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Meinung

Mitgliederrat präsentiert Vorstandskandidaten: Ein sauberer Schnitt für die Zukunft des 1. FC Köln

Der Mitgliederrat des 1. FC Köln hat sich für Werner Wolf, Eckhard Sauren und Jürgen Sieger als Kandidaten-Trio für die Vorstandswahl entschieden. Es ist eine professionelle Wahl – die bisherigen Vizepräsidenten Schumacher und Ritterbach sollten nun kampflos abdanken. Ein Kommentar.

Eckhard Sauren, Werner Wolf, Jürgen Sieger | Foto: 1. FC Köln

Bis heute nimmt der Konflikt zwischen den Kontrollinstanzen, vor allem dem Mitgliederrat, und dem mittlerweile dezimierten Vorstand den Club in den Schwitzkasten. Persönliche Befindlichkeiten, unkooperatives Verhalten, Leaks von Interna, um anderen zu schaden – das Innenleben des Clubs macht schon länger eher den Eindruck einer schäbigen Version von House of Cards als den eines professionellen Fußballclubs, in dem alle gemeinsam am gleichen Strang ziehen.

Entscheidung ist nachvollziehbar – und professionell

Dass die Vertreter der Mitgliedschaft angesichts dieser Zustände auf eine Nominierung von Schumacher und Ritterbach verzichtet haben, ist daher so nachvollziehbar wie professionell. Ob jemand irgendwann einmal das Tor für den Verein gehütet hat, darf bei einer nüchternen, rationalen Entscheidung ebenso wenig ein Faktor sein, wie die gute Arbeit, die ein Vorstand vor mittlerweile doch langer Zeit irgendwann einmal gemacht hat – wobei in dieser Frage ohnehin Werner Spinner die Hauptrolle spielte.

Auch eine Nominierung von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kam angesichts der medialen Präsenz des Talkshow-Profis in den letzten Wochen nicht ernsthaft in Betracht. Wer schon im Vorhinein ständig im Rampenlicht rumturnt, scheint nur schwerlich für das Amt geeignet zu sein.

Dass der Mitgliederrat Dr. Werner Wolf als Präsidenten-Kandidat benannt und ihm ausgerechnet den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Sieger an die Seite gestellt hat, bedeutet daher nicht nur eine Entscheidung für ein Trio, das – komplettiert durch Rennbahn-Chef Eckhard Sauren – eine enorme wirtschaftliche und juristische Kompetenz mitbringt. Die Nominierung drückt vor allem auch die Sehnsucht nach den Zeiten aus, in denen das einstige Vorstandsmotto, den „Verein zu vereinen“, noch gelebt wurde. Die gelungene Pressemitteilung von Mitgliederrat und Kandidaten-Trio unterstreicht das. „Gemeinsam gewinnen alle“, lautet das Motto des Kandidatentrios.

Ritterbach Schumacher

Toni Schumacher und Markus Ritterbach wurden nicht nominiert | Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Die Kandidaten-Auswahl des Gremiums ist keine persönlich gemeinte Attacke gegen Markus Ritterbach und Toni Schumacher, es ist kein böswilliger Rauswurf, auch wenn den beiden Vizepräsidenten zugeneigte Medien dies so umzudeuten versuchen. Die Entscheidung ist lediglich der Wunsch nach einer Rückkehr zu einem professionellen Miteinander im Club – und einem gemeinsamen Ziel.

Frischer Wind wird dem 1. FC Köln gut tun

Ein neuer Vorstand, frischer Wind, wäre da nur der Anfang. Damit der Umbruch nachhaltig gelingt, könnten auf das neue Trio, sollte es denn gewählt werden, bald dann noch weitere wichtige Personalentscheidungen zukommen. Außerdem wollen Wolf, Sauren und Sieger sich zusätzliche Beratungskompetenz an Bord holen. Dies gelte vor allem für den Bereich des Sports in Form eines auf Vorstandsebene angesiedelten Kompetenzteams.

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Damit dürften die Kandidaten die sportliche Kompetenz des amtierenden Vorstands bereits schon übertreffen. Die Gremien des Clubs – die Beirats- und der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Ludwig Kley und Lionel Souque unterstützen den Vorschlag des Mitgliederrats – haben nun jedenfalls die Tür für einen Neuanfang im Kölner Grüngürtel geöffnet.

Für Schumacher und Ritterbach, die sich in den letzten Wochen im Hintergrund ordentlich in eigener Sache ins Zeug gelegt hatten, würde nun noch der Weg über eine Kampfkandidatur offen stehen. Es heißt, beide seien bereit dafür. Dazu geäußert haben sich die Vizepräsidenten öffentlich allerdings noch nicht. Noch haben beide also die Chance, ihre Amtszeit beim 1. FC Köln in einem halbwegs würdigen Rahmen zu Ende zu bringen, den Blumenstrauß und Gips-Geissbock im September anzunehmen und sich professionell zu verabschieden. Beide wären gut beraten, diese Gelegenheit zu ergreifen.

