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Die Personalie sorgt seit Sonntag für viele Diskussionen: Der altgediente effzeh-Recke Dominic Maroh lieferte mit seiner guten Leistung viele Argumente für eine Vertragsverlängerung. Warum er bleiben soll, erklären wir hier.

Das Saisonende rückt immer näher und damit auch die Entscheidung, in welcher Spielklasse der 1.FC Köln in der kommenden Saison antreten wird. Es ist dem Charakter dieser Mannschaft zu verdanken, dass es eben aktuell noch nicht feststeht, dass der effzeh bald wieder höchstwahrscheinlich zweitklassig ist. Und der Charakter der einzelnen Spieler sollte auch bei den Überlegungen des neuen Sportchefs Armin Veh zur Kaderplanung eine Rolle spielen – das beste Beispiel: Dominic Maroh.

Durch den Sieg des effzeh gegen Leverkusen ist eben einiges anders: Der Hamburger Sportverein beispielsweise ist zur Zeit wahrlich nicht zu beneiden. Der nächste neue Trainer, wieder kein Sieg und jetzt hat der Nordclub auch noch die rote Laterne vom 1.FC Köln übernommen. Der effzeh steht erstmals seit dem dritten Spieltag nicht mehr auf Platz 18. Dabei liegen beide Clubs weiterhin abgeschlagen am Tabellenende, Köln hat 20, Hamburg 18 Zähler. Blickt man in die Gesichter der Akteure, sieht man aber, dass es unterschiedlicher nicht geht. Während an der Elbe „Zeter und Mordio“-Schreien angesagt ist, purzeln bei einem effzeh-Akteur die Tränen.

Deren Urheber Dominic Maroh ist eine wirkliche Erscheinung. 1,86 Meter groß, die Haare zurückgegelt, Tattoos auf den Armen. Und doch laufen dem Hünen nach dem Sieg gegen Leverkusen Tränen über das Gesicht. Die Anspannung mehrerer Monate fiel in diesem Moment vom ehemaligen Nürnberger ab – monatelang war der Innenverteidiger zum Zuschauen verdammt gewesen. Eine Verletzung warf Maroh zurück, er musste tatenlos mit ansehen, wie sein 1.FC Köln dem Absturz in die Zweitklassigkeit entgegentrudelte. Doch dann war Kölns Nummer Fünf wieder da. Und durfte trotzdem nicht ran. Er trainierte wieder mit der Mannschaft, er half den jungen Spielern trotz der aussichtslosen Lage weiter alles zu geben, er kämpfte. Doch spielen durfte Maroh nicht.

Maroh war nicht auf dem Platz

Dominique Heintz und Frederik Sörensen gelten als gesetzt. Und mittlerweile hat auch Jorge Meré seinen Stammplatz im Grunde sicher. Maroh war seit seiner Gesundung eigentlich immer im Kader, nur eben nicht auf dem Platz, dort wo es um die Wurst geht, dort, wo der Hüne sich am wohlsten fühlt. „Ich bin einfach froh, dass ich nach so langer Zeit wieder spielen darf. Ich kann nicht ganz die letzten Monate vergessen, in denen ich gewartet habe. Ich hoffe, dem Trainer gezeigt zu haben, dass ich da nicht mehr rauswill“, sagte er nach dem Leverkusen-Spiel. Trotz einer guten Leistung spricht der Frust aus ihm. Und doch ist alles anders als zum Beispiel beim Tabellennachbarn in Hamburg.

Foto: Dirk Unschuld

Dort schimpft der vom neuen Trainer nicht aufgestellte Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos: „Diese Aktion, immer etwas Neues zu versuchen, ist nicht das Beste. Dass man die Erfahrenen, die letzte Saison den Klassenerhalt geschafft haben, nicht in die Mannschaft nimmt, kann ich nicht verstehen.“ Diese Kritik spiegelt ziemlich deutlich den Frust des Griechen wider. Aber der schiebt die Schuld auf seinen Trainer, nachdem er nicht aufgestellt wurde.

Maroh hingegen hat dichtgehalten und wochenlang diese Schmach zumindest vor den Kameras akzeptiert. Erst jetzt, nach einer guten Leistung, wagt er es, vorsichtig über sein Gefühlsleben zu sprechen. Schlechte Stimmung in der effzeh-Kabine? Hat Maroh nie verbreitet. Dieser Unterschied allein zeigt, dass die Mannschaft des effzeh charakterlich intakt ist  – ganz im Gegensatz zu der aus Hamburg, bei der Papadopoulos nicht der einzige Kandidat für eine Suspendierung ist.

Ein Charakter, den Veh nicht ziehen lassen sollte

Bei Maroh kommt aber noch etwas hinzu: Der Vertrag des Verteidigers läuft zum Saisonende aus. Armin Veh muss sich nun Gedanken machen, wie es mit dem Veteranen weitergehen soll. „Ich habe ihn heute das erste Mal als Sportchef des effzeh live in einem Spiel gesehen. Er hat seine Sache in einer schwierigen Situation für uns sehr gut gemacht. Aber ich werde mich zu keinem Spieler öffentlich äußern, solange nicht klar ist, in welcher Liga wir nächste Saison spielen. Ich werde keine Personalpolitik über die Öffentlichkeit betreiben,“ gestand Veh dem kicker.

>>>Totgesagte leben länger: Der 1. FC Köln träumt nach Derbysieg wieder vom Klassenerhalt

Löblich ist vor allem Letzteres. Und dennoch hier ein Rat an den neuen effzeh-Sportchef: einen Spieler von der Qualität eines Dominic Maroh, mit der charakterlichen Eigenschaft trotz wenig positiver persönlicher Situation alles für den Club, für die Mitspieler und die Fans zu geben, einen Spieler, der sich auch nach wochenlanger Nichtberücksichtigung nicht hängen lässt, der trotzdem für den 1.FC Köln brennt, den die Emotionen eines gewonnen Derbys übermannen, einen solchen Spieler sollte kein Verein der Welt fahrlässig ziehen lassen. Vor allem kein Verein, der hauptsächlich eines sucht: Stabilität.

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3 Kommentare

  1. Gaby Spicale am

    Am Sonntag war ich beim Derby. Ich sitze immer in der 1. Reihe, um alles genau zu sehen. Die Tränen von Dominic Maroh habe ich und mit mir alle drumherum gesehen. Wir haben uns bei ihm bedankt, da gingen alle Schleusen auf.
    Wir haben letzte Woche beim FC- Stammtisch schon dafür plädiert, Dominic Maroh unbedingt wieder aufzustellen.
    An seiner Reaktion sieht man wieviel ihm der Verein und die Fans bedeuten. Darüber hinaus hat er seine Sache im Derby super gemacht! Einen Menschen mit diesem Charisma lässt man nicht ziehen. Er ist ein Gewinn für den FC und Garant für bessere Chancen auf den Klassenerhalt.

  2. Pro Maroh – reimt sich sogar ^^ … steht in der Tradition der unerhört wichtigen (und in der öffentlichen Wahrnehmung – leider – viel zu oft übergangenen) Arbeiter einer Mannschaft, im besten Sinne – Zimmerman, Strack, Konopka, Gerber, etc. … bitte halten, weil mindestens als Back-up garantiert wertvoll 🙂 … und Potential nach oben (vor dem Hintergrund der letzten Zeit, sonst ohnehin obsolet ^^) garantiert da, weil schon längst und seit langen Jahren und längst unter Beweis gestellt … ja, vielleicht sowas wie ’ne Liebeserklärung … braucht jeder Verein … in diesem Sinne …

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