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Meinung

Muss man sich Sorgen machen um das NLZ des 1. FC Köln? Ein Faktencheck

Das Nachwuchsleistungszentrum geriet in der jüngsten Vergangenheit ob mäßiger Leistungen auf dem Feld in die Kritik. Aber ist diese Kritik gerechtfertigt? Ein genauer Blick zeigt: Ganz so einfach ist es dann doch nicht!

Das Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Köln (Foto: Kurt Ludwigs)

So belegt die U12 mit Trainer Maxim Berghaus den 1. Platz im U12-Junioren-Nachwuchs-Cup mit 5 Punkten Vorsprung auf den VfL Bochum als Zweiten sowie 8 Punkte vor Schalke und gar 10 vor dem BVB. Die U13 unter Evangelos Nessos belegt in ihrem Wettbewerb Platz 7.

Ganz hervorragend schneiden bislang die beiden C-Juniorenteams ab. Die U14 mit Trainer Benedikt Hammans belegt zwar „nur“ Platz 4 des U14-Junioren-Nachwuchscups, kann aber aufgrund der weniger gespielten Partien noch die davor platzierte Bayer-Elf sowie die beiden führenden Teams aus Dortmund und Mönchengladbach überflügeln.

Die U15 des 1. FC Köln als Derbysieger und Spitzenreiter

Sehr stark performt die U15 in der aktuellen Saison. Nach dem 2:1-Derbysieg bei Borussia Mönchengladbach führt die von Carsten Cullmann trainierte Mannschaft die C-Junioren-Regionalliga West mit drei Punkten Vorsprung auf den BVB an. Die Mannschaft hat in dieser Saison noch kein einziges Pflichtspiel verloren – und das gegen die großen Vereine im Westen, die oft schon in diesem Altersbereich die Jungs von der nationalen Konkurrenz ins Internat verfrachtet.

U15-Nationalcoach Christian Wück (Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)

Die guten Leistungen der Kölner blieben auch beim DFB nicht unbemerkt. Dort finden im März zwei Lehrgänge zur Bildung der U15-Nationalelf statt, zu denen U15-Nationaltrainer Christian Wück mit Brian Adoga, Jan Colles, Eren Akin Basaran, der leider verletzt absagen musste, und Jonas Kunstmann vier U15-Spieler des 1. FC Köln eingeladen hat. Auch Simone Cannizzaro, der Sohn des ehemaligen FC-Spielers Massimo Cannizzaro, könnte zum Lehrgang nächste Woche nachnominiert werden, er steht auf Abruf.

Ausblick auf die nächste Saison: Trotz Transfersperre recht gute Aussichten im NLZ

Wie der Geißblog auf dem Hintergrund dieser Erfolge zu der Erkenntnis gekommen ist, dass das NLZ mittelfristig den Anschluss verlieren könnte, bleibt wohl das Geheimnis dieses Online-Magazins. Auch die Zukunft der jahrgangshöheren Teams von U16, U17 und U19 ist längst nicht so düster, wie sie in den beiden Artikeln angedeutet wird.

Im Winter wurden von der benachbarten U16 des SC Viktoria Köln mit Exaouse Vunguidica (Neffe des ehemaligen FC-Spielers Jose Pierre) und Rückkehrer Thierry Karadeniz zwei Außenbahnspieler verpflichtet. Für die kommende U17 und U16 sind weitere externe Verstärkungen in Planung, die noch nicht unter die FIFA-Sperre fallen.  Zudem werden diese Teams von einem Großteil der Spieler der hervorragenden U15 der aktuellen Saison profitieren, aus der wohl einige sofort zur U17 hochgezogen werden.

Und für die U19 stehen die Hochkaräter aus dem Jahrgang 2006 zur Verfügung, unter ihnen auch die U17-Weltmeister Harchaoui und von der Hitz, denen eventuell auch schon eine Rolle in der U21 zugetraut wird, sowie Spieler wie Stapelmann und Irmiev, die bereits jetzt Erfahrungen in der U19-Bundesliga West machen. Auch die U21 darf sich auf mögliche Verstärkungen in Gestalt von Jakob Krautkrämer, Julian Pauli, Neo Telle, Phil Thieltges, Marlon Becker und Luis Cortijo-Lange freuen und profitiert in der aktuellen Rückrunde bereits von U19 Talenten wie Arda Süne, Matti Wagner und Jaka Cuber Potocnik.

Damion Downs erzielt gerade das 3:3 im Derby bei Borussia Mönchengladbach (Foto: Lars Baron/Getty Images)

Dies ist ebenfalls ein neuerlicher Beweis der so vehement geforderten Durchlässigkeit im NLZ des 1.FC Köln und wird in der aktuellen Saison der Profis durch das Trio bestehend aus Max Finkgräfe, Justin Diehl und Damion Downs in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Drei Jungs mit Bundesliga-Spielzeit aus dem jüngsten Senioren-Jahrgang 2004 gibt es nirgendwo anders in den ersten beiden Profiligen!

Was also ergibt der Faktencheck? Eine Krise im NLZ? Das Schrillen von Alarmglocken? Wohl kaum. Schon eher einen Sturm im Wasserglas oder, um es mit der Schnittmenge zwischen Jägerlatein und Fußballersprache auszudrücken: Knapp daneben ist halt auch vorbei.

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