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Nachspiel

Aufstieg in Fürth: Jhon Cordoba krönt seine Saison

Der effzeh schlägt die Spielvereinigung Greuther Fürth mit 4:0. Trainerdebütant Andre Pawlak traf in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel richtige Entscheidungen. Der Aufstieg ist dem effzeh nach einem souveränen Auftritt nicht mehr zu nehmen. Im Mittelpunkt des Spiels stand Angreifer Jhon Cordoba. Unser Nachspiel.

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Als Schiedsrichter Guido Winkmann die Partie nach 90 Minuten beendete, war es vollbracht: Der effzeh kehrt zurück in die Bundesliga! Mit dem 4:0-Auswärtssieg in Fürth machte das Team auch die Meisterschaft der zweiten Liga perfekt. Die Unruhe um Wolfgang Bosbach, Armin Veh, die Entlassung von Markus Anfang und die Installation von André Pawlak als neuem Cheftrainer wirkte sich nicht negativ auf das Team aus. Im Gegenteil.

Pawlak nahm ideale Anpassungen vor. Er ließ mit einer Viererkette und echten Außenverteidigern spielen, vor denen er zwei offensive Flügelspieler postierte. Marco Höger spielte als Sechser, Johannes Geis blieb draußen. Louis Schaub und Dominick Drexler stellten im zentralen Mittelfeld nach einigen Wochen ihre Klasse wieder unter Beweis, Jhon Cordoba überragte als Stürmer. Pawlak rückte von der unter Markus Anfang exzessiv betriebenen Manndeckung ab und ließ das Team raumorientierter verteidigen. Vor allem ließ er die Spieler aber auf ihren normalen Positionen auflaufen.

Pawlaks Umstellungen fruchten – Cordoba überragt

Die Spieler dankten es Pawlak mit einem der souveränsten Spiele der Saison. Sie blieben über 90 Minuten hoch konzentriert und erledigten sachlich die Aufgaben, die Pawlak und sein Co-Trainer Manfred Schmid ihnen erteilten. Die Mannschaft spielte souveräner, verlor weniger Bälle, wirkte sicherer und zeigte kaum Fehleranfälligkeit. Sie rief verschiedene Varianten im Pressing ab und zwang den, zugegebenermaßen äußerst schwachen Gegner, zu zahlreichen Fehlern. Anders als in den vergangenen Wochen sprangen daraus nicht nur hochkarätige Chancen heraus, sondern auch vier Tore.

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Drei dieser vier Tore erzielte Jhon Cordoba. Der Kolumbianer überragte auf dem Platz. Er bewegte sich schlau, war physisch nicht zu kontrollieren und überzeugte in seiner Rolle als einziger Kölner Stürmer. Mit seinen Saisontreffern 18, 19 und 20 (seinem zweiten Dreierpack in der laufenden Saison) rehabilitierte sich Cordoba endgültig für die abgelaufene Saison, in der er als teuerster Flop der Vereinsgeschichte galt. Es ist vermutlich der größte Verdienst von Markus Anfang, den 25-jährigen in die Spur bekommen zu haben. So zweifelhaft die Zweitligasaison insgesamt auch teilweise verlaufen sein mag, schlussendlich ist der Aufstieg hochverdient – und mit Cordoba schoss der richtige Spieler den effzeh zurück in die erste Liga. Auch wenn sein Kompagnon Simon Terodde in der laufenden Saison acht Treffer mehr erzielte.

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Wie geht es beim effzeh weiter?

„Es sind emotionale Momente für die Jungs, die nach dem Abstieg geblieben sind“, erklärte Keeper Timo Horn nach Schlusspfiff. „Es ist kaum in Worte zu fassen, wir haben es geschafft, den Erwartungen nach einem Jahr in der zweiten Liga gerecht zu werden. Vor allem so ein Spiel zu liefern, wie ein Aufsteiger, das ist ein wichtiges Zeichen auch an die Konkurrenz“, freute sich der Schlussmann über das erreichte Ziel.

Als Konkurrenz konnte das Kleeblatt am Montag jedoch nicht gelten – der Gegner gab eher Rätsel auf. Allerdings nicht dem effzeh, sondern dem eigenen Anhang. Das Team aus Fürth präsentierte sich in schlimmer Verfassung. Abgesehen von Keeper Sascha Burchert bot es wenig, was an deutsches Profiniveau erinnerte. Regelmäßig ließ sich das Team defensiv ausspielen sowie den eigenen Torwart im Stich und offensiv brachte es nichts Zählbares zustande. Die Stellungsfehler von Marco Caligiuri bei zwei Treffern Jhon Cordobas waren auf Slapstick-Niveau angesiedelt. Aufgrund der Schwäche der Franken kann das Spiel für den effzeh daher, bei allem Respekt, nicht als ernstzunehmender Gradmesser für die Zukunft gelten.

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Diese muss der effzeh jetzt planen. Die nötige Planungssicherheit besitzen Sportchef Armin Veh und Kaderplaner Frank Aehlig nun. Was sie vorhaben, ist jedoch unklar. Wer coacht das Team in der neuen Saison? Bleibt André Pawlak als Cheftrainer? Welche Spieler werden hinzugekauft? Welche Spieler werden abgegeben (der Kader umfasst jetzt schon rund 30 Spieler)? Wie werden Nachwuchsspieler integriert? Welches sportliche Konzept verfolgt der effzeh in den nächsten Jahren?

Veh und Aehlig müssen diese Fragen nun beantworten. Der Vertrag des Geschäftsführers endet 2020, bisher konnte Veh sich nicht mit Nachdruck für eine Vertragsverlängerung empfehlen. Der Aufstieg war nichts weiter als Pflichterfüllung. Die richtig entscheidende Aufgabe steht nun mit der Rückkehr in die Bundesliga erst an.

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