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„Überragende Leistung“: Jhon Cordoba dreht beim 1. FC Köln voll auf

Mit seinem Hattrick gegen St. Pauli hat Jhon Cordoba für einen Höhepunkt seiner Karriere in der Domstadt gesorgt.

COLOGNE, GERMANY - FEBRUARY 08: Christopher Avevor of FC St. Pauli holds off Jhon Cordoba of FC Koln during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC St. Pauli at RheinEnergieStadion on February 08, 2019 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Erst nach der Partie schien Jhon Cordoba seine Rolle etwas unangenehm zu sein. Mit drei Toren hatte der Kolumbianer zuvor den 1. FC Köln zu einem fulminanten 4:1-Heimsieg gegen Aufstiegskonkurrenten FC St. Pauli geschossen und wurde dementsprechend von den Fans gefeiert. Von der Mannschaft nach vorne geschoben feierte der Angreifer etwas zögerlich mit dem Kölner Anhang, der die außergewöhnliche Leistung des 25-Jährigen zu würdigen wusste.

Zu keiner Zeit konnte der wuchtige Stürmer von den Abwehrspielern der Gäste an diesem Freitagabend gestoppt werden. Nachdem Cordoba erst noch an St. Paulis Keeper Brodersen gescheitert war, schob er wenige Minuten später im Nachsetzen nach Teroddes Lattentreffer zur Kölner Führung ein – und gab so den Startschuss zu seiner beeindruckenden Toregala. Nach dem Seitenwechsel vollendete er eine sehenswerte FC-Kombination per trockendem Rechtsschuss zum 2:1, kurz darauf war nach Freistoßflanke von Neuzugang Johannes Geis mit dem Kopf zur Stelle.

„Der schönste Tag“ für Cordoba

Drei Tore: Das war Cordoba zuvor im Profifußball noch nie gelungen. „Das war der schönste Tag, seit ich in Köln bin“, strahlte der Kolumbianer nach dem Abpfiff – und nahm den Spielball als Erinnerung direkt mit nach Hause. Seine Teamkollegen, die auf dem Ball unterschreiben sollten, waren voll des Lobes über den Stürmer, der in dieser Saison so richtig in Köln angekommen zu sein scheint. „Ein Mann hat heute ein Sonderlob verdient“, schrieb Torwart Timo Horn später auf Instagram und verlinkte den Kölner Hattrick-Helden, der auch auf dem dazugehörigen Bild zu sehen war.

Jhon belohnt sich gerade für seine harte Arbeit.

„Wenn du vorne im Sturm zwei Ochsen drin hast, die fast jeden Ball halten, ist das für unser Spiel enorm wichtig. Und wenn sie sich dann darüber hinaus mit Toren belohnen, ist es umso schöner“, war Nationalspieler Jonas Hector begeistert vom Sturmduo Cordoba-Terodde, die alle vier Treffer an diesem Abend erzielt hatten. Neben dem 23-Tore-Mann, den die Abwehrreihen in der 2. Bundesliga nicht in den Griff bekommen, scheint auch der Kolumbianer nach seiner äußerst schwierigen Debütsaison endlich in Fahrt zu kommen. Kaum verwunderlich, dass ihm der Dreierpack sehr gut tat – und auch bei den Verantwortlichen für Freude sorgte.

Alle sind voll des Lobes – nur die gelbe Karte stört

„Es waren nicht nur seine Tore, sondern er hat die Bälle auch noch richtig gut angenommen, behauptet und verteilt. Das war eine überragende Leistung“, kam FC-Sportgeschäftsführer Armin Veh aus dem Schwärmen kaum mehr heraus. Die vergangene Spielzeit habe an Cordoba genagt – doch nun zeige er, was er kann. Auch der Kölner Trainer Markus Anfang rang sich entgegen seiner Gewohnheiten auf Nachfrage zu einem Sonderlob für einen einzelnen Spieler durch: „Jhon belohnt sich gerade für seine harte Arbeit. Das alles bekommt er nicht umsonst, der Junge arbeitet tagtäglich im Training dafür“, erklärte der ehemalige Bundesliga-Profi und fügte hinzu: „Wir können jetzt nicht erwarten, dass in jedem Spiel drei Tore schießt.“

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Zu mäkeln gab es an Cordobas Leistung tatsächlich nichts – an Anspielstation im Angriff bekam ihn die Defensive des FC St. Pauli nicht in den Griff, vor dem Tor zeigte er sich bei seinen Chancen eiskalt. Auch wegen der treffsicheren Offensive sind die Aufstiegshoffnungen beim 1. FC Köln wieder in voller Blüte entfacht worden. Nur eines, das gefiel Trainer Anfang dann doch nicht: Das einzig Blöde ist, wenn er das Trikot auszieht und dafür eine Gelbe Karte bekommt. Aber wenn er das nicht zu häufig macht, dann geht es auch“, betonte der Kölner Coach mit einem Grinsen im Gesicht, nachdem sein Schützling das 2:1 allzu ausgiebig bejubelt hatte. Dass Cordoba allerdings in den nächsten Wochen genügend Gelegenheiten zum ausgiebigen Jubel bekommen wird, daran zweifelt in Köln derzeit niemand. Und vielleicht gewöhnt sich der Kolumbianer dann auch an die Rolle des Feierbiests.

Dieser Text erschien zuerst auf bundesliga.de.

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