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#SGEKOE-Vorspiel: Zwei Diven tanken Höhenluft

Charismatische Regisseure, herausragende Hauptdarsteller, lautstarke Statisten: In Frankfurt und in Köln darf von internationalen Festivals geträumt werden. In den letzten gemeinsamen Streifen war großes Kino garantiert.

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Wenn Fußball, wie Wolfgang Niedecken unlängst in einem Interview postulierte, tatsächlich ein „ästhetisches Vergnügen“ ist, dann muss in den vergangenen 20 Jahren in Müngersdorf einiges schief gelaufen sein. Denn wenn der 1. FC Köln in all der dunklen Zeit eines vermutlich nicht wahr, dann ein wahrer Augenschmaus. Häufig musste man sich fühlen wie bei einer Sneak-Preview, die komplett in die Hose gegangen ist. In welchen Film waren wir da nur geraten? Verwirrte Produzenten, unterirdische Hauptdarsteller und ein unlogisches Drehbuch, das vermutlich nichtmals bei RTL einen Platz im Nachmittagsprogramm erhalten hätte. Doch jetzt ist auf einmal alles anders: Die Produzenten haben die richtigen Regisseure verpflichtet, die selbst solide Handwerker zu oscarreifen Darbietungen animieren. Der effzeh ist aktuell eine angesagte Indie-Produktion, die an der Kinokasse zum Schlager geworden ist.

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Der FC ohne Dominic Maroh (r.), die Eintracht aber mit Alex Meier (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Der FC ohne Dominic Maroh (r.), die Eintracht aber mit Alex Meier (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Ähnliches gilt auch für die Eintracht: Nachdem der Katastrophen-Blockbuster „Der Untergang“ im Mai gerade noch vom Spielplan gestrichen werden konnte, schien es am Main zunächst zum Actionkracher „Mission Impossible“ zu kommen. Doch die Vorführer vertagten diesen Streifen und führen momentan „Kovacs Eleven“ auf. Solides Handwerk mit diszipliniert agierenden Protagonisten, wohltemperiert zusammengestellt von Regisseur Niko Kovac. Insbesondere im Heimkino erhält das aus aller Herren Länder zusammengestellte Ensemble überraschend gute Kritiken. Die Besuche aus Gelsenkirchen, Leverkusen, München und Berlin konnte man schadlos überstehen – es wurde sogar jede Menge Popcorn bereitgehalten. Verantwortlich für diese überraschend starke Leinwandperformance sind gleich mehrere Akteure, die in anderer Rolle bereits im Sport-Feuilleton durchgefallen waren: Marco Fabian, im Winter zur Eintracht gestoßen, blüht als tragende Säule auf, der Ex-Hoffenheimer David Abraham zeigt als Abwehrchef, dass er zu mehr als einem Statistendasein taugt, und dazu jede Menge Nebendarsteller, die das tun, was sie können. Ganz großes Kino derzeit am Main – obwohl eher mit einem lahmen Vorabendkrimi im Öffentlich-Rechtlichen gerechnet wurde.

Die beiden abgetakelten Ex-Stars Eintracht und effzeh sind also wieder bestens im Geschäft. Zwei Diven tanken Höhenluft, der neueste Kassenschlager in der Bundesliga. Großartige Unterhaltung scheint also garantiert – vor allem, wenn man auf die vorherigen Streifen der beiden Glamour-Girls schaut: 3:1, 2:6, 4:2, 2:3 – so lauten aus Sicht des glorreichen 1. FC Köln die letzten Ergebnisse gegen die Hessen. 23 Tore in lediglich vier Partien: Das dürfte rekord-verdächtig sein. Und rechtzeitig zum Bundesliga-Klassiker bringt die Eintracht auch wieder ihren Schockeffekt für Kölner Gemüter an den Start. Alex Meier, in den benannten vier Partien mit satten acht Treffern, hat seine Muskelblessur auskuriert und will im effzeh-Strafraum für Angst und Schrecken sorgen. Doch die Stöger-Schützlinge können ihrerseits auf den formstärksten Angreifer der Liga bauen: Anthony Modeste, für sieben der sieben letzten effzeh-Tore verantwortlich, hat mit den „Adlern“ noch ein Hühnchen zu rupfen. Das Debakel der vergangenen Saison scheint sich ins Gedächtnis eingebrannt zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Franzose direkt nach seinem Hattrick gegen den HSV von „scheiße Gedanken“ an Frankfurt sprach.

COLOGNE, GERMANY - FEBRUARY 13: Anthony Modeste of Will seinen Lauf gegen die Eintracht fortsetzen: FC-Torjäger Anthony Modeste (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Will seinen Lauf fortsetzen: FC-Torjäger Anthony Modeste (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Vielleicht sorgt Monsieur Modeste, der Hauptdarsteller der vergangenen Wochen, ja für den unvergesslichen Moment im Riederwald-Kino. Zum vierten Mal in fünf Duellen ist die Partie die Attraktion des Bundesliga-Spieltags. Eines sollte dem effzeh in Frankfurt allerdings im Topduell nicht passieren: Das erste Tor der Partie kassieren! Denn die SGE verlor gegen die „Geißböcke“ noch nie ein Heimspiel nach einer 1:0-Führung (14 Siege, sechs Remis). Doch dass auf einen Rückstand nicht unbedingt ein mieser Film folgen muss, das wissen die effzeh-Fans noch den letzten Wochen nur zu gut. Zuschauen lohnt sich auf jeden Fall – das effzeh.com-Prädikat: Besonders wertvoll!

[symple_accordion][symple_accordion_section title=“Das Personal“] Der effzeh hat gleich zwei schwerwiegende Ausfälle zu verkraften: Zum langzeitverletzten Leonardo Bittencourt, der nach Knöchel-OP erst im kommenden Jahr eingreifen kann, gesellte sich beim Heimsieg über den HSV auch Abwehrchef Dominic Maroh (Schlüsselbeinbruch). Bei der Eintracht kehrt, wie schon erwähnt, effzeh-Schreckgespenst Alex Meier zurück. Verzichten muss Coach Niko Kovac auf ein halbes Dutzend Akteure: Anderson, Flum, Rebic, Russ, Stendela und Varela fallen verletzungsbedingt aus. [/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Die Bilanz“]Das Duell zwischen der Eintracht und dem effzeh zählt zu den großen Klassikern der Bundesliga: Am Samstagabend kommt es zum 83. Mal zum Aufeinandertreffen der Gründungsmitglieder. Die Bilanz ist leicht positiv für den effzeh: 30 Siege stehen 27 Niederlagen und 25 Remis gegenüber. Aus den letzten elf Partien konnte die SGE nur zwei Erfolge einfahren – das waren allerdings die beiden letzten Heimspiele.[/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Der Schiedsrichter“]Deniz Aytekin wird das Topspiel des 10. Bundesliga-Spieltags leiten. Für den 38-jährigen FIFA-Referee ist es der zwölfte Einsatz bei einer effzeh-Partie, auswärts pfiff er die „Geißböcke“ in der Bundesliga noch zu keinem Erfolg (drei Remis, eine Niederlage). Zuletzt war der Betriebswirt aus Oberasbach im April der Unparteiische beim 1:1-Unentschieden in Hoffenheim.[/symple_accordion_section][/symple_accordion]

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