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Trainingsauftakt beim 1. FC Köln: Vorbereitung auf die Crunchtime im März

Der 1. FC Köln nimmt an diesem Wochenende wieder das Training für die Bundesliga-Rückrunde auf. Wir erklären, welche Inhalte im Vordergrund stehen und ob Neuzugänge dabei helfen können.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Ziemlich genau zwei Wochen nach dem letzten Heimspiel gegen Werder Bremen steigt der 1. FC Köln am Samstag wieder in die Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde der Saison 2019/2020 ein. Am Freitag absolvieren die FC-Profis unter Leitung von Markus Gisdol und seinen Kollegen die obligatorischen Leistungstests, bevor der normale Trainingsbetrieb am Samstag startet. An diesem Tag geht es auch ins Trainingslager nach Benidorm an der spanischen Costa Blanca, wo sich der Bundesligist dann bei etwas milderen Temperaturen auf die kommenden Aufgaben in der höchsten Spielklasse vorbereiten wird.

Die Woche in Spanien bietet dabei neben den Trainingseinheiten zwei geplante Testspiele, die der FC am Dienstag, den 7. und am Freitag, den 10. Januar absolvieren wird. Mit dem KV Mechelen und dem KRC Genk warten zwei Mannschaften aus Belgien auf die „Geißböcke“. Nach der Rückkehr am 11. Januar und einem wahrscheinlich freien Sonntag beginnt dann eine normale Trainingswoche am Geißbockheim, in der sich Jonas Hector und Co. auf den VfL Wolfsburg, den Gegner zum Rückrundenauftakt, vorbereiten werden. Aufgrund der Europameisterschaft im kommenden Sommer ist der Terminplan für die Bundesligisten eng getaktet, eine einzige Länderspielpause Ende März unterbricht den Bundesliga-Rhythmus. Damit die Fußballsaison bereits Mitte Mai enden kann, muss auch dementsprechend früher angefangen werden – daraus resultiert die vergleichsweise kurze Winterpause in dieser Saison.

Zwischenspurt Ende 2019, positiver Start 2020?

Dass zwischen dem Hinrundenende und dem Rückrundenauftakt nur vier Wochen liegen, macht die Trainingsplanung auch ein wenig einfacher für die Fußballlehrer. Nach dem Spiel gegen Bremen traten daher viele FC-Profis einen Urlaub an, in dem sie mit Freunden und Familie entspannen konnten. In dieser Zeit  konnten die Fußballer auch nach der anstrengenden Englischen Woche regenerieren. Doch bereits nach den Feiertagen werden sie höchstwahrscheinlich wieder ihre Arbeit aufgenommen und sich mit Lauf- und Stabilisationstraining fit gehalten haben. Der Kurzurlaub dürfte dennoch ausgereicht haben, um die Akkus wieder aufzuladen. Gleichzeitig wird der Substanzverlust nicht so groß gewesen sein, dass in den zwei Wochen bis zum Spiel gegen VfL Wolfsburg ausschließlich die körperliche Arbeit im Zentrum steht – Markus Gisdol wird nun seine eigenen Impulse setzen können, die natürlich auch Arbeit im athletischen Bereich beinhalten wird.

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Der Neu-Trainer kann zusammen mit seiner Mannschaft ein wenig beruhigter ins neue Jahr starten, als es über weite Strecken der Hinrunde zu erahnen gewesen war – erst der Zwischenspurt mit drei Siegen in Folge verschaffte dem 1. FC Köln den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Durch personelle Umstellungen, Leistungssteigerungen und auch das nötige Spielglück konnte der FC neben drei Siegen auch das dringend benötigte Selbstvertrauen holen, das es im Kampf um den Klassenerhalt brauchen wird. Denn analog zur Hinrunde werden die ersten Aufgaben für den FC in der Bundesliga nicht einfach zu bewältigen sein.

Mit Verstärkung in die Rückrunde?

