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Analyse

100 Tage Markus Anfang beim 1. FC Köln: Eine erste Bilanz

Markus Anfang trainiert seit genau 100 Tagen den 1. FC Köln. Wir ziehen eine erste Bilanz der Amtszeit des neuen Coaches.

Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Als Mitte April bekanntgegeben wurde, dass Markus Anfang ab Sommer die Geschicke beim 1. FC Köln übernehmen würde, war die Erwartungshaltung groß. Ein mit vielen überdurchschnittlich guten Spielern gespickter Kader, dazu einer der am meisten gehypten Coaches in der Bundesliga und das klare Ziel, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen – die Ausgangssituation, in die der Geschäftsführer Sport Armin Veh seinen neuen Klub gebracht hatte, erschien durchaus rosig. Denn wenn man die Kalamitäten der Abstiegssaison und die Gründe für den Niedergang ausblendet und sich einzig und allein auf die Vorbereitung und Durchführung der Saison 2018/2019 bezieht, kommt man um eine bis dato positive sportliche Bilanz nicht umhin – denn heute ist Markus Anfang genau 100 Tage im Amt, der Trainingsauftakt war am 25. Juni.

Die sportliche Verantwortung liegt seit dem Sommer bei ihm und seinen beiden Co-Trainern Tom Cichon und Florian Junge. Torwarttrainer Andreas Menger hatte sein Amt bereits im Januar übernommen. Angetreten mit einem reinen Profikader bestehend aus 23 Spielern ist für sie die Zielsetzung, einen der ersten beiden Plätze in der aktuellen Zweitligasaison zu belegen – um nichts anderes als den direkten Wiederaufstieg geht es in dieser Saison beim 1. FC Köln. Und nach acht absolvierten Spielen und damit etwa einem Viertel der Saison lässt sich festhalten: Der effzeh ist unter Markus Anfang auf einem guten Weg.

In welchen Bereichen der 1. FC Köln statistisch unterwegs ist

Das beweist zuerst ein Blick auf die Tabelle: Mit 19 Punkten aus acht Spielen ist der effzeh momentan bereits sogar mit einem leichten Vorsprung Tabellenerster. Markus Anfangs Team stellt mit 21 Treffern die beste Offensive und mit Simon Terodde den besten Torschützen (zwölf Treffer). Insbesondere die Auswärtsbilanz ist mit vier Siegen aus vier Spielen und zwölf zu vier Toren makellos. Zuhause hingegen gab der effzeh bereits fünf Punkte ab – die Niederlage gegen Paderborn und das Unentschieden gegen Union Berlin ließen erste Zweifel wachsen. Doch gerade die Ergebnisse der Englischen Woche sorgten für Beruhigung im Kölner Lager.

Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Geht man über die nackten Zahlen in der Tabelle ein wenig hinaus, zeigen sich weitere statistische Aspekte, in denen der effzeh in der Spitzengruppe der zweiten Liga agiert. In Sachen Ballkontakte pro Spiel muss man nur dem HSV den Vortritt lassen, ähnlich ist es bei den gespielten Pässen und der Passquote. In Bezug auf die Zweikampfquote ist der effzeh führend, wenn es um die Anzahl der gewonnenen Duelle geht. Insgesamt führte Anfangs Team bis dato die zweitmeisten Zweikämpfe im deutschen Unterhaus. Die Laufleistung der Kölner Spieler liegt im durchschnittlichen Bereich, in der Fairnesstabelle liegt man insbesondere aufgrund der beiden Ampelkarten gegen Meré und Hector im unteren Drittel.

Insbesondere die Offensive funktioniert blendend

Eine der augenfälligsten Werte findet sich jedoch woanders: Die Kölner Offensive ist mit Abstand die effizienteste. Terodde und Co. brauchen für ein Tor im Durchschnitt nur etwa fünf Schüsse aufs Tor – damit ist man den anderen Mannschaften weit voraus. Auf Grundlage dieser Daten weist das Statistikmodell von „FiveThirtyEight“ Stand jetzt auch eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 78 % aus, was den Aufstieg angeht. Zu 58 % wird der 1. FC Köln laut diesem Modell die zweite Bundesliga als Spitzenreiter abschließen. Simuliert man die restlichen 26 Spiele auf Grundlage der bis dato gesammelten Daten, kommt man beim effzeh auf einen Wert von 68 Punkten am Ende der Saison – dies würde genau einem Punkteschnitt von zwei Punkten pro Spiel entsprechen. Mit diesem Wert wäre man in den letzten sechs Jahren immer aufstiegen, um das Ganze mal ins Verhältnis zu rücken.

Auf der nächsten Seite: Anfangs Spielidee ist erkennbar und der Weg vorgezeichnet.

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