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Müngersdorf

Die U17 und U19 des 1. FC Köln: Die Besten im Westen – aber wie lange noch?

Sowohl bei U19 als auch bei der U17 führt der Nachwuchs des 1. FC Köln die Tabelle der Bundesliga West an. Das spricht für die starke Arbeit bei den jungen „Geißböcken“, die allerdings in Gefahr ist.

1. FC Köln U19 Jubel
Foto: imago images / Herbert Bucco

Mit Florian Wirtz, Philipp Wydra, Jens Castrop, Vladimir Fratea, Simon Breuer und Ben-Nicolas Hompesch hatten die Kölner eine Auswahl an Spielern für das Mittelfeld zur Verfügung, die in diesem Altersbereich in Deutschland sicherlich ihres Gleichen sucht. Dieses Sextett zeichnete nicht nur für 33 Tore in der bisherigen Saison verantwortlich, sondern gefiel auch durch Passsicherheit, Zweikampfstärke, aggressives Anlaufen, blitzschnelles Umschalten und hohe taktische Disziplin.

Im Angriff war Maximilian Schmid als schneller und treffsicherer Stoßstürmer gesetzt, der allerdings zwei längere Verletzungspausen hinnehmen musste, dafür aber in den verbleibenden 11 Spielen sieben Treffer erzielen konnte. Er wurde nach der Winterpause in der U19 eingesetzt und war auch dort schon zweimal erfolgreich. Als Ersatz wurde der erst 15jährige Justin Diehl aus der U16 hochgezogen und konnte nicht nur durch seine neun Tore sein großes Talent unter Beweis stellen.

Gelungene Transfers, aber ein schmerzlicher Verlust

Neuzugang Vladislav Fadeev fasste ebenfalls recht schnell in der U17 Fuß und kam auf insgesamt sechs Treffer, Namory Cisse gelang der Sprung aus der U16 zum älteren Jahrgang und traf fünfmal ins Schwarze. Die hervorragenden Leistungen der U17 des 1. FC Köln sind auch dem DFB nicht entgangen. So wurde Justin Diehl in die U16-Nationalmannschaft berufen, während Jens Castrop, Florian Wirtz und Jonas Urbig zu Länderspieleinsätzen in der U17 des DFB kamen.

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Ein glückliches Händchen bewiesen die Verantwortlichen bei den externen Zugängen zur neuen Saison. Philipp Wydra, der seinem bei Erzgebirge Aue spielenden Bruder Dominik von Rapid Wien aus nach Deutschland folgte, erwies sich dabei als absoluter Glücksgriff. Nicht weniger als 17 Treffer konnte er in 16 Partien erzielen, zudem lieferten seine Freistoßflanken Vorlagen zu zahlreichen weiteren Kölner Treffern. Er ist nicht erst seit dem Weggang von Florian Wirtz zum Dreh- und Angelpunkt seines Teams geworden, was auch dadurch dokumentiert wird, dass er inzwischen das Trikot mit der Rückennummer 10 von Wirtz übernommen hat. Auch in der U19 und sogar bei den Profis kam der junge Österreicher bereits zum Einsatz, im November beim Freundschaftsspiel gegen PEC Zwolle und Ende Januar in einem internen Testspiel.

Florian Wirtz und Jens Castrop | Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Der moldawische U17-Nationalspieler Vladimir Fratea hat sich ebenso als Verstärkung erwiesen wie der von Viktoria Köln gekommene Vladislav Fadeev. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen auch Nicolas Urso (SV Wehen) und Marwin Ailiesei (Alemannia Aachen) immer besser zurecht. Der von RB Leipzig gekommene Max Hagemoser fiel wegen einer schweren Schulterverletzung lange aus und hat inzwischen in der U16 des 1. FC Köln wieder wertvolle Spielpraxis gesammelt.

In der Winterpause sorgte der Wechsel von Florian Wirtz zu Bayer Leverkusen für gewaltiges Aufsehen. Wenn der junge Brauweiler sich mit schnellem Antritt von seinem Gegenspieler löste, mit wohlgetimten Pässen seine Mitspieler einsetzte oder Tore erzielte wie das 1:0 beim Spiel gegen Wuppertal – unmittelbar nach dem Anstoß den gegnerischen Torwart mit einer Bogenlampe überraschend – ging ein Raunen durch die Zuschauer.

