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Stoff, aus dem Legenden sind!

Der doppelte Maroh bringt dem effzeh einen 2:1-Sieg in Leverkusen. Wir nehmen die Leistungen der Akteure unter das Brennglas: Die effzeh.com-Einzelkritik zum Derbysieg!

Dominik Maroh traf beim Spiel in Leverkusen doppelt | Foto: Dirk Unschuld
Foto: Dirk Unschuld

Foto: Dirk Unschuld

Der doppelte Maroh bringt dem effzeh einen 2:1-Sieg in Leverkusen. Wir nehmen die Leistungen der Akteure unter das Brennglas: Die effzeh.com-Einzelkritik zum Derbysieg!

Tor nach einem Freistoß, Tor nach einem Eckball, Sieg in Leverkusen: Wer angesichts der Häufung dieser äußerst verdächtigen Momente am Samstagabend Angst hatte, es könnte uns Kölnern der Himmel auf den Kopf fallen, sah sich getäuscht. Vielleicht lag es daran, dass der komplette effzeh nach dem Derbysieg in Leverkusen im siebten Himmel schwebt. Die effzeh.com-Einzelkritik mit Flughunden, Brandfackeln und Industriestaubsauger!

Timo Horn: Fügte sich ein mit einem netten Schlenker im Aufbau gegen Chicharito, parierte dann zweimal stark. Zuerst gegen Chicharito, dann gegen Kampl. Zeigte zuerst seine Fähigkeiten als Flughund mit Reichweite wie sonst nur ein vollgetankter Kleinwagen, gegen das Frisurenwunder Kampl ging Horn so schnell runter wie zuletzt nur die Volkswagen-Aktie.

Marcel Risse: Fangen wir mit dem Kerngeschäft eines Rechtsverteidigers an. Defensiv über weite Strecken sehr solide, gerade im zweiten Durchgang gefühlt kein Zweikampfverlust und Antritte wie einst nur Dani Alves in seinen besten Offensivverteidiger-Zeiten beim FC Barcelona. Allerdings auch Ballverlust vor Chicharitos Schusschance und dem Ausgleich. Vor Hernandez‘ Kopfball kann man ihm wenig anlasten, er kam aus Risses hinterem Sichtfeld. Das ist immer undankbar für einen Verteidiger. Offensiv war Risse natürlich eine echte Waffe, die meisten Ballaktionen legen Zeugnis darüber ab, dass viel über ihn lief. Sein rechter Fuß warf Brandfackel auf Brandfackel in den gegnerischen Strafraum wie sonst nur Horst Seehofer in die Flüchtlingsdebatte. Selbst ein Einwurf im zweiten Durchgang auf Osako beschwor direkte Gefahr herauf. MR7 bereitete Modestes Chance nach vier Minuten vor, dazu die beiden gut getretenen Standards vor den Maroh-Toren. Alles in allem ziemlich geile Leistung.

Dominic Maroh: Die rein sportliche Aufgabe absolut erfüllt. Ruhiges, konzentriertes Arbeiten mit Nebenmann Heintz in der Defensive, fast sensationelle Offensivpräsenz mit zwei Toren (davon das erste abgezockt mit dem Unterschenkel, das zweite mit einem schönen Kopfball). Vergab zwischendurch noch eine Chance (Mann!) und begab sich in der Nachspielzeit und während des letzten Konters noch auf die Jagd nach einem Hattrick. Dann wäre ihm im Dom wohl ein Schrein aufgebaut worden. Ansonsten Respekt vor seinem Charakter, hat wochenlang auf seine Chance gewartet und diese genutzt. Bemerkenswert sein Jubel nach dem Führungstor, als er „zu den Fans“ rennen wollte, wenn mich meine Lippenleserfähigkeiten nicht täuschen. Dome sorgte natürlich für kollektive Ekstase und Orgasmen im Lager der Kölner. Stoff, aus dem Legenden sind!

Ein mehr als interessantes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Eine ganze Stadt als Derbyheld! Danke für die vielen…

Gepostet von Dominic Maroh am Sonntag, 8. November 2015

Dominique Heintz: Alter, ist der Junge abgezockt. Spielt seine erste Saison in der Bundesliga und ist dabei dermaßen konstant, dass man meinen könnte, sein Nachname sei Djakpa (badummtss). Trat bei Offensivstandards auch in Erscheinung. Lobenswert seine sofortigen Versuche, das Spiel nach Ballgewinn zu eröffnen, auch wenn das nicht immer klappt.

Jonas Hector: Seit fast genau einem Jahr jetzt Nationalspieler. Gegen Kollege Bellarabi lief es im ersten Durchgang dann auch nicht so gut, nach der Pause dann ohne Probleme. Man hat bei Schlaubi immer den Eindruck, er hätte einen Ruhepuls von 45.

Matthias Lehmann: Arbeitspensum wie ein Wahnsinniger. Gefühlt alle Grätschen waren erfolgreich, absolut überragendes Spiel im defensiven Mittelfeld. Ein Spieler aus der Kategorie „Unsung Hero“.

