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Müngersdorf

Saison der U17 des 1. FC Köln: Alles andere als normal!

Im Halbfinalhinspiel muss die U17 des 1. FC Köln am Mittwoch um 17 Uhr bei Bayern München antreten. Das Rückspiel findet am Samstag um 11 Uhr im Franz-Kremer-Stadion statt. Wir schauen zurück – und voraus auf die Entscheidungsspiele.

Foto: Ronald Wittek/Bongarts/Getty Images)

Normalerweise sollte bei zwei noch ausstehenden Begegnungen ein Vorsprung von sechs Punkten und elf Toren reichen, wie dies in der U17-Bundesliga West der Tabellenzweite 1. FC Köln auf Verfolger Bayer Leverkusen hatte. Normalerweise. Aber was ist schon normal? Martin Hecks Schützlinge verloren das vorletzte Saisonspiel gegen Fortuna Düsseldorf, gleichzeitig gewann die Bayer-Elf und verringerte den Rückstand auf drei Punkte und sechs Tore. So kam es zum finalen Showdown um den zweiten Tabellenplatz und die damit verbundene Qualifikation für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft beim Heimspiel der Leverkusener gegen die jungen Geißböcke.

Die Heimelf ging in der zweiten Hälfte mit 2:0 in Führung, die Gäste aus Köln vergaben mehrere Hundertprozentige und in den letzten drei Minuten gab es drei rote Karten. Am Ende mussten siegreiche Leverkusener getröstet werden, während unterlegene Kölner ausgelassen feierten; nein, normal war das ganz gewiss nicht. Die Kölner hatten sich mit einem mageren Törchen Vorsprung über die Ziellinie gerettet und eine Punktlandung ins Halbfinale gegen die Münchener Bayern fabriziert.

Der Saisonverlauf

Die U17 des 1. FC Köln spielte eine außerordentlich gute Saison, gewann 19 von 26 Spielen, erzielte dabei 81 Tore und musste lediglich 22 Gegentreffer hinnehmen. Schalke 04 wurde 4:1 und 3:0, Borussia Mönchengladbach 4:0 und 4:2 besiegt, dem späteren Meister Borussia Dortmund trotzte man auswärts ein 1:1 ab. Die Elf zeigte in den allermeisten Saisonspielen einen technisch feinen Fußball und ein tempogeladenes Umschaltspiel, das die gegnerischen Abwehrreihen oft vor große Probleme stellte.

Die U17 beim Spiel in Mönchengladbach | Foto: effzeh.com

Und doch war das Erreichen des zweiten Tabellenplatzes, der die Qualifikation für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft bedeutete, so knapp, wie es knapper nicht sein konnte. Zwar verlor man nur ein Auswärtsspiel, leistete sich aber vier Heimniederlagen. Wie das o:2 im letzten Saisonspiel in Leverkusen waren auch die meisten der übrigen Schlappen vor allem auf die mangelnde Chancenverwertung zurückzuführen. Mangelndes Glück spielte eine Rolle, aber auch überhastete Abschlüsse in aussichtsreichen Situationen.

Die Mannschaft

Die Torwartposition teilten sich die U17-Nationalspieler Vincent Friedsam (elf Spiele) und Daniel Adamczyk (15 Spiele), die für zehn „Zu-Null-Spiele“ verantwortlich zeichneten. Die größte Unterstützung fanden sie dabei in dem sehr zweikampfstarken Innenverteidiger und türkischen U17-Nationalspieler Yusuf Örnek, der mit viel Ruhe und Abgeklärtheit die Abwehr organisierte.

Kopf der Mannschaft war Mannschaftskapitän und U17-Nationalspieler Sebastian Papalia, der im zentralen defensiven Mittelfeld für die Absicherung der Offensive sorgte, aber auch mit klugen Pässen zahlreiche Angriffe einleitete. Sahnestück des Teams war die Offensive mit  U16-Nationalspieler Florian Wirtz und den beiden U17-Nationalspielern Marvin Obuz und Jan Thielmann, die mit sehr viel Tempo auf den Flügeln agierten, selber torgefährlich waren, aber auch einige der 18 Saisontore von Mittelstürmer Jacob Anton Jansen vorbereiteten.

Der Gegner: die U17 von Bayern München

Das Trainerteam der Münchener ist prominent besetzt: Coach Miroslav Klose, Weltmeister und Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft, wird unter anderem von Torwart-Trainer Uwe Gospodarek unterstützt. Das von ihnen betreute Team der Bayern weist nicht weniger als acht U16-Nationalspieler und zwei U17-Nationalspieler auf und wurde schon am vorletzten Spieltag Meister der U17-Bundesliga Süd/Südwest. Die Münchener verloren lediglich ein Heimspiel, gingen jedoch dreimal auswärts als Verlierer vom Platz.

Coach Miroslav Klose | Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

In der Abwehr ragen die äußerst zweikampfstarken Innenverteidiger Roman Reinelt, U16-Nationalspieler, und Jamie Lawrence, U17-Nationalspieler, heraus. In der Offensiven brillieren vor allem die schnellen und torgefährlichen U16-Nationalspieler Torben Rhein und Lasse Günther.

Die Ausgangspositionen

Martin Heck muss in den beiden Halbfinalspielen auf den rotgesperrten Torhüter Vincent Friedsam verzichten, hat aber mit Daniel Adamczyk einen gleichwertigen Ersatz zur Verfügung. Theoretisch könnte er auch auf  Stürmer Tim Lemperle zurückgreifen, der zu Beginn der Rückrunde vorzeitig zur U19 hochgezogen wurde.

Miroslav Klose konnte sich den Luxus erlauben, im letzten Saisonspiel bei der Frankfurter Eintracht eine Ersatzelf aufzubieten. Die 1:5-Niederlage konnte er verschmerzen, aber seinen Stammkräften hatte er wertvolle Schonung verschafft. So treffen ausgeruhte Bayern auf eine Kölner Mannschaft, die in ihrem letzten Saisonspiel noch einmal alles geben musste.

Es ist aber auch eine Auseinandersetzung, in der sich das Münchener U17-Team, das im heimischen Campus alles das vorfindet, was zur bestmöglichen Förderung von Nachwuchstalenten heutzutage geboten scheint, mit einer U17 des 1. FC Köln misst, die am Geißbockheim Bedingungen vorfindet, die alles andere als optimal sind und die die Erfolge von Stefan Ruthenbecks U19 und Martin Hecks U17 umso bewunderungswürdiger und wertvoller erscheinen lassen.

Normalerweise kann unter den genannten Voraussetzungen der Sieger in diesem Halbfinale nur Bayern München heißen. Normalerweise. Aber was ist schon normal – in der Saison 2018/19 der U17 des 1. FC Köln.

Mehr Informationen zur Live-Übertragung des Spiels finden sich hier.

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