Und manch einer wird an Kai Havertz erinnert worden sein, den Spieler, den Wirtz möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft im Werksteam ersetzen wird. Nicht wenige Fachleute trauen ihm dies jedenfalls durchaus zu. Neben Wirtz verließen im Winter noch zwei Ergänzungsspieler die Kölner: Marco Stüttgen zog es zu Fortuna Düsseldorf, Viktor Vielwock wechselte zu Darmstadt 98.

Reibungsloser Trainerwechsel von Heck zu Daun

85 Tore, erzielt in 21 Saisonspielen, lediglich 14 Gegentreffer, 17 Siege bei nur einer einzigen Niederlage – all dies verdeutlicht, welch grandiose Saison die U17 des 1. FC Köln spielt. Ein oft lehrbuchhaftes Umschaltspiel, hohe Laufbereitschaft, Torgefährlichkeit in allen Mannschaftsteilen und defensive Kompaktheit sind Qualitäten einer Mannschaft, die gewiss auch herausragende Einzelspieler in ihren Reihen weiß, die aber darüber hinaus vor allem als Team sehr gut funktioniert.

Der ehemalige Alemanne hat den Skeptikern durch seine Arbeit und durch den Erfolg der U17 eine überzeugende Antwort gegeben.

Maßgeblich verantwortlich dafür zeichnet Trainer Markus Daun. Als er im Sommer das Amt von Meistertrainer Martin Heck übernahm, konnte man nicht per se davon ausgehen, dass der Übergang vom bei der Mannschaft ausgesprochen beliebten Heck zu Daun derart reibungslos gelingen würde. Der ehemalige Alemanne hat den Skeptikern durch seine Arbeit und durch den Erfolg der U17 eine überzeugende Antwort gegeben. Dauns Vertrag läuft zum Saisonende aus, Martin Heck wird nach bestandener Fußballlehrerprüfung zum 1. FC Köln zurückkehren, offen ist noch, in welcher Funktion.

Markus Daun | Foto: Christof Koepsel/Collection Bongarts

Bei noch ausstehenden fünf Saisonspielen benötigen die Kölner noch zwei Siege, um sich erneut für die Endrunde um die Deutsche B-Juniorenmeisterschaft zu qualifizieren. Beim Heimspiel gegen den FC Hennef und auswärts bei der SG Unterrath, dem Tabellenvorletzten, sollte dies möglich sein und würde für Verantwortliche wie Spieler auch unter Berücksichtigung der suboptimalen Trainingsbedingungen am Geißbockheim einen ganz besonderen Lohn ihrer Arbeit bedeuten.

Spitzenreiter seit dem vierten Spieltag

Auf Kurs Endrunde ist derweil auch die U19 des 1. FC Köln: Mit einem klaren 5:0-Heimsieg gegen Münster startet Ruthenbecks Team in die Saison, zu dem Torjäger Sebastian Müller und Linksaußen Marvin Obuz jeweils zwei Treffer hinzusteuern. In der nächsten Partie kommt es in Dortmund zum Aufeinandertreffen eines Großteils der Akteure, die sich im Finale um die U17-Meisterschaft gegenüberstanden. Sebastian Müller schnürt wieder einen Doppelpack, Youssoufa Moukoko wird von der Kölner Defensive viel von seiner Gefährlichkeit beraubt, so dass nur die schwere Schulterverletzung von Rechtsverteidiger Meiko Sponsel die Freude über den 2:0-Auswärtssieg trübt.

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Einem Heimsieg gegen die starken Düsseldorfer folgt ein 4:1 in Aachen und der erstmalige Sprung an die Tabellenspitze, die danach nicht mehr verlassen wird. Zwei Punkteteilungen gegen Bochum und Mönchengladbach werden umrahmt von vier weiteren Siegen, bevor beim Derby in Leverkusen trotz zahlreicher eigener Chancen mit 0:2 die erste Saisonniederlage hingenommen werden muss. Mit einem komfortablen 7:1 gegen Oberhausen im Rücken fahren die jungen Geißböcke zu den starken Schalkern, wo Tore von Jan Thielmann und Marvin Obuz einen verdienten 2:0-Auswärtssieg sichern. Im letzten Spiel vor der Winterpause treffen die Kölner trotz 12 hochkarätiger Torchancen nicht ins Schwarze und fahren mit einem 0:0 zurück an den Rhein.

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offensives Ideenreichtum und extremes Gegenpressing

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