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Mitgliederrat Ho-Yeon Kim: „Wir haben sehr viel gefordert und fast alles gefunden“

Der Mitgliederrat hat sich auf sein Kandidatentrio für die Vorstandswahl im September festgelegt. Ho-Yeon Kim, Mitglied des Gremiums, hat sich zum Entscheidungsprozess und der Auswahl der drei Kandidaten ausführlich bei Facebook geäußert. effzeh.com stellt seinen Beitrag für alle ohne Profil im sozialen Netzwerk mit Kims Zustimmung hier im Wortlaut zur Verfügung.

Ho-Yeon Kim (5. v. l.) und der Mitgliederrat | Foto: 1. FC Köln

Das Statement von Ho-Yeon Kim im Wortlaut:

Seit 2015 bin ich Mitglied im Mitgliederrat des 1. FC Köln. Eine unserer vorrangigen Aufgaben ist es neben der Beratung und Überwachung des amtierenden Vorstands des e. V. auch den Wahlvorschlag des Vereins für die Neuwahl des Vorstands auszuarbeiten und zu nominieren. Dabei müssen wir laut Satzung ein 3-er Team benennen und dabei festlegen, welcher davon Präsident und welcher Vizepräsident werden soll. Dieser Wahlvorschlag wird dann auf der folgenden ordentlichen Mitgliederversammlung am 8. September 2019 zur Abstimmung gebracht. Im Falle eines Wahlerfolgs bildet dann dieses 3-er Team den neuen Vorstand des 1. FC Köln e. V. Der Mitgliederrat hat nun ein Team vorgeschlagen, die Meldung auf der FC-Website findet ihr hier.

Die einstimmige Entscheidung haben wir nicht im Schnellverfahren, willkürlich oder nach persönlichen Interessen gefällt, sondern als Abschluss eines professionellen Verfahrens:

Zuerst haben wir zusammengetragen, welche Herausforderungen (mögliche Investorenbeteiligung/50+1, Standortfrage/Ausstattung Stadion + NLZ) auf den Verein in den nächsten drei bis zehn Jahren zukommen werden. Im nächsten Schritt sind wir der Frage nachgegangen, welche Qualifikationen im Team vorhanden sein müssen, damit der FC die neuen Herausforderungen bewältigen kann. Hierzu zählen auch die Themen Digitalisierung, Internationalisierung, professionelle Trainingsbedingungen, Umsatzsteigerungen abseits von Fernsehvertrag und Vermarktung. Dabei haben wir darauf geachtet, dass wir unsere Identität und Werte weiter bewahren.

Als ich das erste Mal auf die vorläufige Anforderungsliste geschaut habe, dachte ich mir zuerst “Da finden wir niemals jemanden!”. Und trotzdem hatte ich noch zwei Punkte, die noch in die endgültigen Anforderungen mit aufgenommen wurden.  Mit dieser Liste im Hinterkopf ist die Findungskommission zu den Vorgesprächen mit potentiellen Kandidaten gegangen. Wir hatten einige Kandidaten, die sich bei uns gemeldet haben, auf einige sind wir aktiv zugegangen, wieder andere wurden uns vorgeschlagen. Ich bin den drei Kommissionsmitgliedern Carsten (Wettich), Engelbert (Fassbender) und Walther (Boecker, jeweils Anm. d. Red.) sehr dankbar, dass sie die Vielzahl an Sondierungsgesprächen durchgeführt haben (dazu kommt noch Stefan (Müller-Römer), der allerdings nach seinem Wechsel in den Vorstand aus der Findungskommission ausgeschieden ist). Wir haben die Kandidaten mit den Anforderungen abgeglichen, geprüft, ob ihr Background passt, sind immer wieder in die Diskussion gegangen, haben überlegt und getestet, ob sie als Team funktionieren können und uns schließlich auf die Drei geeinigt. Und ich kann guten Gewissens sagen: Wir haben sehr viel gefordert und fast alles gefunden. Wir haben Persönlichkeit und Kompetenz im Team. Die Fähigkeit Pläne in Zukunft strukturiert und zielgerichtet zu erstellen sowie in der Verwirklichung zu begleiten. Es ist politisches Standing und Erfahrung vorhanden, ambitionierte Projekte in Köln voranzutreiben. Die drei Kandidaten haben bereits auf einem sehr hohen Niveau bewiesen, dass sie auch komplexe Themen effektiv und erfolgreich angehen können. Und das alles, ohne sich in die Öffentlichkeit zu drängen.