Bis zum März trifft das zuletzt verjüngte Team der Kölner auf vier Mannschaften (Dortmund, Gladbach, Bayern und Schalke) aus der aktuellen Top-5 der Bundesliga, zudem warten mit dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg der Tabellenneunte und -achte auf die Geißböcke. Natürlich werden sich die Kräfteverhältnisse in diesem Zeitraum auch verschieben, der Spielplan weist für den 1. FC Köln aber vor allem ab März die Spiele aus, in denen sich entscheiden könnte, ob der Klassenerhalt gelingt oder nicht. Wenn es den Kölnern bis dahin gelingt, die Distanz zu den Abstiegsplätzen zu wahren, wäre eine gute Grundlage geschaffen, um auch in der kommenden Saison Erstligafußball in der Domstadt sehen zu können.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Um dieses Ziel zu erreichen, kündigte Geschäftsführer Horst Heldt vor einigen Tagen an, dass zwei bis drei Neuzugänge den Kader der „Geißböcke“ verstärken könnten. Dieser weist allerdings momentan fast 30 Spieler auf, er müsste also zwangsläufig ein wenig verkleinert werden, um überhaupt sinnvoll arbeiten zu können. Fest steht auch, dass die Transfer-Unternehmungen im Sommer wenig finanziellen Spielraum lassen, um im Winter neues Personal zu verpflichten. Realistisch erscheint daher, dass der FC Spieler wie Vincent Koziello, Niklas Hauptmann oder Matthias Bader abgibt, weil sie in dieser Saison ohnehin wenig Spielzeit bekommen dürften. Erst dann wäre es möglich, auf den Bedarfspositionen neue Leute heranzuholen. Mit Simon Falette scheint derweil ein erster Kandidat in Anflug auf Köln zu sein. Der Linksfuß könnte die Defensive verstärken, er wäre ein Kandidat für die Position des halblinken Innenverteidigers oder des linken Außenverteidigers.

Bleiben die Youngsters auf den Außen?

Auf diesen Positionen etablierten sich aber in den letzten Wochen mit Noah Katterbach und Rafael Czichos zwei Spieler als Leistungsträger in der Mannschaft von Trainer Markus Gisdol, ein möglicher Transfer von Falette würde daher Fragezeichen hinterlassen. Die Gerüchteküche brachte zudem noch hervor, dass der FC wohl auch auf der offensiven Außenbahn nach Verstärkungen sucht: Amin Younes und Mark Uth, aber auch der ewige Lukas Podolski gelten hier als mögliche Verstärkungen. Grundlage dieser Überlegungen könnte bei den sportlich Verantwortlichen die Denke sein, dass junge Spieler wie Katterbach, Thielmann oder Jakobs ihr Leistungsniveau nicht durchgängig werden halten können – sodass erfahrenere Verstärkungen notwendig wären. Insgesamt zeigten die letzten drei Spiele aber auf, dass die Drei die Berechtigung mitbringen, in der Bundesliga spielen zu dürfen.

Markus Gisdol jedenfalls bekommt in den kommenden Tagen die Möglichkeit, etwas fokussierter und mit mehr Ruhe mit seiner Mannschaft zu arbeiten und seinen Stil weiter zu implementieren. Im zuletzt präferierten 4-1-4-1- bzw. 4-2-3-1-System zeigte der FC die nötige Kompaktheit, auch Verbesserungen im Spiel mit dem Ball waren durchaus feststellbar. Die Dynamik und das Tempo über die beiden Außenbahnen könnten sich gerade gegen stärkere Gegner zum Trumpf entwickeln, wenn der FC tiefer verteidigt und dann über das Umschaltspiel zu Torgelegenheiten kommt. Das wird bereits gegen den VfL Wolfsburg notwendig sein. Die kommenden Trainingstage und beide Testspiele bieten die Möglichkeit, um an diesen Inhalten zu arbeiten – mit oder ohne Neuzugang.

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