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Müngersdorf

Die U17 und U19 des 1. FC Köln: Die Besten im Westen – aber wie lange noch?

Sowohl bei U19 als auch bei der U17 führt der Nachwuchs des 1. FC Köln die Tabelle der Bundesliga West an. Das spricht für die starke Arbeit bei den jungen „Geißböcken“, die allerdings in Gefahr ist.

1. FC Köln U19 Jubel
Foto: imago images / Herbert Bucco

Still ist es geworden rund um das Geißbockheim, der Ball ruht, die Trainingsplätze sind verwaist. Die Corona-Krise hat auch den Spielbetrieb der beiden Bundesligen der A- und B-Jugend im Westen unterbrochen. Die U17-Teams hatten 21 von 26 Spieltagen absolviert, die U19-Mannschaften deren 20. Die Nachwuchstalente sehen sich dabei ähnlichen Unwägbarkeiten gegenüber wie die Profis. Der Spielbetrieb ist zunächst bis zum 19. April ausgesetzt, wobei erhebliche Zweifel daran bestehen, ob danach wirklich das Training wieder ganz normal aufgenommen werden kann. Dies wäre Voraussetzung für die Fortsetzung der Saison mit den Entscheidungen um Abstieg sowie der Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft.

Stand jetzt wären beide U-Mannschaften des 1. FC Köln in dieser Finalrunde dabei. Beide Teams verbringen die „Frühlingspause“ an der Tabellenspitze, sind aktuell also die Besten im Westen. Die Leistungen beider Teams und deren Trainer, Markus Daun (U17) und Stefan Ruthenbeck (U19), können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Angesichts der starken Konkurrenz von finanzstarken Clubs wie dem BVB, Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, eingedenk der Abgänge von Führungsspielern und trotz der bescheidenen Trainingsbedingungen am Geißbockheim.

Nach der Auftaktniederlage ungeschlagen – 17 Siege in 21 Spielen!

Die Saison 2019/20 fängt für die U17 des 1. FC Köln als frischgebackener Deutscher Meister denkbar schlecht an: Im Derby gegen Bayer Leverkusen kassieren Dauns Schützlinge eine 0:1-Niederlage und finden sich auf einem ungewohnten 10. Tabellenplatz wieder. Allerdings treten die Kölner ersatzgeschwächt an. Der torgefährliche Spielmacher Florian Wirtz wird verletzungsbedingt erst ab dem sechsten Saisonspiel den Offensivaktionen der jungen „Geißböcke“ seinen Stempel aufdrücken können. Neuzugang Vladimir Fratea fehlt noch die Spielberechtigung, Philipp Wydra von Rapid Wien stößt erst Ende August zum 1. FC Köln.

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Die nächsten drei Spiele werden gewonnen, bevor die U17 durch einen 3:0-Auswärtssieg in Münster der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz schafft. Ein Sieg in gleicher Höhe gelingt bei Schalke 04, wobei Torjäger Maximilian Schmid bereits sein sechstes Saisontor erzielt und Fratea, Wirtz und Wydra zum ersten Mal gemeinsam die Offensivaktionen der Kölner ankurbeln. Auch gegen Lippstadt wird gewonnen, bevor es zum absoluten Spitzenspiel nach Dortmund geht. In einer hochklassigen Partie erzielt Philipp Wydra nach Vorlage von Florian Wirtz die Kölner Führung, bevor Mikail Özkan per Eigentor zum Ausgleich trifft. Wirtz bringt den FC per Elfmeter wieder in Führung, die bis in die 5. Minute der Nachspielzeit Bestand hat, als Tekin Gencoglu zum 2:2-Endstand trifft.

Florian Wirtz

Foto: imago images / Herbert Bucco

Nach einem 7:0-Heimsieg gegen die Bielefelder Arminen erkämpfen Dauns Schützlinge in Mönchengladbach ein torloses Unentschieden gegen die U17 der Borussia. Drei Siege folgen, bevor es am 14. Spieltag zum Rückspiel gegen Bayer Leverkusen kommt. Trotz des Ausfalls von Torjäger Maximilian Schmid beherrschen die Kölner die Farbenstädter nach Belieben. Vor allem Florian Wirtz hat einen Sahnetag erwischt und erzielt einen Doppelpack. Die Siegesserie wird auch zu Hause gegen Aachen und in Düsseldorf fortgesetzt, bevor die jungen Geißböcke durch einen 10:0-Kantersieg gegen den Wuppertaler SV zum ersten Mal auf den ersten Tabellenplatz klettern. Ein hart erkämpftes 2:1 gegen die starken Schalker wird umrahmt von zwei hohen Siegen: 6:0 gegen Münster und gar 12:0 in Lippstadt.

Und täglich grüßt das Murmeltier, wird wohl so mancher Kölner in Erinnerung an das Hinspiel gedacht haben.

Am 21. Spieltag kommt der Tabellenzweite, der BVB, in den FC-Sportpark. Erster gegen Zweiter, mehr Spitzenspiel geht nicht. Maximilian Schmid bringt den FC in Führung, die Innenverteidiger Carlo Kettig nach Freistoß von Philipp Wydra noch vor der Pause ausbaut. Dann rutscht der ansonsten ausgezeichnete Torwart der Kölner, Jonas Urbig, auf dem nassen Geläuf aus – nur noch 2:1. Fast im Gegenzug ergattert Urbig allerdings noch einen Assist, als Pierre Nadjombe seinen langen Abschlag zum vermeintlich vorentscheidenden 3:1 veredelt. Der BVB lässt jedoch nicht locker, verkürzt durch einen Sonntagsschuss auf 2:3 und bekommt in der letzten Spielminute einen Elfmeter zugesprochen, den Ken Mata aber verschießt. In der letzten Minute der Nachspielzeit zeigt der Schiedsrichter erneut auf den Punkt. Der Dortmunder Kapitän Dennis Lütke-Frie verwandelt und sichert dem BVB einen glücklichen Punkt beim Spitzenreiter. Und täglich grüßt das Murmeltier, wird wohl so mancher Kölner in Erinnerung an das Hinspiel gedacht haben.

Eine homogene Einheit mit einem torgefährlichen Mittelfeld

Auf ein derart erfolgreiches Abschneiden der U17 des 1. FC Köln hätte vor der Saison wohl kaum jemand gewettet. Zu gravierend waren die Abgänge von insgesamt 18 Spielern des Kaders der Meistersaison. Mit Jens Castrop, Maximilian Schmid, Jonas Urbig, Carlo Kettig und Florian Wirtz waren nicht mehr als fünf Spieler aus der Vorsaison übrig geblieben, von denen lediglich Florian Wirtz zu den absoluten Stammkräften der Meistermannschaft gehörte.

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Im Saisonverlauf erwies sich Dauns Team als recht homogene Einheit, die in Torhüter Jonas Urbig einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten wusste. Ein weiteres großes Talent aus dem schier unerschöpflichen Reservoir an hochveranlagten Torhütern beim 1. FC Köln. Die defensive Zentrale bildeten zumeist Mikail Özkan und Carlo Kettig, der seine Kopfballstärke bei eigenen Standards in einige Tore ummünzen konnte. Die rechte defensive Außenbahn wurde von Pierre Nadjombe besetzt, der – laufstark und quirlig – auch offensiv zahlreiche Zeichen zu setzen wusste. Einen Stammplatz auf der linken Seite nahm Ben Decker ein, der zusätzlich zu seinen Defensivqualitäten als Torschütze und Vorbereiter in Erscheinung trat und auf bemerkenswerte 10 Scorerpunkte kam.

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