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Meinung

Die Trainerfrage beim 1. FC Köln: Konsequenzen ziehen, bevor der Aufstieg riskiert wird

Nach den jüngsten Pleiten des 1. FC Köln wird die Kritik an Trainer Markus Anfang immer lauter – muss er gar entlassen werden? Wir wägen Pro und Contra ab und erklären hier, warum er gehen sollte.

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Nach der dritten Niederlage im vierten Spiel der Zweitliga-Rückrunde wird der Wind rauer am Geißbockheim. Es ist das zweite Mal in dieser Saison, dass beim Aufstiegsfavoriten keine Zufriedenheit wegen der sportlichen Leistungen der Profis herrscht – bereits im November war man nach der 0:1-Niederlage gegen den Mitbewerber aus Hamburg zusammengekommen, um über die Konsequenzen der Schwächephase zu diskutieren. Der für das Sportliche verantwortliche Geschäftsführer Armin Veh erklärte nun nach dem 2:3 in Paderborn: „Natürlich kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn man so ein Spiel verliert. Von den letzten vier Spielen haben wir drei verloren. Das ist eindeutig zu viel. Das können wir uns als FC nicht leisten.“

Danach richtete er einen Appell an das Trainerteam um Markus Anfang, das jetzt gefragt sei, „Lösungen zu finden“. Veh ergänzte: „Wenn wir Phasen haben, in denen wir keine Souveränität besitzen, brauchen wir dafür Lösungen. Wir müssen unsere Spiele gewinnen. Nach der letzten Niederlage ist das Ziel gefährdet.“ Nachdem sich der 1. FC Köln früh auf Anfang als Cheftrainer für die Zweitliga-Saison festgelegt hatte, strahlte der Aufstiegsfavorit in dieser Spielzeit nur phasenweise die Dominanz aus, die sich Vorstand, Geschäftsführung, Fans und Mannschaft gewünscht hatten. Durch die klare Ansage an das Trainerteam wird der Druck nun größer für Anfang und seine Kollegen – ist der effzeh gar gezwungen, die Trainerposition neu zu besetzen? Wir setzen uns mit dieser Frage in einem „Pro und Contra“ auseinander.

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Warum sich der 1. FC Köln von Markus Anfang trennen sollte

Eine Einordnung vorweg: Markus Anfang ist nicht alleine für den derzeitigen Zustand des 1.FC Köln verantwortlich. Er wurde verpflichtet, weil er mit Holstein Kiel offensiven und erfolgreichen Fußball spielen ließ. Beim effzeh wusste man, was man bekam und (hoffentlich) was für den Erfolg nötig gewesen wäre. Abgesehen von Anfangs Wunschspielern stellte Armin Veh ihm dann allerdings den vermutlich langsamsten Kader zusammen, der in der letzten Dekade beim effzeh unter Vertrag stand.

Dass diese Geschwindigkeitsdefizite auch in der zweiten Liga zu Problemen führen, war absehbar. Die Konsequenz von Armin Veh? Er holte – im Winter! – Johannes Geis und verstärkte diese Probleme noch zusätzlich. Das ist nur ein Beispiel von vielen, aber symbolisch wichtig: Der effzeh verpflichtete Markus Anfang, um offensiven, erfolgreichen Fußball bieten zu können. Er verpasste es jedoch nahezu völlig, ihm die passenden Spieler dafür zur Verfügung zu stellen. Und die Geis-Verpflichtung zeigte, dass der Bedarf weiterhin ignoriert wurde.

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Dass diese Tempodefizite auch unter jedem anderen Trainer ein Problem sein würden, dürfte deutlich zu erkennen sein. Aber, und da liegt der Hase eigentlich schon seit Beginn der Saison im Pfeffer: Markus Anfang sollte das selbst am besten wissen und die Ausrichtung der Mannschaft dementsprechend anpassen. Statt eines solchen Prozesses sehen wir jedoch, dass die Abhängigkeit von Glück und individuellem Können größer ist als je zuvor. Ohne die Qualitäten im Sturm und –vereinzelt- im offensiven Mittelfeld würde der Aufstieg in weiter Ferne liegen.

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