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Analyse

100 Tage Markus Anfang beim 1. FC Köln: Eine erste Bilanz

Markus Anfang trainiert seit genau 100 Tagen den 1. FC Köln. Wir ziehen eine erste Bilanz der Amtszeit des neuen Coaches.

Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

Unter Rückgriff auf die eben genannten Ergebnisse zeigt sich, dass Markus Anfangs Spielidee nach 100 Tagen im Amt durchaus bereits sichtbar geworden ist. Der Fokus auf die Raumkontrolle, das Aufbauspiel in der 2-3-4-1-Stellung und der Wunsch nach dominantem Auftreten haben zwar nicht in allen Spielen für Begeisterung gesorgt, Anfangs Ansinnen, wie er Fußball spielen lassen möchte, kann man jedoch deutlich erkennen. Und es ist gut so, dass der derzeitige Tabellenplatz nicht daher rührt, dass man zugegebenermaßen viele Ausnahmerspieler in den eigenen Reihen hat.

Die Ergebnisse der Lernprozesse werden sichtbar

Es hat nämlich auch schon Mannschaften gegeben, die den Wiederaufstieg mit dem vom Ex-effzeh-Sportdirektor Volker Finke geprägten Begriff „Heroenfußball“ geschafft haben: Zusammengestellt wurden dort Teams nur nach Namen, eine übergeordnete Idee gab es nicht und zielgerichtetes Training fand auch nicht statt. Doch wenn man Markus Anfangs Arbeit in Köln ein wenig verfolgt, fällt auf, dass gewisse Dinge in unterschiedlicher Besetzung mittlerweile schon routinierter ablaufen als vorher – klares Zeichen eines Lernprozesses. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Innenverteidigung und vor allem Timo Horn mittlerweile nicht mehr allzu überfordert scheinen, wenn sie flach aufbauen müssen.

COLOGNE, GERMANY - AUGUST 13: Manager Markus Anfang waves to spectators during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FC Union Berlin at RheinEnergieStadion on August 13, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Dass es eben genau diese Lernprozesse brauchen würde, hatten wir bereits im Juli in mehreren Texten erläutert – nach den beiden Testspielen gegen Regionalligisten, die der effzeh nicht erfolgreich bestreiten konnte, schrieben wir: „Es wird auch am ersten Spieltag der neuen Saison noch nicht so sein, dass die Mannschaft alle Regeln und Abläufe so verinnerlicht hat, dass man in der zweiten Bundesliga alles locker weghauen wird, dazu ist der Fußball zu komplex. Dies sollte jedoch auch nicht als allgemeingültige Entschuldigung verwendet werden, weil der Kader des 1. FC Köln noch nicht auf allen Positionen so besetzt ist, dass man von einem ausgewogenen Team sprechen kann – eher eine Baustelle für Armin Veh, der sich darum kümmern müsste, einen Spieler für die linke Außenbahn zu verpflichten.“

Sportliche Bilanz mehr als zufriedenstellend

Dieser Spieler wurde dann mit Dominick Drexler noch ins Boot geholt – und der stellte bereits unter Beweis, warum er eine Verstärkung ist. Denn zu Saisonbeginn war auch häufig die Frage aufgekommen, ob die beiden Kieler Neuzugänge (Czichos und Drexler) nur aufgrund von Proporz hinzugeholt worden wären. Mittlerweile kann man allerdings mit Fug und Recht behaupten, dass beide sich zu absoluten Leistungsträgern entwickelt haben. Während Rafael Czichos der uneingeschränkte Abwehrchef ist, überzeugt Drexler durch seine Aktionen in der Offensive.

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Nach 100 Tagen Markus Anfang beim 1. FC Köln kann man dementsprechend ein positives Zeugnis ausstellen. Rein sportlich betrachtet liegt der effzeh absolut im Soll, die Mannschaft erscheint leistungsfähig und in der Lage, dieses Level auch über einen längeren Zeitraum beizubehalten. Die Zielsetzung bis zur Winterpause muss nun lauten, in den verbleibenden neun Spielen mindestens 18 Punkte zu holen, um den Schnitt von zwei Zählern pro Spiel zu wahren. Denn dann ginge der 1. FC Köln mit einer glänzenden Ausgangsposition ins neue Jahr 2019, um dann hoffentlich im Mai als Aufsteiger festzustehen und den bizarrsten Abstieg der Geschichte schnell ausgebügelt zu haben.

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