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Vorstellung der Vorstandskandidaten: „Das richtige Team zur richtigen Zeit“

Am Dienstag hat sich das Kandidatentrio für den Vorstand des 1. FC Köln offiziell vorgestellt. Konkret wurde es vor allem bei Themen, die vielen Fans am Herzen liegen dürften.

Foto: effzeh.com

Direkt zu Beginn wurde es am Geißbockheim handfest: Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren hatten soeben den Presseraum betreten, da trat das vom Mitgliederrat als Vorstandsteam vorgeschlagene Trio gleich zur Vorstellungsrunde inklusive Handshake an. Mitarbeiter des 1. FC Köln, die angereisten Medienleute, die anwesenden Vertretern der Findungskommission: Sie alle wurden freundlich per Handschlag begrüßt, bevor es zum eigentlichen Tagesordnungspunkt ging. Nur einen Tag nach der Bekanntgabe, dass sich der Mitgliederrat für das Triumvirat um den ehemaligen Bitburger-Boss Wolf entschieden hat, stellten die Kandidaten ihr Programm vor, mit dem sie den effzeh in die Zukunft führen wollen.

Das Team, das nicht nur das einstimmige Votum des Mitgliederrates, sondern auch die weiteren Gremien des Vereins hinter sich weiß, trete an, den FC sportlich nachhaltig erfolgreich zu machen und gleichzeitig die finanzielle und personelle Unabhängigkeit des Vereins zu stärken. Fünf Top-Ziele seien dafür auf der Agenda: Kurzfristig wolle man die Basis schaffen für einen dauerhaften Verbleib des 1. FC Köln in der Bundesliga, mittelfristig wird eine stabile Positionierung auf einem einstelligen Tabellenplatz angestrebt.

Jakobs Teil des sportlichen Beratergremiums

„Die dauerhafte, stabile Zugehörigkeit zur Bundesliga muss der Anspruch des 1. FC Köln sein. Denn am Standort Köln sind die Voraussetzungen für einen langfristig erfolgreichen Verein so gut wie in kaum einer anderen deutschen Großstadt gegeben. Diese Voraussetzung müssen wir systematisch nutzen“, betonte Werner Wolf. Um dies zu gewährleisten, müsse der Vorstand unternehmerisch handeln und stabile finanzielle Rahmenbedingungen schaffen.

Die Zweifel ob der mangelnden sportlichen Kompetenz im Vorstandstrio versuchten die Beteiligten bestmöglich zu zerstreuen. Investment-Unternehmer und Rennbahn-Chef Eckhard Sauren, dem innerhalb des Kandidatenteams die Rolle des sportlichen Bindeglieds zufällt, stellte hierbei die Idee eines sportlichen Beratungsgremiums vor, das den Vorstand bei dieser Aufgabe unterstützt. Als erster Kandidat ist dabei Jörg Jakobs an Bord – der ehemalige Sportdirektor des 1. FC Köln soll das Trio mit seiner Expertise unterstützen.

„Es kommt nicht zwingend darauf an, wie stark ausgeprägt die persönliche Fähigkeiten als Fußballer waren. Es kommt wesentlich darauf an, die richtigen Fragen zu stellen.“

„Er verfügt über ideale Voraussetzungen, kennt den FC in- und auswendig und hat hier schon sehr gute Entscheidungen getroffen“, schwärmte Sauren, der darüber hinaus noch erläuterte, weshalb es aus seiner Sicht nicht zwingend einen ehemaligen Fußballer im Vorstand brauche. „Man muss das differenzierter betrachten. Es kommt in einem Vorstand aus meiner Sicht nicht zwingend darauf an, wie stark ausgeprägt die persönliche Fähigkeiten als Fußballer waren. Es kommt in meinen Augen wesentlich darauf an, die Situation richtig zu analysieren und die richtigen Fragen zu stellen.“

Kein Anteilsverkauf, kein Stadion-Neubau

Anteile des Vereins zu verkaufen – das kommt für das Kandidatenteam nicht infrage, wie Jürgen Sieger auf der Pressekonferenz erklärte: „Es geht uns um Grundsatzentscheidungen. Wir sind innerhalb der Bundesliga für die 50+1-Regel. Für uns gehen wir einen Schritt weiter: Wir möchten keinen Investor an Bord nehmen, sondern wir möchten den 1. FC Köln als vereinsgeführtes Unternehmen führen und weiterentwickeln“, so der weltweit renommierte Wirtschaftsanwalt, der von 2013 bis 2016 als Aufsichtsratschef des Vereins fungierte.

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Auch einem weiteren Streitthema der Vergangenheit erteilte das Trio eine Absage. „Ein neues Stadion auf der grünen Wiese steht für uns nicht auf der Agenda und wäre ohnehin nicht finanzierbar. Wir werden mit der Stadt überlegen, wie man unser Stadion modernisieren kann“, sagte Sieger in Sachen Stadionaus- oder -neubau. Solche Leuchtturmprojekte wie auch der Ausbau des Geißbockheim-Geländes hätten Priorität in einer zukünftigen Vorstandszeit. Dabei mit der Geschäftsführung auf Augenhöhe diskutieren und sie kompetent unterstützen – das sind zwei der Ziele, die der Mitgliederrat mit der neuen Besetzung des Vorstands umzusetzen versucht.

