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Meinung

Strafe ohne Schuld

Heute verurteilte der DFB den effzeh zu 80.000 Euro Strafe und einer Bewährung von neun Monaten. Ein Kommentar zum Urteil.

© effzeh.com
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Der 1. FC Köln wurde am heutigen Mittwoch vom DFB-Sportgericht zu einer Strafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt. Zusätzlich muss der Verein 30.000 Euro in Maßnahmen wie eine Erweiterung des Ordnungsdienstes bei Auswärtsspielen investieren und dies dem DFB nachweisen. Sollten sich Fans des effzeh in den nächsten neun Monaten daneben benehmen, droht ein Teilausschluss von Zuschauern für zwei Heimspiele. Die Strafe umfasst die Vergehen aus dem Pokalspiel in Trier, den Auswärtsspielen in Bochum, Düsseldorf und Paderborn sowie den Böllerwurf im Müngersdorfer Stadion. So weit die harten Fakten.

Allerdings werfen sich bei genauem Hinsehen ein paar Fragen auf. Zitat aus dem Artikel auf der Vereinshomepage: „Der DFB spricht dem 1. FC Köln kein Verschulden an den Vorkommnissen zu.“ Erklären darf man mir gerne mal, wie es in einem Rechtsstaat möglich ist, dass ein Angeklagter ohne Schuld von einem Gericht zu einer Strafe verurteilt wird. Diesem Angeklagten, der ja keine Schuld hat, wird dann noch strafmildernd zugute gehalten, dass er alles Erdenkliche dafür tut, dass das, woran er keine Schuld hat, nicht wieder vorkommt. Offensichtlich stehe ich da mit meinem Rechtsverständnis ordentlich auf dem Schlauch. Aber mir kommt das so vor, als wenn ich für eine Körperverletzung auf einer Party in meinem Haus verknackt werde, weil der Verursacher nicht mehr festgestellt werden kann. Und das obwohl ich versucht habe schlichtend einzugreifen.

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Erklären darf man mir aber auch gerne, wie es möglich ist, dass ich eine Strafe eines Dritten (Verein) durch mein Fehlverhalten in Kauf nehme, obwohl ich weiß, dass dieser Verein jeden Cent zwei mal umdrehen muss. Mir wird sich der Reiz des unerlaubten Bengalo-Anzündens nie erschließen. Mir erschließt sich der Reiz einer stimmungsvollen Pyro-Show, aber da sind wir weit davon entfernt. Vor allem, wenn zwei Seiten darüber miteinander verhandeln, die eigentlich gar nicht miteinander sprechen wollen. Leider werde ich das Gefühl (immer noch nicht) los, dass es hier gar nicht um die Sache an sich geht.

Den Schaden hat der effzeh. Jörg Schmadtke bringt das Dilemma auf den Punkt: „Jede Strafe trifft uns und bedeutet, dass wir weniger Geld für die sportliche und strukturelle Entwicklung des FC zur Verfügung haben. Es liegt zu einem großen Teil am Verhalten dieser Fans, ob es zusätzlich zu einem Teilausschluss kommt.“

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