Trotzdem war das nicht der für mich entscheidende Punkt zuzustimmen. Diese Kompetenzen sind zwar rar gesät, allerdings kommt es gerade beim FC auch noch auf etwas anderes an: Op et Hätz! Und darauf habe ich ganz genau geschaut: Ist das ein Team, das den FC im Herzen trägt und für die Aufgabe brennt? Das dafür bereit ist, die Extrameile für den Verein zurückzulegen? Menschen, die für den FC tätig sind, einzufangen und auch wo nötig ist zu führen und auch mal unangenehme Entscheidungen zu treffen, und zugleich kompromissbereit sind? Zu allem kann ich uneingeschränkt “Ja!” sagen.

Werner Wolf hat sich in den schwierigsten Zeiten des Vereins über Nacht in der Verantwortung gesehen und die Weichen für die erfolgreiche Zukunft gestellt. Ist dann ohne Klagen ins zweite Glied gerückt und stellt sich nun, wo er mehr Zeit in seinem Leben hat, zur Verfügung, um dem Verein weitere Strukturen zu geben. Er weiß, dass er nicht alles allein kann und besteht deswegen sogar darauf, dass wir gemeinsam im Team Konzepte erarbeiten und gemeinsam umsetzen. Er brennt dafür, die Aufgabe als Präsident zu übernehmen, strukturiert einiges in seinem Leben um, damit er für den FC da sein kann und lebt trotz seiner beruflichen Erfolge weiterhin ein ruhiges und bescheidenes Leben.

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Jürgen Sieger ist in seiner aktiven Zeit einer der renommiertesten Anwälte Deutschlands gewesen und hat sich trotzdem die Zeit genommen, als Aufsichtsratsvorsitzender und auch als Ratgeber für den Verein zu arbeiten. Unentgeltlich, mit viel Einsatz und dazu bereit, anderen die Lorbeeren zu überlassen. Für mich ist er derjenige, der die Verträge ganz genau prüft und der Risiken klar benennt. Der Sachen, die von “außen” beurteilt wurden, kritisch hinterfragt und richtig einordnet. Er weiß, was gute und moderne Unternehmensführung ist. Wir haben mit Jürgen Sieger jemanden an Bord, der Sachverhalte klar analysiert, recht nüchtern argumentiert und trotzdem den FC im Herzen trägt. Andere in seiner Position machen sich ein schönes Leben, reisen um die Welt oder treiben die eigenen (Enkel-)Kinder in den Wahnsinn. Er möchte lieber beim FC Infrastruktur-Projekte vorantreiben und die Finanzen des Vereins langfristig OHNE Anteilsverkauf auf gute Beine stellen. Genau so jemanden brauchen wir!