Eckhard Sauren, Werner Wolf, Jürgen Sieger | Foto: 1. FC Köln

„Wir wollen einen Vorstand finden, der die Grundlagen schafft, der die richtigen Personalentscheidungen trifft und die Basis bereitet, damit die Geschäftsführung erfolgreich arbeiten kann“, schilderte dessen Vorsitzender Carsten Wettich, der neben Engelbert Faßbender und Walther Boecker zuletzt die Findungskommission bildete, zu Beginn der Pressekonferenz und machte noch einmal den Prozess und das Anforderungsprofil klar.

Türen für Ritterbach und Schumacher stehen offen

„Wir freuen uns am Ende eines langen Prozess die richtigen Kandidaten gefunden zu haben. Es wird ein langer Weg, aber wir glauben, dass das Trio diesen mit den Gremien gehen kann und wird“, betonte der Rechtsanwalt. Es sei das „richtige Team zur richtigen Zeit“ – auch deshalb habe sich der Mitgliederrat einstimmig für Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren entschieden. „Es war eine Entscheidung für das Trio, nicht gegen andere“, betonte Wettich im Hinblick auf die bisherige Vorstände Markus Ritterbach und Toni Schumacher und stellte nochmals klar: Man habe Gespräche führen wollen mit dem bisherigen Präsidium, doch dies wurde unter Hinweis auf die sportliche Lage mehr als einmal abgelehnt.

„Es war eine Entscheidung für das Trio, nicht gegen andere. Es ist das richtige Team zur richtigen Zeit.“

Eine Gegenkandidatur der Vizepräsidenten, die derzeit noch nicht ausgeschlossen ist, sähen die Gremien mit Widerwillen entgegen – eine Lähmung des gesamten Clubs in einer wichtigen Phase befürchten dadurch viele. „Ich würde es begrüßen, wenn man sich zusammensetzt, um zu schauen, ob es nicht eine Lösung für alle gibt, die sinnvoller für den Verein ist“, erklärte der Mitgliederratsvorsitzende. Auch Werner Wolf versuchte die vereinsinternen Wogen zu glätten: „Wir stehen im Kontakt und haben ein vernünftiges Verhältnis. Wir haben gesagt, dass wir weiter fair miteinander umgehen, egal was passiert. Natürlich ist es unser Interesse, mit beiden weiter vernünftig zusammenzuarbeiten. Wir haben ein paar Ideen entwickelt, bei uns stehen die Türen weit offen.“

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Das gelte auch für das angespannte Verhältnis des Clubs zur aktiven Fanszene. „Wir müssen uns zusammensetzen, reden und Lösungen finden. Wir als Team hoffen, dass wir eine neue Chance bekommen und aus den Gesprächen heraus etwas Konstruktives entwickeln können. Es muss ein vernünftiges Verhältnis geben“, betonte Wolf, der sich eine neue Kultur des Miteinanders im Verein auf die Fahne geschrieben hat. „Wir werden neue Formen der Kommunikation und des Dialogs miteinander installieren. So möchten wir die Mitglieder bei den grundlegenden Entscheidungen mitnehmen. Dazu gehört, Entscheidungen transparent zu machen und Diskussionen als positives Zeichen für einen lebendigen Verein zu sehen“, so der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende des 1. FC Köln.

Wolf über das Kandidatentrio: „Bei uns stimmt die Chemie“

Vertrauensvolle Zusammenarbeit: Das steht für das Trio an erster Stelle. Nachdem es im bisherigen Präsidium in der jüngsten Vergangenheit zu Zerwürfnissen kam, setzen die Verantwortlichen nun vermehrt auf die passende Teamchemie. Auch deshalb, das unterstrich Carsten Wettich noch einmal, habe der Mitgliederrat ein Trio gesucht – und keine Einzelpersonen wie noch vor sieben Jahren. „Vertrauen ist das Schlüsselwort. Ohne Vertrauen brauchst du gar nicht erst zu beginnen. Das geht vom Vorstand bis zu den Mitarbeitern im Geißbockheim. Es ist wichtig, dass man sich aufeinander verlassen kann. Das ist bei uns da, die Chemie stimmt. Wir ergänzen uns gut“, schildert Wolf.

Foto: effzeh.com

Auch deshalb hatte sein Team letztlich den Zuschlag bekommen: Die Mischung aus professioneller Expertise, Leidenschaft für den 1. FC Köln und sozialen Komponenten stimmt aus Sicht des Mitgliederrats. Werner Wolf als Wirtschaftskapitän, der den Verein nach außen repräsentieren kann. Jürgen Sieger als analytischer Denker, der mit seinem juristischen Fachwissen gerade bei Großprojekten nicht nur Hilfestellungen geben kann. Eckhard Sauren als dynamischer Macher, der mit seinen als Rennbahn-Chef geknüpften Kontakten in Köln und seinem beruflichen Hintergrund als Analyst die richtigen Fragen stellen und Entscheidungen bewerten soll. Es liegt nun an den Mitgliedern, ob dies das Trio ist, das den 1. FC Köln in die Zukunft führen darf.

1 Kommentar(e)

1 Kommentar(e)

  1. Avatar

    Oli

    15. Mai 2019 an 14:52

    Hm…das klingt alles nach einem ziemlich runden Paket. Vor allem, wenn man die Expertise und anderweitige Erfahrung durch die Ehemaligen (Tünn, Poldi) sucht einzubinden, klingt das für FC Verhältnisse sinnvoll und versöhnlich.Auch die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Sache ist vorbildlich, stringent und sauber. Bisher lann man nicht wirklich meckern, vor allem, wenn man die drei noch nicht in Aktion gesehen hat.

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