dem Sechspunktespiel gegen Mainz: Nit schwaade, laade!

„Wir müssen von Anfang an dagegen halten“

Wir rufen ja seit zehn Spielen Endspiele aus…Was braucht ihr denn, um in Müngersdorf bestehen zu können? Einfach mal ein dreckiges Tor?

Oh, sowas würde helfen. Wir haben jetzt einige Spiele leider nicht getroffen. Wir hatten zuletzt auch kein Glück. Gegen Gladbach hatte Hack diese riesengroße Kopfballchance und Sommer hält den Ball noch irgendwie. Bei einem Spitzenteam rutscht so einer dann auch einfach mal rein – bei uns derzeit eben nicht.

MAINZ, GERMANY - NOVEMBER 18: Abdou Diallo of Mainz and Sehrou Guirassy of Koeln sit together after the Bundesliga match between 1. FSV Mainz 05 and 1. FC Koeln at Opel Arena on November 18, 2017 in Mainz, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Am Samstag wird entscheidend sein, dass wir von Beginn an dagegenhalten. Da wird die Hütte brennen in Köln, da braucht es eben die Klassiker: Leidenschaft, Zweikampfhärte, purer Willen. Auch einfach mal dazwischenhauen, es muss und kann nicht alles spielerisch funktionieren. Das erwarte ich auch nicht als 05-Fan. Aber man muss spüren, dass die Jungs wollen und alles geben. Das war leider nicht immer so in dieser Saison, ausgerechnet bei den Spielen gegen Frankfurt etwa. Da war überhaupt keine Bereitschaft da.

„Ohne Fußball am Samstag um 15:30 Uhr geht’s einfach nicht“

Welche Kölner Spieler bereiten dir denn Bauchschmerzen?

Da gibt es in der Offensive schon ein paar. Bittencourt, zum Beispiel, oder Osako, beide können gefährlich werden. Auch Jhon Cordoba ist immer für brenzlige Situationen gut.

Wegen solchen Spielen, in denen es um alles oder nichts geht, lieben wir diesen Sport auch irgendwie. Geht es Dir genauso?

Klar! Aber es ist lieben und hassen gleichzeitig. Es ist wie so eine Droge. Ich weiß, dass es mir nicht guttut, aber ich muss es tun. Ohne Fußball am Samstag um 15.30 Uhr geht’s einfach nicht. Ich kann nicht anders. Ich kann mir nicht vorstellen, um die Zeit anstelle von Fußball entspannt eine Runde Schach zu spielen und dabei einen grünen Tee zu trinken. Für mein Herz wäre das wohl besser. Denn Mainz 05-Fan zu sein, ist nichts für Weicheier.

Das kann ich 1:1 auch für den effzeh unterschreiben.  

Ja, da sind wir uns auf jeden Fall schon mal nah.

>>>Sechspunktespiel gegen Mainz: Letzte Chance für den 1. FC Köln

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