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Den Überraschungscoup aus Leipzig will der 1. FC Köln im Heimspiel gegen den äußerst formstarken VfB Stuttgart vergolden. Mit VfB-Fan Lennart Sauerwald sprechen wir über die Partie.

Ein neues Bundesliga-Wochenende steht an. Das heißt für den 1. FC Köln: Es ist wieder einmal Zeit für ein Endspiel im Abstiegskampf. Da kommt ein Heimspiel gerade recht, auch wenn es gegen den VfB Stuttgart geht. Die Schwaben sind in Müngersdorf nicht nur zuletzt ein sehr unangenehmer Gegner gewesen, sie kommen auch mit drei 1:0-Erfolgen in Serie in die Domstadt. Vor dem richtungsweisenden Duell sprechen wir mit VfB-Fan Lennart Sauerwald, der auf Rund um den Brustring über seinen Verein bloggt und podcastet, über den Aufschwung unter Tayfun Korkut, den Abgang von Simon Terodde und das Klischee des kritischen Stuttgarter Publikums.

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Der VfB kommt mit breiter Brust nach Köln, holte zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen. Sind damit alle Abstiegssorgen in Stuttgart passé?

Könnte man meinen, aber wir wissen es aus leidvoller Erfahrung besser. Oder glauben zumindest, es besser zu wissen. Denn in unserer Abstiegssaison haben wir unter Jürgen Kramny auch zunächst fünf Spiele in Folge gewonnen, bevor wir Ende Februar mit einem ziemlich überheblichen Auftritt gegen den damaligen Tabellenletzten Hannover verloren und danach nur noch ein einziges Spiel gewannen. Diese Parallelen spuken natürlich noch in so manchem Kopf herum, auch wenn die Mannschaft und die Gesamtsituation damals natürlich eine etwas andere war. Ich sehe uns auf einem guten Weg, der aber ein mühsamer ist. Am Sonntag müssen wir unbedingt gewinnen und eigentlich bis zum 32. Spieltag die nötigen Punkte schon beisammen haben – denn dann geht es erst nach Leverkusen, dann zu Hause gegen Hoffenheim und am letzten Spieltag nach München. Da möchte ich nicht mehr auf Punkte angewiesen sein.

Dass Ginczek und Gomez – oder auch Dario Gomczek – harmonieren, ist auf den ersten Blick überraschend, weil sie beide ähnliche Stürmertypen sind. Aber es klappt bisher ganz gut. Entscheidend für den jüngsten Erfolg ist aber eigentlich unsere sehr stabile Defensive. Nur die Bayern haben weniger Gegentore als wir.

Seit dem Trainerwechsel von Hannes Wolf auf Tayfun Korkut läuft es wie ein Länderspiel bei euch. Was macht der Neue besser als der Alte?

Erstaunlicherweise gar nicht mal so viel. Die wichtigsten Änderungen sind mit Sicherheit die neue Doppelspitze mit Mario Gomez und Daniel Ginczek sowie die neue Position von Christian Gentner im offensiven statt im defensiven Mittelfeld. Insgesamt scheint die Mannschaft besser zusammen zu spielen als zuletzt unter Hannes Wolf. Ob das allein am Trainer, allein an der Mannschaft oder an beiden lag, sei mal dahingestellt. Bei Christian Gentner merkt man, dass er seine Stärken eher in der Offensive hat. Dass Ginczek und Gomez – oder auch Dario Gomczek – harmonieren, ist auf den ersten Blick überraschend, weil sie beide ähnliche Stürmertypen sind. Aber es klappt bisher ganz gut. Entscheidend für den jüngsten Erfolg ist aber eigentlich unsere sehr stabile Defensive. Nur die Bayern haben weniger Gegentore als wir. Aber das war auch schon unter Hannes Wolf so.

STUTTGART, GERMANY - FEBRUARY 24: Tayfun Korkut, coach of Stuttgart, celebrates after the Bundesliga match between VfB Stuttgart and Eintracht Frankfurt at Mercedes-Benz Arena on February 24, 2018 in Stuttgart, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Hättest du diese Entwicklung für möglich gehalten? Immerhin gab es viel Häme, als sich der VfB für Korkut entschieden hatte.

Sagen wir mal so: Dass eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel während der Saison erst mal bessere Ergebnisse hinlegt, überrascht mich grundsätzlich nicht. Dafür gab es ja genügend Beispiele. Die Art und Weise, wie die Spiele gewonnen werden, ist dann schon eher außergewöhnlich. Dass Du dreimal in Folge mit der gleichen Masche durchkommst – frühes Tor, hinten rein, auf Konter spielen – ist kurios. Ich freue mich natürlich über die Punkte und den Tabellenstand, aber es ist halt auch ein wenig Spielglück dabei, wenn über drei Spiele kein einziger gegnerischer Torschuss durchrutscht. Ich bin bisher vorsichtig optimistisch. Das wird sich wahrscheinlich auch erst legen, wenn Tayfun Korkut nicht auch in einem Jahr beim ersten Anzeichen einer Krise schon wieder weg ist. Was die Häme angeht: Da haben einige Kommentatoren übers Ziel hinausgeschossen. Sowohl innerhalb der Fanszene, als auch außerhalb. Wobei es, wie eben erläutert, einfach auch noch zu früh ist, sich ein abschließendes Urteil über Korkut zu bilden.

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