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Der Aufschwung beim 1. FC Köln hat auch mit Innenverteidiger Jorge Meré zu tun. Der junge Spanier ist nach Anlaufschwierigkeiten zu einem wichtigen Puzzleteil in der Kölner Defensive avanciert.

Der 1. FC Köln hat im Jahr 2018 noch nicht verloren. In der Rückrundentabelle steht der effzeh mit sieben Punkten aus drei Partien hinter Bayern München und Eintracht Frankfurt auf Rang drei. Gegentore: zwei. Nach 32 Bällen, die Timo Horn in den 17 Spielen der Hinrunde aus dem Tornetz holen musste. Irgendwas funktioniert in der Defensive besser als zuvor. Irgendein Puzzleteil, was vorher fehlte, passt nun in die Lücke.

Ein Grund für den Aufschwung der Defensivabteilung ist Jorge Meré. Der junge Mann wird im April sagenhafte 21 Jahre alt, er ist demnach Jahrgang 1997, kam im Sommer für kolportierte sieben Millionen Euro. Ein Riesentalent! Einer für die glorreiche Zukunft des 1. FC Köln. Und dann? Hat man von Meré zunächst nicht viel gesehen. Peter Stöger schmiss den talentierten Spanier zwar mal in die Startelf, jedoch schlug Meré nicht direkt voll ein. Wie denn auch? Für Meré war es das erste Auslandsabenteuer – und ausgerechnet in seiner Anpassungsphase ging es in Köln drunter und drüber.

Überzeugende Leistungen in der Rückrunde

Mittlerweile hat sich der für einen Innenverteidiger mit 1,82 Meter recht kurze Spieler an Deutschland, an die Bundesliga gewöhnt. „Am Anfang hatte ich schon meine Schwierigkeiten, mich einzuleben. Es war das erste Mal, dass ich in ein anderes Land gezogen bin. Kompliziert war vor allem die Sprache, selbst der Fußball ist ein bisschen anders. Heute sieht das anders aus: Ich habe mich eingelebt, ich fühle mich inzwischen wohl hier und alles fällt mir leichter“, erklärt Meré, der derzeit aus der Startelf des 1. FC Köln nicht mehr wegzudenken ist. Zweikampfstark, kompromisslos und mit der nötigen Schnelligkeit ausgestattet: Der junge Spanier weiß in der Rückrunde zu überzeugen.

COLOGNE, GERMANY - JANUARY 27: Jorge Mere Perez #22 of 1.FC Koeln and Alfred Finnbogason #27 of Augsburg battle for the ball during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Augsburg at RheinEnergieStadion on January 27, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Das liegt natürlich auch an den Schwächen im Kader des effzeh. Denn das Duo Sörensen-Heintz, es wäre auch unter Stefan Ruthenbeck gesetzt, wenn es denn einen Rechtsverteidiger gäbe, der auch nur annähernd mit den Stärken des Jonas Hector auf der linken Seite vergleichbar wäre. Damit ist gar nicht gemeint, dass die Kölner Rechtsverteidiger kein Bundesliga-Format hätten. Der bemühte Pawel Olkowski kommt einfach nicht mehr an seine einst erreichte Form heran und Lukas Klünter zeigte in der Hinrunde Schwächen in der Defensive.

Zweikampfstark & passsicher: Meré als perfekter Nebenmann

Aber im Moment braucht der abstiegsbedrohte 1. FC Köln vor allem Sicherheit. Defensive Stabilität. Die liefert Frederik Sörensen eben jetzt auf rechts und Jorge Meré brilliert beinahe schon neben Dominique Heintz im Abwehrzentrum. Zu dieser defensiven Stabilität gehört, dass Meré ein guter Zweikämpfer ist. Gegen den FC Augsburg gewann er 69 Prozent seiner Duelle, in der Luft sieht seine Bilanz trotz der kopfballstarken Konkurrenz bei den Fuggerstädtern sogar noch deutlich besser aus. Auch eine Folge seiner Eingewöhnung in der neuen Heimat. „Ich musste mein Spiel vor allem an die Intensität anpassen und bin jetzt zum Beispiel viel stärker in den Zweikämpfen“, betont Meré.

COLOGNE, GERMANY - NOVEMBER 23: Olivier Giroud of Arsenal and Jorge Mere of FC Koeln shake hands after the UEFA Europa League group H match between 1. FC Koeln and Arsenal FC at RheinEnergieStadion on November 23, 2017 in Cologne, Germany. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Zur defensiven Stabilität des 1. FC Köln gehört aber eben auch eine gewisse Ballsicherheit. Und der Spanier ist mittlerweile die Ruhe selbst. Welcher effzeh-Spieler sonst fängt Bälle einfach mal mit der Brust ab, lässt den Ball abtropfen und spielt ihn zum freien Mitspieler, um direkt das Umschaltspiel einzuleiten? Gerade in der Anfangsphase im Spiel gegen Augsburg wurde Meré mehrfach angespielt, als die Augsburger Offensive Außenverteidiger oder Sechser des effzeh unter Druck setzten. Für den 20-Jährigen momentan offenbar eine einfache Aufgabe, den Ball mit zwei oder oft auch nur einem Ballkontakt zu sichern und direkt weiterzuspielen.

Das Vertrauen in Meré ist gewachsen

Das Vertrauen ist da. Das des Trainers, das der Mitspieler und vor allem Merés Vertrauen in sich selbst. Denn dass der Spanier es kann, davon musste man ausgehen, bei den immensen Vorschusslorbeeren. Die Frage war stets, ob er es denn auch auf den Platz bringen würde. Zur Zeit muss die Antwort deutlich ja lauten. Gerade in der Spieleröffnung zeigt der Spanier seine Qualitäten: Oft bekommt Meré von Timo Horn den Ball, sorgt für den Spielaufbau im Kölner Spiel und leitet somit als Erster einen möglichen Angriff ein. Seine Passquoten in den vergangenen drei Spielen (93 Prozent, 80 Prozent, 94 Prozent) zeigen: Der junge Spanier hat sich als sichere Anspielstation beim effzeh etabliert.

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Meré ist damit zu einem echten Pendant zu Dominique Heintz aufgestiegen, der aber weiter der unangefochtene Anführer dieser Abwehr bleibt. Der 20-Jährige ist gerade noch rechtzeitig in Form gekommen und stützt mit seiner ruhigen Art die zuvor arg verunsicherte Abwehr des 1. FC Köln. Kein Wunder, dass am Deadline-Day Gerüchte auftauchten, Real Sociedad aus der spanischen Primera Division würde Interesse zeigen. Man darf allerdings davon ausgehen, dass Armin Veh diesen von Vorgänger Jörg Schmadtke verpflichteten Rohdiamanten nicht so schnell hergeben möchte.

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