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Analyse

Der 1. FC Köln zur Hälfte der Vorbereitung: Auf dem richtigen Weg

Beim Kurzturnier in Lohne zeigt der 1. FC Köln sowohl gegen den VfL Osnabrück als auch gegen Werder Bremen ansprechende Auftritte. Unsere fünf Erkenntnisse aus den 120 Minuten der ersten Prüfsteine in der Vorbereitung.

REUTLINGEN, GERMANY - JULY 14: Jhon Cordoba and Darko Churlinov of 1.FC Koeln celebrates after scoring his team`s first goal during the pre-season friendly match between SSV Reutlingen v 1. FC Koeln at Stadion an der Kreuzeiche on July 14, 2019 in Reutlingen, Germany. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)
Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Es klingt komisch, ist aber so: Den ersten Titel dieser Saison hat der 1. FC Köln bereits in der Tasche. Beim Kurzturnier in Lohne, das von einem Wettanbieter gesponsert wurde, setzten sich die „Geißböcke“ trotz einer 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen durch, da der effzeh zuvor gegen den VfL Osnabrück ein deutliches 3:0 eingefahren hatte. Das bessere Torverhältnis sprach für die Mannschaft des neuen Trainers Achim Beierlorzer. Zur Belohnung durfte Kapitän Jonas Hector am Ende der Dienstreise ins tiefste Niedersachsen einen kleinen, aber feinen Pokal entgegennehmen.

Doch nicht deswegen hatten die Verantwortlichen nach den knapp 120 gespielten Minuten Grund zum Jubeln – vielmehr zeigte der Aufsteiger in Lohne durchaus ansprechende Leistungen, wie auch Achim Beierlorzer feststellte: „Ich bin super zufrieden. Im ersten Spiel haben wir keine Chance zugelassen und sehr gut gespielt und teilweise sehr schnell umgeschaltet. Das hat mir gefallen“, urteilte der gebürtige Franke und ließ sich auch von der Niederlage im zweiten Spiel nicht die Laune vermiesen: „Auch gegen Bremen war ich zufrieden. Es ist etwas ärgerlich, dass zum Schluss der eine Ball so durchrutscht, obwohl wir das Spiel eigentlich im Griff hatten. Klar können wir noch einiges besser machen und im Detail verbessern. Aber ich bin zufrieden, wie wir jetzt dastehen.“

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Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg

Gerade diese Feststellung ist die wichtigste Erkenntnis nach den ersten Prüfsteinen, die in der Vorbereitung auf den 1. FC Köln warteten. Der Ist-Zustand der Mannschaft ist längst noch nicht perfekt, doch die grundsätzliche Richtung scheint angesichts der ansprechenden Auftritte in Lohne durchaus zu stimmen. Aggressiv gegen den Ball, schnelles Umschalten nach vorne: Die von Achim Beierlorzer geforderten Elemente waren sowohl gegen Osnabrück als auch gegen Bremen schon sichtbar. Besonders nach eigenen Ballverlusten war auffällig, wie die „Geißböcke“ ausschwärmten, um möglichst bald wieder in Besitz des Spielgeräts zu gelangen.

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Doch auch offensiv zeigte der effzeh vielversprechende Ansätze: Temporeich über die Außen mit Zug zum Tor sollen die Stürmer in Szene gesetzt werden oder sich sogar selbst in Szene setzen. Das funktionierte gegen Osnabrück hervorragend, als zunächst Benno Schmitz nach einer schicken Seitenverlagerung die frühe Führung durch Jhon Cordoba mit einer Hereingabe einleitete und kurz danach Louis Schaub vor dem 2:0 den durchgestarteten Dominick Drexler perfekt in Szene setzte. Auch im Bundesliga-Duell gegen Werder bewies die Kölner „Abteilung Attacke“ gerade in der ersten halben Stunde ihre Gefährlichkeit – einzig der krönende Abschluss wollte nicht gelingen.

Die Abläufe passen beim 1. FC Köln schon

Dennoch: Die Partien gegen den Zweitliga-Aufsteiger und den Tabellenachten der vergangenen Bundesliga-Spielzeit zeigten auf, wohin der Weg für den 1. FC Köln gehen soll. Vieles, was Achim Beierlorzer in den bisherigen zwei Wochen der Vorbereitung mit dem Team einstudiert hat, konnte auch umgesetzt werden. Die defensive Absicherung hinter den Außenverteidigern, die immer wieder ins Zentrum vorstoßen sollen, gelang größtenteils, dazu fand der effzeh nach Ballverlusten trotz aggressivem Gegenpressing schnell in die Ordnung zurück. Die Abläufe, die die Mannschaft für das erfolgreiche Umsetzen der neuen Spielidee braucht, scheinen sich bereits verfestigt zu haben.

„Das Auftreten ist für mich in der jetzigen Phase das Entscheidende. Man sieht, was wir vorhaben, und das gefällt mir gut.“

Diese bereits beschriebene defensive Stabilität war auch der Faktor dafür, dass in beiden Spielen der Gegner kaum zu nennenswerten Abschlüssen kam. Der VfL Osnabrück, der das Kurzturnier zur Generalprobe vor dem in der kommenden Woche erfolgenden Start in die Zweitliga-Saison nutzte, kam lediglich einmal wirklich gefährlich vors Tor. Werder Bremen nutzte die einzig wahrnehmbare Unsicherheit des Kölner Deckungsverbundes zum Siegtreffer. Nach vorne war derweil noch Luft nach oben, im letzten Drittel fehlte es dem effzeh des Öfteren noch an der nötigen Abstimmung. Dennoch war auch Armin Veh sehr einverstanden mit dem Gesehehen: „Das Auftreten ist für mich in der jetzigen Phase das Entscheidende“, sagte Veh dem „Geissblog“ nach den beiden 60-minütigen Partien in Lohne: „Man sieht, was wir vorhaben, und das gefällt mir gut.“

Die Nummer eins im FC-Sturm heißt Cordoba

Anthony Modeste, Jhon Cordoba, Simon Terodde: Auf keiner Position ist der 1. FC Köln wohl derart qualitativ hochwertig besetzt wie im Angriff. Dazu kommen noch Kandidaten wie Louis Schaub, Dominick Drexler, Kingsley Schindler oder Youngster Darko Churlinov, die als hängende Spitze oder direkt neben einem des Kölner „Dreigesturms“ agieren können. In der bisherigen Vorbereitung hatte Achim Beierlorzer immer wieder verschiedene Duos ins Rennen geschickt – wohl auch, um die entsprechende Chemie zwischen den jeweiligen Akteuren zu beobachten. Am Samstagnachmittag waren es zunächst Jhon Cordoba und Kingsley Schindler, danach Anthony Modeste und Simon Terodde, die das Vertrauen des neuen Trainers erhielten.

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bereits überzeugen und warum die Youngster eine Alternative sind

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