Bei Eckhard Sauren wird der ein oder andere sicherlich verwundert die Augen reiben. Ein Dachfondsmanager? Sind das nicht die, die immer nur ans schnelle Geld denken? Stimmt, hatte ich auch zuerst gedacht. Deswegen war er auch besonders kritischen Fragen ausgesetzt, die er fundiert beantwortet hat. Ich befürchtete schon fast, dass er vollkommen desillusioniert nach Hause gefahren ist. Also habe ich mir seine Handynummer besorgt und am nächsten Morgen einen Termin ausgemacht, bei dem wir uns zu zweit intensiv ausgetauscht haben. Beruflich hat er, glaube ich, alles erreicht. Sein Unternehmen und der Renn-Verein laufen auch ohne das er Vollzeit vor Ort ist. Ist er FC-Fan von Herzen? War für mich schwierig auszumachen, bis er über seine Auswärtsfahrten erzählt hat. Zu den Heimspielen mit dem Fahrrad, nach Leverkusen stilecht mit der S-Bahn, aus Sinsheim schnell wieder weg (ist halt langweilig dort) und in Belgrad trotz aller Vorzeichen live mit dabei. All das erzählt er mit einem Leuchten in den Augen. Er brennt für den FC und man merkt: Dieser Mann lebt den FC, er kann nachempfinden was die normalen Fans auf ihrem Weg zu den Auswärts- und Heimspielen alles erleben (müssen) und hat Spaß an der Arbeit. Außerdem freut es mich, dass er sich unter anderem um den Frauen-Fußball kümmern möchte, da der Bereich bislang eher stiefmütterlich behandelt wird.

Deswegen kann ich nur jedem empfehlen dieses Team auf der Mitgliederversammlung am 8. September zu wählen!

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Winfried Sperlbaum

    15. Mai 2019 an 16:40

    Das alles zählt nicht, wenn der FC wieder absteigt. Das hält das beste Präsidium nicht aus. Stadionneubau?
    für die zweite Liga? Bleibt bitte auf
    dem Boden der Tatsachen.

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    Peter

    15. Mai 2019 an 11:28

    Lieber Ho-Yeon Kim,
    danke für die Ausführungen. Wäre ein Traum, wenn Eure Einschätzungen so eintreffen. Aber alleine schon die Tatsache, dass Ihr all die Dinge beachtet habt, die seit Jahren nicht stimmen, macht große Hoffnung.
    Und danke für Eure Arbeit und Mühen.
    Ich würde mir wünschen, dass es dem neuen Vorstand zusätzlich gelingt all Diejenigen einzugliedern, die den Verein lieben und für den Verein leben. Und hier beispielhaft namentlich Harald Toni Schumacher und Markus Ritterbach. Wobei es sicher noch viel mehr Frauen und Männer gibt, die nicht verprellt werden dürfen.
    Kein Verein kann es sich leisten, Freunde zu verlieren. Wenn dann wirklich so etwas wie Ruhe eingekehrt ist, sollte man aber das Thema Stadion wieder beleben. Es muss doch auch in Köln möglich sein, alle Interessen (Bewohner, Sportler, Besucher) unter einen Hut zu kriegen.

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    Utz Schruhl

    15. Mai 2019 an 10:44

    Ich sehe der ganzen Sache völlig gelassen entgegen. Niemand kann im Vorfeld schon wissen was passiert. Völlig klar war, dass es so wie bisher nicht weitergehen konnte. Der alte Vorstand hat sein Pulver verschossen und es ist gut das alle ausgetauscht werden. Wenn die Wahl angenommen wurde wünsche ich dem neuen Vorstand alles Gute und viel Glück. Mein persönlicher Wunsch wäre ein vereinseigenes neues Stadion mit allem was heute so dazugehört und einer Kapazität von 80000 Zuschauern. FC E LEVVE LANG

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    Guido K.

    15. Mai 2019 an 09:02

    Ein Dank an Ho und den gesamten Mitgliederrat sowie Stefan Müller-Römer für die hervorragende (und zeitaufwändige) Arbeit der vergangenen Monate. Setzt sich beim FC Seriösität durch? Lassen wir auf Vorstandsebene die ungesunde Mischung aus entfesseltem Egoismus und Intrigen hinter uns? Geht es bald wieder nur noch um den FC? Es gibt Grund zur Hoffnung.

