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Trainingsauftakt des 1. FC Köln: Beginn mit Volksfest-Charakter

Zum Trainingsauftakt zeigt sich der 1. FC Köln betont optimistisch. Gerade der neue Trainer Achim Beierlorzer versprüht gute Laune bei den „Geißböcken“.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Achim Beierlorzer strahlte bei seiner ersten öffentlichen Einheit als Trainer des 1. FC Köln mit der Sonne um die Wette. Mit einem schallenden „Guten Morgen“ begrüßte der 51-jährige Franke die anwesenden Fans, die ihm beim Weg auf den Trainingsplatz am Geißbockheim aufmunternd Applaus gespendet hatten. „Das sind wunderbare Vorschusslorbeeren, eine absolut positive Stimmung. Wahnsinn, wie viele Menschen früh um zehn Uhr den Weg hierher finden, um uns zu begrüßen. Das war schon sehr beeindruckend“, erklärte der effzeh-Coach nach dem ersten Aufgalopp der Kölner. „Herzlichen Dank für den warmen Empfang!“

Knapp 800 Fans waren nach Angaben des Vereins in den Kölner Grüngürtel gepilgert, um sich einen ersten Eindruck von den Bundesliga-Rückkehrern aus der Domstadt zu machen. Neben Bier- und Wurstbude sowie Fußballdarts präsentierten sich die Akteure bei der ersten öffentlichen Trainingseinheit: Gleich 26 Spieler, darunter die Neuzugänge Kingsley Schindler, Birger Verstraete, Kingsley Ehizibue und Julian Krahl, durften die Anhänger an diesem sonnigen Donnerstagvormittag auf dem Rasen begrüßen. Einzig auf Tim Handwerker, der für die Einheit zwecks Vereinssuche freigestellt wurde, und den am Knie verletzten Christian Clemens musste Beierlorzer genauso verzichten wie auf die sich noch im Urlaub befindlichen Jorge Meré, Jonas Hector und Louis Schaub.

Stück für Stück die eigene Spielvorstellung erarbeiten

Nach kurzer Pause hatten die Spieler bereits seit drei Wochen im Ausdauerbereich gearbeitet – eigenverantwortlich, wie der neue effzeh-Coach betonte. Der grundsätzliche Fitnesszustand seiner Schützlinge schien dem ehemaligen Regensburg-Trainer allerdings zuzusagen. „Die Jungs sind alle engagiert und motiviert. Das hat mir alles sehr gut gefallen“, erklärte Beierlorzer, der es in seiner ersten Einheit bei den „Geißböcken“ betont gelassen angehen ließ. „Wir wollten sie schon hineinkommen lassen in diese Vorbereitung. Daher haben wir Trainer uns heute noch etwas zurückgehalten“, so der neue effzeh-Coach, der auch in dem aktuell noch etwas aufgeblähten Kader der Kölner kein Problem sieht. Zwei neue Spieler sollen, so der Wunsch des Trainers, ohnehin noch hinzukommen – ein Innenverteidiger und ein Mann für die Mittelfeldzentrale.

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Stück für Stück möchte Beierlorzer die Arbeit beim Aufsteiger, dessen Ziel einzig und allein Klassenerhalt lautet, angehen. Nach den ersten Einheiten steht bereits am Freitag der erste Test für das Team auf dem Programm: Beim Mittelrheinligisten Frechen 20 folgt nach dem lockeren Aufgalopp im Training dann die Premiere an der Seitenlinie für den 51-Jährigen. „Dass wir am Freitag bereits testen, zeigt, dass wir keine Zeit verplempern wollen. Gegen einen ambitionierten Oberligisten ist es für uns eine gute Sache, um in die Saison hineinzukommen. Wir wollen morgen Abend aber schon ein engagiertes Fußballspiel haben“, gibt Beierlorzer die Marschroute für das Duell vor den Toren Kölns, das auch live im Internet übertragen wird, vor.

