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Analyse

Saisonvorbereitung beim 1. FC Köln: Lernprozesse brauchen Zeit

Zwei mittelmäßige Testspiele gegen Regionalligisten nach zwei Wochen Vorbereitung – Grund zur Panik oder logische Folge des Trainings beim 1. FC Köln?

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Nein, große Euphorie wollte nach diesem Wochenende nicht aufkommen beim 1. FC Köln und seinen Fans. Nachdem man Anfang der Woche mit positiven Eindrücken aus dem Trainingslager zurückgekehrt war, gab Trainer Markus Anfang seinen Spielern zwischenzeitlich sogar einen Tag frei, um sich von den mentalen und psychischen Strapazen der ersten wirklichen Trainingswoche zu erholen. Danach startete man in die Vorbereitung des Testspiel-Wochenendes gegen zwei Regionalligisten aus dem Westen. Bei der aktuellen Kadergröße des effzeh ist es mit Sicherheit keine schlechte Idee, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Testspiele zu absolvieren, um möglichst vielen Spielern die notwendige Spielzeit zu geben, damit sie sich auf dem Feld unter Markus Anfang beweisen können.

Zwar wäre es natürlich vermessen, den Stand der Vorbereitung einzig und allein auf die nackten Ergebnisse in beiden Spielen zu reduzieren. Gewiss, mit einem 0:1 in Bonn und einem späten 2:2 in Wuppertal kann man auch aus dieser Perspektive nicht übermäßig zufrieden sein, doch es gibt eben auch Gründe, um diese beiden Ergebnisse zu erklären. Trainer Markus Anfang sagte nach dem Spiel am Sonntag in Wuppertal gegenüber dem „Geissblog.Köln“: „Wir machen das nicht an Ergebnissen fest, sondern an Inhalten. Heute hatte ich das Gefühl, dass die Jungs in vielen Situationen noch nicht die nötige Sicherheit hatten.“

Sind Ergebnisse wirklich so bedeutsam für die Entwicklung einer Mannschaft?

Nun lässt sich auch sicherlich trefflich darüber streiten, ob die Gründe für die bislang so überschaubaren Testspielergebnisse im körperlichen oder mentalen Bereich liegen. Nach der Sommerpause braucht es zwangsläufig körperliche Reize im Training, die dafür sorgen, dass die Spieler eine passende Grundlage für die Saison bekommen – Anfangs Credo, hierbei auf lange Läufe „im Wald“ zu verzichten und möglichst alles in Spielformen zu absolvieren, ist dabei absolut positiv zu beurteilen. Bei Fußballern aller Niveaustufen ist das Rennen ohne Ball wenig überraschenderweise sehr unbeliebt und die Belastung erscheint subjektiv auch geringer, wenn der Ball und ein kleiner Wettkampfmodus (zum Beispiel vier gegen vier auf zwei Tore) zum Einsatz kommen.

Inwieweit das Abschneiden aus der Vorsaison eine Rolle für die Ergebnisse in dieser Sommervorbereitung spielt, kann nicht abschließend geklärt werden und erscheint aus neutraler Perspektive dann ein wenig zu küchenpsychologisch. Schließlich sind im Kader mittlerweile einige neue Spieler, die diese psychische Belastung gar nicht miterlebt haben, außerdem sollte seit Mai und dem endgültigen Feststehen des ohnehin schon lange absehbaren Abstiegs dieses Trauma einigermaßen verarbeitet worden sein. Worin können denn nun dann die Gründe liegen, dass zwei aufeinanderfolgende Testspiele gegen Mannschaften aus der Regionalliga nicht erfolgreich bestritten werden konnten?

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Raumkontrolle als neue Dimension beim 1. FC Köln

Um diese Frage beantworten zu können, muss ein wenig ausgeholt werden. Als Markus Anfang den Kölner Journalisten nach dem Trainingsstart darlegte, wie er sich den Fußball seiner Mannschaft vorstellte, war allenthalben große Begeisterung zu spüren. Anfang äußerte im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ruthenbeck konkretere inhaltliche Aspekte, deren Erfüllung es für die Umsetzung seiner Spielidee bedarf. Dabei sollte es eigentlich weniger überraschen, dass ein Trainer im Jahr 2018 weniger von „Systemen“ spricht, die sich in Zahlenreihen wie 4-4-2 oder 4-1-4-1 manifestieren. Oberflächlich betrachtet reicht für viele die Auseinandersetzung mit diesen „Telefonnummern“ (Zitat Pep Guardiola) bereits aus, um die Taktik einer Mannschaft zu erklären.

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