Diesen sportlich für den Club extrem wichtigen Sommer für eine Wahlkampf-Schlammschlacht – trotz mangelnder Unterstützung aller Gremien – in eigener Sache zu nutzen, wäre schließlich nur der erneute Beweis für ihre Geringschätzung der satzungsgemäßen Strukturen des Vereins. Und der eindrucksvollste aller Belege dafür, dass ihnen der eigene Machterhalt wichtiger ist als eine gute Zukunft des 1. FC Köln.

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13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    beme

    13. Mai 2019 an 22:29

    Volle Zustimmung. Ich verstehe nicht, warum die „sportliche Kompetenz“ im Vorstand so wichtig sein soll, dafür gibt es Angestellte (plus geplantes Beratungsgremium), die geballte sportliche Kompetenz in Person von Ex-Spielern im Vorstand ist mit Overath & Co. (Ausnahme K. H. Thielen) in Köln und auch in anderen Städten schon schief gegangen, das Beispiel Bayern zählt nicht, die haben schon so viel Geld verbraten, da wären andere Vereine vermutlich kollabiert.
    Führungsqualitäten, Teamfähigkeit und wirtschaftliche Kompetenz sind entscheidend. Und dass noch jemand hofft, dass die beiden Vize in den Kampf eintreten, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ritterbachs Interview zu Spinner war z. B. unterste Schublade und disqualifiziert ihn für jeglichen Posten, Schumacher hat durch seine vorlauten und wenig klugen Äußerungen auch belegt, dass ein Zurückziehen aus dem Vorstand wohl die beste Wahl ist. Die Hoffnung bleibt, dass die Einsicht bei den beiden Vizepräsis einkehrt und keine Schlammschlacht ansteht.

  2. Avatar

    CF

    13. Mai 2019 an 22:02

    Kann effzeh.com, offenbar recht nah dran, den Inhalt der „Vision“ des vorgeschlagenen Teams mitteilen oder eine Quelle, wo diese zu finden ist?
    Danke.
    Würde mich mehr interessieren als weitere Infos zu den Personen.

    Die Inhalte, die den MR überzeugt haben, wären eine nette, nicht unwichtige und Transparenz glaubhaft machende Info.
    Danke.

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    Willi Lambertz

    13. Mai 2019 an 18:32

    Allein ein satzungsgemässes Vorschlagsrecht des Mitgliederrats degradiert eine Mitgliederversammung zur Farce.
    Es gibt ausreichend Beispiele, dass derartige, wenn auch Satzung korrekte Entscheidung ein Holzweg ist.
    Die Ansicht des Verfassers, dass die Herren Ritterbach und Schumcher auf eine erneute Kandidatur verzichten sollen, widerspricht jedem Demokratieverständnis.

    Daher sollten Beide sich einen exponierten Kandidaten aussuchen, um sich einer Mitgliederabstimmung zu stellen.
    Die 3.000 + Stimmen sollten locker zu erreichen sein.

    • Avatar

      Severin Richartz

      13. Mai 2019 an 22:37

      Hallo Herr Lambertz,

      es steht Ihnen als Mitglied des Vereins ja jederzeit frei, einen Satzungsänderungsantrag zu stellen. Dass meine Ansicht angeblich „jedem Demokratieverständnis widerspricht“, ist allerdings vollkommen falsch. Aber keine Sorge: Warum das so ist, habe ich bereits vor Wochen aufgeschrieben. Können Sie hier lesen: Demokratie-Diskussion beim 1. FC Köln

      Besten Gruß

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    Oli

    13. Mai 2019 an 18:23

    Sportliche Kompetenz suche ich da vergeblich als langjähriger FC Anhänger unglaublich echt trauriges Bild demnächst wird ein Gehirnchirurg als Zahnarzt arbeiten

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      LB

      14. Mai 2019 an 14:00

      Sie sollten vielleicht einmal auch die 2. Seite lesen, dort steht eindeutig, dass der (hoffentlich) neue Vorstand ein Gremium stellen möchte welches Sie in sportlichen Fragen unterstützt.

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    Oli

    13. Mai 2019 an 18:22

    Nun mit dem sitzen muss ich feststellen dass die sportliche Kompetenz gänzlich fehlt ich kann mir nicht vorstellen wie so ein Verein geführt werden kann das finde ich als Köln Anhänger und mir blutet da das Herz eigentlich nur noch unglaublich

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    Till-1317

    13. Mai 2019 an 16:57

    Herzlichen Dank für diesen sehr gelungenn Artikel von Serverin Richartz, welcher generell alle Aspekte der Entscheidung der Findungskommission des Mitgliederrates und der folgerichtigen einstimmigen Zustimmung der zuständigen Gremien dem unvoreingenommenen Effzeh-Mitglied fast überdeutlich erläutert und daher eigentlich keiner weiteren Ergänzung mehr bedarf.

