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Nachspiel

1. FC Köln bleibt sieglos in Geisterspielen: „Man sollte nicht den Kopf in den Sand stecken“

Viertes Geisterspiel und zum vierten Mal kein Sieg für den FC: Ohne Fans läuft es bei den „Geißböcken“ auch gegen die TSG Hoffenheim nicht.

Foto: RONALD WITTEK/POOL/AFP via Getty Images

Es bleibt dabei: Auch im vierten Geisterspiel und in der dritten Partie nach Wiederbeginn der Bundesliga-Saison kann der 1. FC Köln einfach nicht gewinnen. Während es gegen Mainz und Düsseldorf jeweils noch für Unentschieden reichte, brachte der Ausflug nach Sinsheim – wie so oft in der Vergangenheit, da allerdings noch mit Zuschauern im Stadion – nichts ein. Mit 3:1 setzte sich die TSG schlussendlich durch: Ein Doppelpack von Christoph Baumgartner und ein weiterer Treffer von Steven Zuber sorgten für den Heimsieg der Sinsheimer, das Kölner Tor von Florian Kainz war zu wenig für Zählbares.

Obwohl die TSG bereits nach elf Spielminuten in Führung gegangen war, hätte das nicht so kommen müssen. Doch die „Geißböcke“ machten sich erst in Person von Sebastiaan Bornauw, der schon früh in der ersten Halbzeit die Rote Karte kassierte und in der zweiten Halbzeit in Person von Mark Uth, der erneut einen Elfmeter vergab, das Leben selbst schwer. So hatte die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol am Spielende zwar mehr Torschüsse, mehr Ballbesitz, die bessere Passquote und mehr Sprints als ihr Gegner auf dem Konto – nur Punkte gibt es dafür eben nicht.

Horn: „Wir können froh sein, uns diesen Vorsprung erarbeitet zu haben“

Tabellerisch sind die Auswirkungen des Kölner Negativlaufs derzeit allerdings noch überschaubar: Mit 34 Punkten rangieren die „Geißböcke“ auf dem elften Tabellenplatz – noch liegen sieben Punkte zwischen Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang und den Kölnern, die bis zur Corona-Unterbrechung eine furiose Rückrunde hingelegt hatten.

Enttäuschung nach Schlusspfiff: Jonas Hector und Florian Kainz | Foto: RONALD WITTEK/POOL/AFP via Getty Images

„Wir hatten einen guten Lauf, den die Corona-Krise dann unterbrochen hat“, bemerkte folgerichtig auch FC-Keeper Timo Horn nach der Pleite in Sinsheim. „Die Liga ist ganz eng, wir können froh sein, dass wir uns diesen Vorsprung erarbeitet haben.“ Teamkollege Toni Leistner sieht trotz der mauen Ergebnisse aber noch keinen Grund für größere Sorgen: „Wir haben trotzdem zwei Punkte geholt“, gab der Innenverteidiger zu bedenken. „Das ist die erste Niederlage nach dem Neustart. Deswegen sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken.“

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Auch Markus Gisdol beließ es bei einer nüchternen Einordnung des Geschehens. „Das Spiel verlief wieder in Wellenbewegungen von uns. Wir sind nicht gut reingekommen, wir gehen in Rückstand und bekommen eine Rote Karte“, erklärte der FC-Trainer. Dann finden wir auf einmal die Ordnung und sind nahe am 1:1, das gelingt aber nicht. Zum Schluss hat der Gegner drei Tore – und wir nur eins.“

Diskussionen um Elferschütze Uth

Für Diskussionen sorgte neben dem Ergebnis am Dienstagabend aber auch der verschossene Elfmeter von Winter-Neuzugang Mark Uth. Bereits im letzten Spiel hatte der Stürmer eine Gelegenheit vom Punkt vergeben, sein Versuch in Sinsheim endet ebenfalls ohne Torerfolg. „Wenn beide Elfmeter reingegangen wären, wäre das natürlich gut gewesen für uns“, stellte Gisdol fest, deutete aber auch an, dass der nächste Elfmeter eventuell nicht mehr von Uth getreten wird. „Das letzte Spiel hat gezeigt, wir haben Jungs, die bereit sind zu schießen.“

Sollte der 1. FC Köln am kommenden Montag im Spiel gegen Leipzig also erneut die Gelegenheit vom Punkt bekommen, dürfte Jhon Cordoba, der Uth bisher nur widerwillig den Vortritt gelassen hatte, wohl seine Chance vom Punkt bekommen. Das und die Schläfrigkeit zu Beginn der beiden Halbzeiten, die die „Geißböcke“ in Sinsheim einmal mehr gezeigt hatten, müssen dringend abgestellt werden, um demnächst wieder Erfolgserlebnisse feiern zu können.

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