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Analyse

1:3-Niederlage in Hoffenheim: Unterlegen in den Schlüsselaktionen

Der 1. FC Köln verliert in Hoffenheim mit 1:3, bleibt weiterhin sieglos nach Corona – und ist daher nur eine durchschnittliche Mannschaft. Das ist nicht negativ gemeint.

Foto: RONALD WITTEK/POOL/AFP via Getty Images

Der 1. FC Köln bleibt weiterhin sieglos: In der ersten Englischen Woche nach der Corona-Pause unterliegt die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol mit 1:3 gegen die TSG Hoffenheim. Nach den beiden Unentschieden gegen Mainz und Düsseldorf tritt der FC weiterhin auf der Stelle, die Rufe im Umfeld nach der Europa League dürften nach den jüngsten Leistungen ein wenig leiser werden. Aktuell scheint es so, als würden sich die Ergebnisse der Kölner wieder auf dem angemessenen Level nivellieren, sodass die teils deutlichen Ausschläge aus den ersten Spielen in diesem Jahr als Überperfomance betrachtet werden können.

Denn: Auch gegen Hoffenheim machte der FC überwiegend kein so schlechtes Spiel, einzig in den Schlüsselaktionen der Partie traten die Probleme zu Tage. Individuelle Fehlleistungen auf Seiten der „Geißböcke“ und gute Aktionen der Hoffenheimer bedingten, dass der FC lange einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen musste.

Baumgartner als Matchwinner für die TSG

Doch der Reihe nach. Der Plan des FC sah vor, wie in den letzten Spielen auch in einem kompakten 4-4-2 mit einem Mittelfeldpressing das Aufbauspiel des Gegners auf die Außen zu lenken. Durch die hohen Positionierung der Kölner Ketten im Feld ergaben sich allerdings immer wieder Situationen, in denen die Hoffenheimer mit einem langen Ball hinter die Abwehr gefährlich werden konnten. So entstand das 1:0 aus Sicht der TSG, als Innenverteidiger Hübner nicht entschieden genug angelaufen wurde und den Antritt von Bruun Larsen richtig deutete. Die Bewegung des Dänen stellte Kölns Rechtsverteidiger Ehizibue vor ein Problem: Durch den Antritt des früheren Dortmunders nach vorne öffnete „Easy“ den Raum hinter ihm, in den Bruun Larsen dann vorstieß und von dort aus Baumgartner in der Mitte zum Führungstreffer bediente. Der Österreicher war an diesem Abend ohnehin schwer zu greifen für die Domstädter, weil er sich immer wieder in die Zwischenräume fallen ließ und ähnlich wie Thomas Müller bei den Bayern so für Überzahl sorgte.

Foto: Ronald Wittek/Pool via Getty Images

Offensiv lief lange Zeit nicht all zu viel zusammen beim FC, obwohl es früh eine gute Kontergelegenheit gab, bei der sich Uth allerdings etwas egoistisch für den Abschluss entschied, anstatt eine Passoption zu wählen. Die Schalker Leihgabe scheint (unabhängig von einem erneut verschossenen Elfmeter) nach der Corona-Pause nicht so formstark zu sein wie zuvor – ähnliches gilt auch für Kapitän Jonas Hector, der zu Beginn der Partie gar auf der Bank Platz nahm. Die beste Offensivaktion des FC gab es dann nach 37 Minuten und einer sehr langen Ballbesitzpassage mit vielen guten Pässen und Verlagerungen, an deren Ende Hector-Ersatz Rexhbecaj mit links knapp verzog.

Kainz‘ Tor und Uths Fehlschluss

Zwischendurch musste Gisdol die taktische Ausrichtung ein wenig ändern, weil Bornauw vom Platz flog und damit das Mittelfeld anders strukturiert werden musste. Fortan agierte der FC in einem 4-3-2, in dem die Außenbahnen situativ überladen wurden. Der Knackpunkt der Partie waren dann die beiden Tore der Gastgeber kurz nach der Pause. Erst presste Hoffenheim gegen das Kölner Aufbauspiel und zwang Leistner, der nach wie vor als Rechtsfuß als halblinker Innenverteidiger spielt, zu einem langen Ball. Das Gegenpressing der Schreuder-Elf brachte den Ball zu Offensivspieler Skov, der Leistner out-of-position überspielte und dann in der Mitte Baumgartner fand – 2:0. Kurz darauf war es wieder eine Gegenpressing-Aktion, die die Hoffenheimer in Ballbesitz brachte. Erneut war es eine starke individuelle Aktion von Baumgartner, die den Ball zu Zuber brachte, der zum 3:0 einschoss.

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Beim FC hatte man zwischenzeitlich auf einen direkteren Weg umgestellt, um zu Torgelegenheiten zu kommen – das 1:3 durch Kainz stand dafür sinnbildlich. Ein langer Abschlag von Timo Horn fand Jhon Cordoba, der Kolumbianer legte per Kopf auf den eingewechselten Kainz ab, der daraufhin traf. Danach bot sich wie bereits erwähnt die Chance, per Strafstoß auf 2:3 zu verkürzen, doch Uths Versuch wurde von Baumann gehalten.

Fest steht: Der 1. FC Köln kann gegen die TSG Hoffenheim durchaus ein Spiel verlieren, ohne dass gleich wieder das Drohszenario eines Abstiegs diskutiert werden muss. Nach wie vor ist der FC eine durchschnittliche Mannschaft in der Bundesliga, und das ist nicht negativ gemeint. Der zwischenzeitliche Sprint mit einigen Siegen in Folge berechtigt nicht automatisch dafür, EL-Hoffnungen zu hegen. Und zudem: Durch die lange Trainingspause kommt die Mannschaft erst langsam in ihren Rhythmus, die Automatismen kehren erst allmählich zurück. Gleichzeitig muss aber die Erschöpfung gemeistert werden, was aktuell die größte Herausforderung sein dürfte. Vielleicht ist es hilfreich, dass der FC erst am Montag gegen Leipzig spielt.

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