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Nachdreher

„Mer sin widder do“: Offensivabteilung ballert den 1. FC Köln zurück nach oben

Ganz besonders der starken Offensive um Cordoba, Terodde, Drexler und Co. hat der 1. FC Köln die Rückkehr in die Bundesliga zu verdanken – ein genauerer Blick auf Kölns imposante Zahlen.

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Um 22.18 Uhr war es für den 1. FC Köln endlich geschafft: Nach einer nicht immer störungsfreien Saison haben die „Geißböcke“ die direkte Rückkehr in die Bundesliga durch einen 4:0-Erfolg in Fürth unter Dach und Fach gebracht – zwei Spieltage vor Schluss ist den Rheinländern der Aufstieg und die Zweitliga-Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Großen Anteil daran hat das treffsichere Sturmduo der Kölner, das in der Historie der 2. Bundesliga seinesgleichen sucht.

„Uns fällt natürlich ein Stein vom Herzen. Es ist für mich als Kölner ein unbeschreibliches Gefühl, das zwei Spieltage vor Schluss geschafft zu haben“, war FC-Mittelfeldspieler Marco Höger vor dem Start in die Aufstiegsfeierlichkeiten begeistert. „Fazit: Ziel erreicht, klar, nicht immer souverän, nicht immer mit Zauberfußball, aber das, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben, haben wir erreicht“, gab der Routinier zu Protokoll. Eine lange Nacht kündigte Interimstrainer André Pawlak, der bei seinem ersten Spiel als Profitrainer direkt den Bundesliga-Aufstieg feiern durfte, an.

Auch an dem entscheidenden Abend im Frankenland war die Kölner Offensive wieder einmal nicht zu stoppen: Jhon Cordoba (8./41./58.) avancierte mit einem Hattrick zum umjubelten Helden, den vierten Treffer steuerten die Fürther Gastgeber mit einem Eigentor von Daniel Steininger bei. Wieder einmal war Cordoba, der so etwas wie das Gesicht des FC-Aufstiegs ist, der gefeierte Mann. Nach einer schwachen Vorsaison galt der Kolumbianer bei den Anhängern der „Geißböcke“ bereits als krasser Fehleinkauf, doch mit einer bärenstarken Spielzeit in der 2. Bundesliga spielte sich der Angreifer in die kölschen Fan-Herzen. Seine laufintensive Spielweise, seine Qualitäten im direkten Duell und seine Kampfkraft machen ihn zu einer unverzichtbaren Größe im Kölner Spiel.

Bestes Sturmduo der eingleisigen Zweitliga-Geschichte

Doch auch treffsicher ist der 25-Jährige mittlerweile: 20 der bisher exakt 80 Treffer des rheinischen Traditionsvereins gehen auf das Konto des bulligen Stoßstürmers, der in der vergangenen Spielzeit kein einziges Bundesliga-Tor bejubeln. Besonders im Kalenderjahr 2019 ist Cordoba von den Abwehrreihen in der 2. Bundesliga einfach nicht zu stoppen: 13-mal traf er nach der Winterpause, so oft wie 2019 kein anderer Spieler im deutschen Profifußball. Torjäger wie Robert Lewandowski (FC Bayern München, 12) oder Sandhausens Angreifer Andrew Wooten (ebenfalls 12) lässt der Kölner dabei ebenso hinter sich wie Teamkollege Simon Terodde, der lediglich sechs seiner 28 Erfolgserlebnisse im neuen Jahr feiern konnte.

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Zusammen sind die beiden angriffslustigen „Geißböcke“ das treffsicherste Duo der Zweitliga-Historie: Terodde (28) und Cordoba (20) kommen zusammen auf mehr als die Hälfte aller FC-Tore (80), nur drei weitere Teams in der gesamten Liga haben überhaupt mehr Treffer erzielt als die beiden. Zwei Spieler eines Teams mit mindestens 20 Toren – das gab es zuvor in der eingleisigen 2. Bundesliga übrigens noch nie. Auch war kein Sturmduo in dieser Zeit torgefährlicher als Cordoba und Terodde: Mehr als 48 Erfolgserlebnisse verzeichneten lediglich Rudi Völler und Wolfgang Sidka 1981/82 (52 in 38 Spielen für 1860 München) und 1983/84 Emanuel Günther und Wolfgang Schüler (49 in 38 Spielen für den Karlsruher SC), doch nach 32 Spielen hatten beide Angriffspaare weniger Tore auf dem Konto (44 beziehungsweise 43) als die Kölner Kollegen.

Der 1. FC Köln torgefährlich wie noch nie

Kaum verwunderlich, dass sich der FC vor allem bei seiner Offensive bedanken darf, wenn es um den Aufstieg in die Bundesliga geht: Kein Team schießt in dieser Saison mehr Tore als die „Geißböcke“ – der SC Paderborn hat als nächstbester Angriff neun Treffer weniger erzielt. Auch historisch liegt der erste Meister der Bundesliga-Geschichte weit vorn: Mehr Tore nach 32 Spieltagen erzielten in der Zweitliga-Historie nur fünf Mannschaften, zuletzt gelang das 2001/02 Hannover 96 (84). Dem FC gelang in seinen acht kompletten Zweitliga-Spielzeiten derweil ein solcher Sturmlauf noch nie: Der Bestwert der Rheinländer stammt aus der Saison 1999/2000, als die von Ewald Lienen trainierte Mannschaft mit 68 erzielten Toren den Aufstieg in die Bundesliga feiern durfte.

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„Es ist kaum in Worte zu fassen“, sprach FC-Torwart Timo Horn nach dem erreichten Saisonziel, das der Club bereits im Sommer anvisierte, von „emotionalen Momenten“ – vor allem für die Spieler, die den Schritt in die 2. Bundesliga mitgegangen seien. „Wir haben es geschafft, den Erwartungen gerecht zu werden. Es bedeutet mir unheimlich viel, wieder in der Bundesliga zu spielen. Wir haben heute auch gespielt wie ein Aufsteiger“, erklärte der 26-Jährige, der bisher seine komplette Karriere bei den Kölnern verbrachte. „Mer sin widder do“ (Wir sind wieder da) – das stand auf den Shirts, die die Spieler bei den Feierlichkeiten nach der Partie trugen. Der 1. FC Köln ist wahrlich wieder da – zurück in der Bundesliga dank seiner überragenden Offensive.

Dieser Text erschien zuerst auf bundesliga.de.

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