Das Ziel beim 1. FC Köln: Die verloren gegangene Euphorie zurückbringen

Erste Nuancen seiner Spielidee möchte der neue effzeh-Coach dort schon sehen – vor zu hohen Erwartungen warnt er allerdings bereits jetzt. „Die Mannschaft muss mich kennenlernen. Ich habe eine klare Vorstellung, wie wir Fußball spielen wollen. Aber ich gehe natürlich nicht im ersten Training in die Vollen und erwarte, dass die Mannschaft alle Aspekte bereits umsetzt. Das wäre doch unsinnig“, sagt Beierlorzer klipp und klar. Auf ein 4-4-2-System wie schon in der Vorsaison in Regensburg wolle er auch bei den „Geißböcken“ setzen – der Feinschliff dafür soll vor allem in den beiden Trainingslagern erfolgen. „Wir haben jetzt in drei Tagen neben dem Test in Frechen fünf Einheiten, da wird viel gesprochen werden. Danach haben wir das erste Trainingslager, wo wir der Mannschaft vieles nahebringen wollen.“

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Besonders wichtig ist ihm dabei eine gewisse Aufbruchstimmung, die er in der Mannschaft spüren möchte. „Ohne Begeisterung und Freude geht in keinem Beruf etwas. Wir sind in einem derart emotionalen Sport unterwegs, wir müssen von unserem Job völlig überzeugt sein. Ich möchte das vorleben und auch in den Spielern erzeugen“, sagte Beierlorzer beim Trainingsauftakt. Eine Devise, die bei seinen Schützlingen anzukommen scheint. Wichtig sei es, erklärte Marco Höger, die zum Saisonende verloren gegangene Euphorie zurückzugewinnen. „Das ist wichtig, dass wir gerade die Hinrunde mit einer großen Portion Euphorie angehen. Das brauchst du als Aufsteiger einfach. Aber ich glaube, dafür ist unser neuer Trainer der Richtige. Die positive Aura, die er versprüht, und seine Grundstimmung können uns durchaus mitnehmen“, sagte der effzeh-Routinier, betonte aber auch: „Wir sind zwar kein normaler Aufsteiger, müssen die Kirche aber im Dorf lassen. Der Klassenerhalt ist unser oberstes Ziel.“

Schwerer Auftakt? „Wir können uns nicht beschweren!“

Eine positive Grundstimmung braucht es auch, denn auf die „Geißböcke“ wartet zum Start in die Bundesliga-Saison ein schweres Auftaktprogramm: Auswärts in Wolfsburg, Freiburg und München, zuhause gegen Dortmund und das Derby gegen Mönchengladbach. Nichts, was die Beteiligten beim effzeh allerdings in Angst und Schrecken versetzt. „Das Auftaktprogramm hätte schon etwas einfacher sein können, aber da kannst du einiges wiedergutmachen und die nötige Euphorie zurückholen“, sagt Höger und schiebt mit einem Lächeln hinterher: „Bedenken kannst du immer haben. Aber wir haben jetzt ein Jahr daraufhin gearbeitet, dass wir Heimspiele gegen Dortmund und Mönchengladbach haben. Da können wir uns nicht beschweren, wenn sie denn jetzt auch kommen.“

„Wir haben jetzt ein Jahr daraufhin gearbeitet, dass wir Heimspiele gegen Dortmund und Mönchengladbach haben. Da können wir uns nicht beschweren, wenn sie denn jetzt auch kommen!“

Dabei setzt der 1. FC Köln auch auf die Unterstützung seiner treuen Fans, die auch beim Trainingsauftakt zahlreich vertreten waren. „Der Zuspruch freut uns natürlich. Wir sind froh, dass wir den Leuten nun auch wieder bessere Heimspiele gegen attraktivere Gegner als noch im Vorjahr schenken können“, unterstreicht der 29-jährige Mittelfeldspieler die Wichtigkeit des Aufstiegs noch einmal. Und auch der neue Trainer sagt angesichts des warmen Empfangs, den ihm die Anhänger des Aufsteigers bereitet und so die Wucht des Vereins unterstrichen haben: „Wir freuen uns, dass wir wieder Bundesliga spielen dürfen und wollen den Fans etwas zurückzahlen.“ Auch deshalb strahlte Achim Beierlorzer an diesem Donnerstagvormittag mit der Sonne um die Wette.

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