Kevin Vogt: Für ihn gilt Selbiges wie für Skipper Matze. Teilweise ein wenig Probleme mit dem letzten Pass, aber absolut kampfstark und Feldherrenattitüde im Mittelfeld. Wollte vor dem 1:1 kein Foul gegen Kampl riskieren, was 15 Meter weiter vorne im Feld wahrscheinlich eine bessere Idee gewesen wäre. Bemerkenswert sein Auftritt in der zweiten Hälfte, hat er eigentlich einen Zweikampf verloren? Lionel Messi hat sich auf jeden Fall was bei dem Antritt abgeschaut, der in der zweiten Hälfte einen Eckball brachte.

Leonardo Bittencourt: Rennt, fightet, flankt, schießt. Aktionsradius wie ein Industriestaubsauger, belegt durch die meisten intensiven Läufe und Sprints (worin liegt da eigentlich der Unterschied, @bundesliga_de?). Stellte wieder einmal seine Qualitäten als Umschaltspieler unter Beweis und schonte weder sich noch Gegner. Sich trotz einer Manschette so in die Zweikämpfe zu hauen (bspw. gegen Dampfwalze Papadopoulos) sorgt für Entzücken bei jedem Fan. Wirkungsvoll vor beiden Toren: gefoult worden vor dem 1:1, Ecke erspielt vor dem 2:1. Extrem wichtig für dieses Team.

Yuya Osako: Ballsicherheit und Defensivarbeit des Japaners heute absolut exemplarisch, und das über weite Strecken auf der ungewohnten Position im rechten Mittelfeld. Seine tänzelnden Bewegungen im Offensivzweikampf haben fast schon ästhetischen Wert. Vergab die Chance aufs dritte Tor, war genauso wie ich anscheinend überrascht, wie frei er zum Schuss kam (84.).

Anthony Modeste: Sein energischer Ballgewinn nach handgestoppten zwei Sekunden war beispielhaft für das Auftreten der Mannschaft. Kam nach drei Minuten das erste von fünf Mal zum Abschluss und stellte seine immense Torgefahr unter Beweis, auch wenn es in diesem Spiel erneut nicht geklappt hat. Modeste ist aber der Typ Stürmer, vor dem ich jahrelang als Fan des effzeh Angst hatte und als aktiver Spieler noch habe. Fast nicht zu verteidigen und in jedem Moment in der Lage, zum Abschluss zu kommen. Positiv sein Umgang mit misslungenen Aktionen, er hadert nicht und glaubt weiter an sich und das Team. Probierte sich auch an einem Fallrückzieher und einem bergkampesken Abschluss mit der Hacke. Das Tor wird schon wieder fallen, das Arbeitspensum stimmt auf jeden Fall. Gewann die meisten Zweikämpfe des effzeh.

Philipp Hosiner: Bringt ähnlich wie Hector ein unheimliches Geschick im Zweikampf mit sich. Seine unkoordinierte Spielweise (nicht despektierlich gemeint) ist nicht elegant, aber irgendwie geil. Sucht den direkten Weg zum Tor und kreiste wie ein Satellit um Modeste herum. Defensiv vorbildlich, jagte Leverkusen wie sonst nur der Roadrunner bei den Looney Tunes.

Dusan Svento: Kam in der 71. für Hosiner, sollte seine Stärke in Kontersituationen unter Beweis stellen, was bisweilen auch gelang. Machte dem neuseeländischen Rugby-Weltmeister und Fly-Half Dan Carter mit einem Kick in der 80. Minute Konkurrenz.

Milos Jojic: Kam in der 82. für einen erschöpften Bittencourt. Sein Schlenzer in der 84. hätte ein Tor verdient gehabt.

Frederik Sörensen: Kam in der 90. Minute für Osako und durfte den Ball einmal aus der Gefahrenzone dreschen.

Gästefans: 6500 effzeh-Fans sorgten für überragende Stimmung und geile Ausrast-Szenen nach den Toren. Die „Come on effzeh!“-Sequenz vor der Pause war furchteinflößend grandios. Nach dem 2:1 natürlich nur noch krank.

Felix Zwayer und Assistenten: Das Schiedsrichtergespann zeigte eine ruhige und souveräne Spielleitung meiner Meinung nach. Zwayers Auftreten mit einem Lächeln im Gesicht und guter Körpersprache sorgte dafür, dass er das Spiel eigentlich immer im Griff hatte. Hätte eventuell früher Gelb gegen Wendell und Papadopoulos ziehen müssen. Vogts Handspiel nach Calhanoglu-Freistoß hätte bestimmt auch irgendein Bundesligaschiedsrichter gepfiffen.

Ömer Toprak: Man muss anerkennen, dass Toprak in allen strittigen Situationen beruhigend auf seine Mitspieler eingewirkt und diese vom Schiedsrichter und den Kölner Spielern weggeschickt hat. Auch wenn er bei den Pillen spielt: Vor einem solchen Verhalten habe ich Respekt.

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