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Analyse

Vorbereitungsstart des 1. FC Köln: Auf dem Weg zum stabilen 4-4-2

Im ersten Trainingslager bereitet Achim Beierlorzer den 1. FC Köln auf die Bundesliga-Saison vor. Wir erklären die Faktoren Personal und Taktik.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Noch etwa ein Monat verbleibt, bis der Bundesliga-Aufsteiger aus Köln mit dem ersten Pflichtspiel bei Wehen-Wiesbaden in die neue Saison startet – mit dem Zweitliga-Aufsteiger wartet in der ersten Runde des DFB-Pokals gleich ein vergleichsweise schwieriger Auftaktgegner, nachdem der FC in den vergangenen Jahren hauptsächlich gegen unterklassige Mannschaften ran musste. Aktuell bereiten Achim Beierlorzer und Kollegen ihre Mannschaft im ersten Trainingslager in Donaueschingen auf die kommende Bundesliga-Spielzeit vor. Komplett ist der Kader dabei noch nicht, weil neben dem heiß ersehnten defensiven Mittelfeldspieler auch noch ein linker Innenverteidiger fehlt. Und weil Jorge Meré nach seiner Teilnahme an der U21-EM noch bis zum zweiten Trainingslager in Kitzbühel im Urlaub weilt, ist ein weiterer Kaderplatz in der Verteidigung vakant.

Beim ersten Testspiel am vergangenen Freitag, das der 1. FC Köln gegen Frechen 20 mit 7:1 gewinnen konnte, agierte Marco Höger auf der Position des linken Innenverteidigers. Zwar hatte der ehemalige Schalker auch in der zweiten Liga häufiger in der letzten Linie agiert, seine Rolle bestand da aber eher darin, neben zwei anderen Innenvertreidigern (Meré und Czichos) das Aufbauspiel anzukurbeln. Als gelernter defensiver Mittelfeldspieler mit sichtbaren Tempodefiziten kommt Höger für diese Position in der Bundesliga ohnehin nicht in Frage. Von daher ist es eine sinnvolle Entscheidung, mit Kevin Wimmer einen Linksfuß im Trainingsbetrieb einzusetzen, obwohl dieser momentan keinen Vertrag beim 1. FC Köln besitzt.

Wimmers Trainingsteilnahme sinnvoll – Baustelle zentrales Mittelfeld

Damit kann die Belastung gleichmäßig verteilt werden und Rafael Czichos sich auch mal eine Ruhepause gönnen. Dass sich der 1. FC Köln gleichzeitig das Türchen offen hält, Wimmer nach Ablauf der Testphase im Training doch fest zu verpflichten, ist ebenfalls eine gute Idee – bis dahin wird sich herauskristallisiert haben, ob der Österreicher noch dasselbe Leistungsniveau aufweist wie noch vor einigen Jahren. Bei seinen letzten Stationen in Stoke und Hannover hatte Wimmer nur eingeschränkt überzeugen können.

Foto: Mike Hewitt/Getty Images

Um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein, braucht der 1. FC Köln in jedem Fall noch einen körperlich präsenten, laufstarken Sechser, der in der Lage ist, im Zweikampf den nötigen „Impact“ herzustellen. Neuzugang Verstraete zeigte gegen Frechen bereits, dass er als etwas weiter vorne im Feld agierender Mittelfeldspieler durchaus in der Lage ist, das Spiel zu gestalten – auch wenn der Test gegen eine Amateurmannschaft nicht überbewertet werden sollte. Sein Nebenmann in diesem Spiel war der Franzose Vincent Koziello, der sich seit seiner Zeit in Nizza und aufgrund seines Leistungsprofils wohl in einem Dreier-Mittelfeld als Achter am wohlsten fühlen dürfte. Während die Situation von Niklas Hauptmann bereits geklärt ist (der ehemalige Dresdner soll beim FC bleiben), ist bisher noch nicht klar, ob Salih Özcan auch in der kommenden Saison noch ein Teil des Kölner Kaders ist. Sollte ein weiterer Sechser mit Stammplatz-Ambitionen kommen, könnte es eng werden für den Ehrenfelder.

Welche Rollen für Schaub und Drexler?

In der Offensive hingegen wird sich beim 1. FC Köln nichts mehr tun: Kingsley Schindler und Darko Churlinov sind als Optionen für beide Flügel eingeplant, im Sturm hat der FC mit Modeste, Cordoba und Terodde sowieso Luxusprobleme. Marcel Risse, Florian Kainz und der aktuell noch verletzte Christian Clemens gelten als weitere Optionen in Beierlorzers favorisiertem 4-4-2-System mit klaren Aufgaben und Rollen. Offen bleibt, inwieweit die letztjährigen Leistungsträger Louis Schaub und Dominick Drexler ihre Stärken ausspielen sollen – beide fühlen sich wahrscheinlich im Zentrum mit Ausweichbewegungen nach außen am wohlsten. Von daher, und das schilderte auch Dominick Drexler im Interview mit dem „Express“ dürfte viel davon abhängen, wie Beierlorzer die Sturmreihe besetzt.

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