    Und nur für die unkritischen Effzeh-Mitglieder sei noch einmal folgende Zitate besonders hervorgehoben:

    „Bis heute nimmt der Konflikt zwischen den Kontrollinstanzen, vor allem dem Mitgliederrat, und dem mittlerweile dezimierten Vorstand den Club in den Schwitzkasten. Persönliche Befindlichkeiten, unkooperatives Verhalten, Leaks von Interna, um anderen zu schaden – das Innenleben des Clubs macht schon länger eher den Eindruck einer schäbigen Version von ‚House of Cards‘ als den eines professionelles Fußballclubs, in dem alle am gleichen Strang ziehen.“

    Eine möglicherweise immer noch angedachte Gegenkandidatur sollte sich daher aus den im Zitat genannten Gründen ohne jeden Zweifel von selbst verbieten.

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    Deckert, Jürgen

    13. Mai 2019 an 13:44

    Eigentlich müßte man den Versuch starten, die Satzung des 1. FC Köln zu ändern, denn der Schwachsinn der durch einen bestimmten Teil der Mitgliederschaft verursacht wird, wird den Club in kurzer Zeit zu einen nicht führungsfähigen Verein machen. Es gibt entsprechende Beispiele wie HSV und andere. Dabei kann man auf der anderen Seite Vereine sehen, die mit anderer Auffasung erfolgreich sind wie Dortmund oder auch -ob geliebt oder nicht- München und Leipzig.

    Ich kann nur Schumacher und Ritterbach wünschen sich mit einem geeigneten Dritten zu einer Kandidatur zu entscheiden, und gleichzeitig aufzuzeigen mit welchem wirtschaftlichen und sportlichen Plan die Zukunft gestaltet werden kann. Professlonißmus ist angesagt und nicht undurchsichtige Postenschieberei, ein schlüssiges Konzept habe ich bis heute von allen Beteiligten, Mitgliederrat oder den neuen potentiellen Vorständen bis heute nicht gelesen. Dabei ist EFFZEH.COM keine Ausnahme. Wenn 3/4 eines Artikels darauf zu verwenden Vergangenheit aufzuzeigen und nichts dazu zu sagen, was Zukunft sein könnte, ist man völlig neben der Spur.

    • Avatar

      effzeh.com

      13. Mai 2019 an 16:59

      Danke für dein Feedback. Die Mitteilung des Mitgliederrats enthält einiges an Inhalt und Ideen des Vorstandstrios. Böse Zungen würden sagen: Da ist mehr drin als beim aktuellen Vorstand in den letzten Jahren. Zudem kommentiert unser Text die Entscheidung des Gremiums und nicht das Programm des Kandidatentrios, steht aber auch oben dran. Portrait und Informationen zu den Plänen des Trios folgen aber zeitnah, keine Sorge.

      Besten Gruß

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        Heyen

        13. Mai 2019 an 19:59

        Nimmt der neue Vorstand dann die Beraterstäbe von Uschi Von der Leyen?

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      Guido K.

      13. Mai 2019 an 18:48

      Hallo Jürgen Deckert. Ein Verein kann funktionieren, wenn sich alle Beteiligten an Regeln halten und persönliche Interessen dem Gemeinwohl (in unserem Fall der Erfolg des FC) unterordnen. Autokrat Wolfgang Overath war bei uns jedenfalls maximal erfolglos. Die Arbeit des FC-Mitgliederrats sowie des kommissarischen Vorstandmitglieds Stefan Müller-Römer wird vom Restvorstand des FC (Schumacher, Ritterbach) seit Monaten torpediert. Sehr zum Schaden des FC. Und Sie wollen unsere Satzung in Richtung weniger Mitbestimmung ändern? Vielleicht sind Sie beim FC Bayern oder in Leipzig wirklich besser aufgehoben. Beste Grüsse…

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    Frank GR

    13. Mai 2019 an 12:18

    Danke – zum einen für die sehr gute, unaufgeregte und objektive Zusammenfassung der Entwicklungen und ‚Wendepunkte‘ der letzten Vorstandsjahre. Zum anderen auch für deine sachliche Einschätzung/Interpretation der Vorstands-Empfehlung durch den Mitgliederrat. Die offizielle Begründung liest sich auch ausgesprochen schlüssig – insofern kann ich mich dieser Empfehlung zu 100% anschließen.
    Es ist seit geraumer Zeit doch recht offensichtlich, dass es den Herren Ritterbach und Schumacher primär um ihre eigenen, persönlichen Vorteile geht und weniger um die positive Entwicklung des FC – sowowhl in sportlicher, medialer als auch ‚innerbetrieblicher‘ Hinsicht. Bleibt zu hoffen, dass die beiden vielleicht doch einsehen/erkennen, dass eine ‚Kampfkandidatur‘ gegen den Willer ALLER (!) Gremien diesen Verein noch weiter spalten wird. Eine Schlammschlacht, denn darauf würde es hinauslaufen, ist kontraproduktiv. Nicht nur aber auch vor dem Hintegrund, den aktuellen Kader kurzfristig bundesligatauglich aufzustellen (da sehe ich den FC nicht wirklich wettbewerbsfähig, um die Klasse zu halten…).
    BG – Frank

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