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Meinung

Wünsche an den neuen Vorstand: Wohin soll sich der 1. FC Köln entwickeln?

Ab September setzt sich der Vorstand des 1. FC Köln aus einem Team zusammen – welche Arbeitssschwerpunkte in den Vordergrund rücken, haben wir bei der Community erfragt.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 01: Players of 1.FC Koeln show appreciation to the fans after the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and SpVgg Greuther Fuerth at RheinEnergieStadion on December 1, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Die Weichenstellungen für die Zukunft beim 1. FC Köln laufen: Neben dem operativen sportlichen Geschäft, in dem der effzeh auf bestem Wege zurück in die Bundesliga zu sein scheint, arbeitet die Findungskommission des Mitgliederrats fieberhaft daran, ein Team für die anstehende Vorstandswahl im September zusammenzustellen. Zwischenzeitlich tauchten da mehr oder weniger freiwillig schon Namen auf, die den 1. FC Köln ab September 2019 anführen könnten – die beiden aktuellen Vizepräsidenten Markus Ritterbach und Toni Schumacher dürften womöglich nicht zu den Kandidaten gehören die die Findungskommission vorschlagen wird – auch weil sie eine Gesprächseinladung abgelehnt hatten, wie der Mitgliederratsvorsitzende Carsten Wettich am Montag erklärte.

Die personelle Besetzung des Vorstandsteams dürfte in der kommenden Zeit daher noch für einigen Gesprächsstoff sorgen. Neben der Kaderzusammenstellung für die – hoffentlich – erste Liga, wird die Vorstandswahl wohl das dominante Thema im Sommer beim 1. FC Köln sein. Doch welchen Aufgaben und Themenbereichen sollte sich ein neuer Vorstand ab September widmen? Mit dem Wiederaufstieg im Sommer wäre es schließlich nicht getan, der 1. FC Köln muss sich für eine Periode von mindestens fünf Jahren aufstellen – so lange wird der neue Vorstand amtieren, wenn nichts Weltbewegendes dazwischenkommt.

Womit muss sich ein neuer Vorstand des 1. FC Köln eigentlich auseinandersetzen?

Die Suche nach der richtigen Besetzung geht bei der Findungskommission einher mit der Auseinandersetzung mit inhaltlichen Fragen: Wie soll sich der 1. FC Köln positionieren? Welche Profile braucht es für diese Ausrichtung? Welche Entwicklungspotenziale und Veränderungsbedarfe werden identifiziert? Und wann schafft es endlich eine Frau in den Vorstand? Diese Fragen haben wir in ähnlicher Form an die Community weitergeleitet – in der Folge präsentieren wir Euch die wichtigsten thematischen Schwerpunkte.

COLOGNE, GERMANY - FEBRUARY 08: FC Koln fans show their support prior to the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC St. Pauli at RheinEnergieStadion on February 08, 2019 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Überwiegende Hoffnung aller Fans des effzeh, die auf unsere Nachfrage antworteten, war die Besetzung des Vorstands mit Personen, die einen professionellen Ehrgeiz mitbringen und den Anspruch hegen, den 1. FC Köln wieder im oberen Drittel der Bundesliga zu etablieren. Gerade in Bezug auf die Auswahl der dafür geeigneten Fachkräfte (Trainer, Geschäftsführung, Staff und Nachwuchsleistungszentrums-Mitarbeiter) wurde dieses Anspruchsdenken formuliert. Das war es aber auch schon mit rein sportlichen Themenschwerpunkten: Ein User betonte, dass er sich gerne eine vertiefte Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule wünschen würde, da diese ein eindeutiger Standortvorteil sei, momentan aber nicht ausreichend und nicht deutlich genug genutzt werde.

Dialog, Sponsoring und Infrastruktur: Nur drei von vielen Themen

Der überwiegende Teil der befragten Fans wünschte sich einen verbesserten Dialog des Vorstands des 1. FC Köln mit den verschiedenen Interessensgruppen, mit denen er im täglichen Betrieb in Berührung kommt. So erfuhr der vom vorherigen Vorstand als Zielformulierung propagierte Claim „Den Verein vereinen“ in den Kommentarspalten eine Renaissance, weil die Gräben zwischen dem amtierenden Vorstand und Teilen der Fans unüberwindbar erscheinen. Eine Einbeziehung der aktiven Fanszene und das erneute Aufnehmen eines Dialogs sind für viele unserer Leser und Leserinnen dennoch erste lohnenswerte Schritte, um ein verbessertes Verhältnis anzubahnen und langfristig beispielsweise wieder Choreographien im Stadion zu ermöglichen. Zu diesem Wunsch gehört ebenfalls die Arbeit mit dem Mitgliederrat, auf dessen Kontroll- und Gestaltungsfunktion vielfach hingewiesen wurde – in den vergangenen Monaten arbeitete man laut eines Users aber zu häufig gegeneinander anstatt miteinander, was eine konstruktive Entwicklung verhindere.

Doch auch in Bezug auf Sponsoring und die Frage nach der 50+1-Regel wurden von möglichen neuen Vorstandsmitgliedern klare Statements gefordert: Ein Facebook-User forderte den Ausstieg aus dem Sponsorenvertrag mit Bwin, da der Wettanbieter aus ethisch-moralischen Gründen nicht mit den Werten eines Fußballvereins in Einklang zu bringen sei. Zwar liegt die Aushandlung von Sponsorenverträgen nicht in der Hand des Vorstands, die entsprechende Marschroute und den dazugehörigen Wertekanon vorzugeben wäre allerdings schon die Aufgabe des neuen Teams.

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Zu den entscheidenden Entwicklungsaufgaben des 1. FC Köln gehört in Zukunft auch die Infrastruktur – aus den Rückmeldungen der Fans war zu entnehmen, dass insbesondere mehr Transparenz in der Stadionfrage gewünscht sei. Der Ausbau des Geißbockheims im Grüngürtel ist ein weiteres konfliktbeladenes Feld, da der FC-Vorstand in den Augen unserer Leser bis dato speziell im Umgang mit der Stadt Köln und den Kritikern der Ausbaupläne nicht immer souverän agiert habe. Den Verein weiterentwickeln, gleichzeitig aber auf die vielzitierte „Kölschtümelei“ zu verzichten – das war der Wunsch eines weiteren Users, der die Wucht des Clubs und die finanziellen Möglichkeiten als Grundlage dafür ansah, den oben erwähnten Wunsch nach dem oberen Tabellendrittel in der Bundesliga zu ermöglichen. Dass bei der Umsetzung dieser Idee eine Besetzung mit Personen, die nicht aus Köln kommen, eine mögliche Strategie wäre, kam gleichermaßen zur Sprache.

Insgesamt ergibt sich aus der Befragung unser Leser und Leserinnen also ein relativ klares Bild: Neben der Erwartung, dass ein neuer Vorstand den Traditionsclub wieder in sportlich erfolgreichere Gewässer führen sollte, wünschen sich die Anhänger einen Dialog zwischen Clubs und aktiver Fanszene, mehr Transparenz bei den Themen Stadion- und Geißbockheim-Ausbau, die ethische Überprüfung so manches Sponsoringvertrages, mehr Respekt für die Kontrollgremien und eine interne Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Geschäftsführung und Gremien, die eine konstruktive Weiterentwicklung des Vereins möglich macht. Nun liegt es am Mitgliederrat, ein Team zu nominieren, das diesen Ansprüchen gerecht werden kann.

Dir fällt auch noch etwas ein? Schreib in den Kommentaren, was Du vom neuen Vorstand erwartest!

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