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Analyse

Vorbereitungsstart des 1. FC Köln: Auf dem Weg zum stabilen 4-4-2

Im ersten Trainingslager bereitet Achim Beierlorzer den 1. FC Köln auf die Bundesliga-Saison vor. Wir erklären die Faktoren Personal und Taktik.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Dort dürfte Jhon Cordoba aufgrund seiner Physis die größten Chancen auf einen fixen Platz haben und je nach Bedarf von Anthony Modeste oder Simon Terodde ergänzt werden. Spielt der FC allerdings eher defensiver, könnte dort auch ein beweglicherer Spieler zum Einsatz kommen – eine prädestinierte Position für Drexler oder Schaub, die um den Fixpunkt im Sturm herum agieren und ihre Stärken einbringen könnten – das Spiel gestalten und Aktionen einleiten. Auch eine weitere Perspektive tut sich auf: Beide könnten auch auf dem Flügel zum Einsatz kommen. „Der Trainer hat mir erklärt, dass die Außenspieler viel nach innen ziehen sollen. Für Louis Schaub ist es ähnlich“, erklärte Drexler im „Express“. Fest steht, dass das Trainerteam in der Offensive eher Härtefall-Entscheidungen treffen muss. Im Defensivbereich hingegen wird viel von den Erfolgen auf dem Transfermarkt abhängen.

Defensiv: Beierlorzer präferiert ein 4-4-2

Erinnert man sich an die Zeit vor etwa einem Jahr, befand sich der 1. FC Köln ebenfalls in der Vorbereitung auf die anstehende Saison. Der damalige Trainer Markus Anfang hatte gerade seine Arbeit angetreten und in den ersten Trainingseinheiten damit zu tun, seiner Mannschaft die etwas ungewöhnlicheren Abläufe im Aufbauspiel beizubringen. Die Außenverteidiger sollten bei Ballbesitz nach innen rücken und den Passweg auf den äußeren Mittelfeldspieler ermöglichen, von dort aus sollten dann Aktionen nach vorne initiiert werden. Darauf lag offensichtlich der Fokus, weil sich in den darauffolgenden Monaten Schwächen im Defensivspiel zeigten.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Die Herangehensweise von Achim Beierlorzer ist eine ganz andere: Der ehemalige Regensburger Trainer setzt auf ein klassisches 4-4-2 bei gegnerischem Ballbesitz. Mit zwei klar erkennbaren Viererketten soll der zu verteidigende Raum in Breite in Tiefe bestmöglich verkleinert werden, sodass der gegnerischen Mannschaft möglichst viele Fehler unterlaufen. Aufgrund der Qualitäten der Mannschaften in der ersten Liga dürfte der 1. FC Köln wohl nur selten mit einem Angriffspressing spielen. Die beiden „Anläufer“ in diesem System dürften im Normalfall um die Mitte der gegnerischen Hälfte herum Druck auf die Aufbauspieler des Gegners ausüben.

Auch im klassischen System müssen die Automatismen greifen

Gleichzeitig ist es möglich, mit dieser Grundordnung während der Dynamik des Spiels schnell und effizient auf den Außenbahnen gegnerische Spieler in Überzahl anzugreifen – das berühmte Doppeln. Im Umschaltmoment nach vorne kann sich das Ganze zunutze gemacht werden, indem der äußere Mittelfeldspieler und der Außenverteidiger sich gegenseitig absichern. Auch das Zentrum ist durch die zwei Linien und vier Spieler, die dort agieren, im Normalfall geschlossen. Hierbei ist eine klare Aufgabenverteilung wichtig: Einer der beiden defensiven Mittelfeldspieler übernimmt den offensiven, der andere den defensiven Part. Bereits gegen Frechen war in Ansätzen zu erkennen, wie sich Koziello und Verstraete mit der Aufgabe abwechselten, Verbindung zu den beiden Stürmern herzustellen. Einer der beiden agierte tief, der andere positionierte sich jeweils an der Mittellinie, um eine passende Raumaufteilung sicherzustellen.

Bereits am Mittwoch gegen den Landesligisten aus Dürrheim und am Wochenende gegen Reutlingen wird man beobachten können, wie die Spieler ihre verschiedenen Rollen ausfüllen. Der Kader ist zwar noch nicht komplett, das hindert Beierlorzer und sein Team aber nicht daran, die Grundlagen für eine hoffentlich erfolgreiche Saison zu legen.

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