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    Gert Winkelmeier

    15. Mai 2019 an 08:25

    Liebe FC Mitglieder,

    wenn ich wählen dürfte würde ich diesen Vorschlag ablehnen. Ich habe alles gelesen was bisher veröffentlicht worden ist, es gefällt mir zwar das meiste, aber, dass es bei der Stadionsituation Stillstand gibt ist nicht hinzunehmen. Mit dem Mythos wird sich was in die Tasche gelogen. Den Ausbau werden die wohlsituierten Nachbarn nicht zulassen und dass ein Neubau nicht erwogen wird schränkt, objektiv gesehen, Möglichkeiten ein. Als nicht in Köln wohnender FC Fan ist Müngersdorf für mich in erster Linie Verkehrschaos. Die Machbarkeitsstudie zwei wird auch keine neuen Erkenntnisse bringen und das Argument „zu teuer“, lasse ich bei der bekannten Stadionmiete und den derzeitigen Zinssätzen nicht gelten. Grüße, Gert

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      Carsten

      15. Mai 2019 an 16:29

      Hallo Gert,

      aus meiner Sicht hat uns der Verein sehr lange was in die Taschen gelogen. Die hochtrabenden Pläne kann man im besten Fall als überambitioniert bezeichnen, für mich persönlich ist es aber hart an der Grenze zum Größenwahn. In dem schwierigen Spannungsfeld zwischen Interessen der kommunalen Politik, den Anwohnern und den Interessen eines Fußballvereins, der (leider) mehr und mehr wie ein Wirtschaftsunternehmen wirkt und agiert, ist es vielleicht klüger, etwas mehr Demut zu zeigen.

      Was mich an dem Thema immer ganz besonders stört, ist die Bigotterie, wenn von Vereinsseite immer wieder das Argument der exorbitant hohen Miete gebracht wird. Leider vergisst man dabei bewusst vollends, dass die Miete in der Ersten Liga nur so hoch ist, weil die Stadt die Zweitligamiete auf einen beinahe schon symbolischen Betrag reduziert hat. Dies war ein Teil des Pakets, welches dem FC 2012 das Überleben gesichert hat. Um diese Reduktion juristisch nicht angreifbar zu machen, musste folgerichtig die Miethöhe bei Erstligateilnahme nach oben angepasst werden. Leider wird dieser unvermeidbare Fakt seit Jahren von Vereinsseite nicht mehr erwähnt, was die Diskussion immer in die Richtung bewegt, dass der Verein hier übermäßig benachteiligt wird.

      Viele Grüße

      Carsten (nicht der aus dem MR) ;-)

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        Gert Winkelmeier

        16. Mai 2019 an 10:32

        Hallo Carsten, das Paket über die Stadionmiete 2012 hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm. Vielen Dank für dieses wichtige Argument zu dieser Thematik. Wer weiß denn wie lange sich dieses Paket noch finanziell auf die Stadionmiete als Erstligaverein auswirken wird? Oder anders gefragt, wieviel Jahre müssen wir in der 1. Liga spielen um in der Stadionmiete ein Zweitligajahr finanziell auszugleichen? Grüße, Gert

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      Joachim gehrmann

      18. Mai 2019 an 06:28

      Sehe ich genau so.
      Leider sehe ich das neue Team um Wolf jetzt schon scheitern, wir brauchen einen mit Fußball Verstand und keine Theoretiker.

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    Pjkelde

    15. Mai 2019 an 07:07

    Was geschieht, wenn die Mitglieder bei der Wahl den Vorschlag nicht wählen sollten. Ist es überhaupt eine demokratische Wahl wenn es keine Auswahlmöglichkeit gibt?.

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      Jonas Rath

      15. Mai 2019 an 11:23

      Natürlich ist es das. Wir haben ja auch den Mitgliederrat gewählt, der diesen Vorstand vorgeschlagen hat. Das ist, als wäre man mit der Wahl des Bundeskanzlers nicht zufrieden weil man den nicht direkt wählen kann. Und den Vorstand kann man sogar direkt wählen.

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