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Analyse

Meré, Özcan und Guirassy: Eine Zweitliga-Spielzeit als Sprungbrett?!

Im Spiel gegen Schalke zeigten drei junge Spieler des 1. FC Köln ihr Potenzial: Meré, Özcan und Guirassy sind aktuell Leistungsträger bei den „Geißböcken“.

COLOGNE, GERMANY - OCTOBER 31: Salih Oezcan of Koeln controls the ball during the DFB Cup match between 1. FC Koeln and FC Schalke 04 at RheinEnergieStadion on October 31, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Lukas Schulze/Getty Images
Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Der 1. FC Köln muss für sich definieren, was er sein möchte: Ein Verein, der zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga pendelt, eine sogenannte Fahrstuhlmannschaft? Oder aber ein regelmäßiger Teilnehmer im europäischen Wettbewerb? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Wie man es als großer Traditionsverein macht, sich mit nachhaltig guten sportlichen Leistungen wieder in der Bundesliga zu etablieren, demonstriert gerade Eintracht Frankfurt. Auch wenn die Transferpolitik mit vielen ausgeliehenen Spielern zu Beginn für Skepsis sorgte, hat sie mittlerweile die Kritiker verstummen lassen: Der DFB-Pokalsieg und die aktuelle Saison sind Auszeichnung genug für Sportdirektor Fredi Bobic, der insbesondere darauf setzt, junge, entwicklungsfähige Spieler zu leihen oder zu kaufen, um diese dann mit großen Gewinn weiterzutransferieren.

Ein ähnliches Modell könnte auch für den 1. FC Köln interessant werden, da nicht alle guten Spieler, egal welches Potenzial sie haben, auf ewig in Köln bleiben möchten, weil die Lebensqualität in dieser Stadt so hoch ist. Auch im aktuellen Kader stehen analog zum Zweitliga-Jahr 2013/2014, das im Aufstieg mündete, talentierte junge Spieler, die nach den turbulenten letzten Jahren in dieser Spielzeit hoffentlich endgültig zu bestimmenden Figuren werden können. Gegen Schalke rückten vor diese Spieler mit Individualleistungen ins Rampenlicht. Inwieweit diese jetzt für einen langfristigen Trend stehen, wissen wir auch nicht – auffallend waren sie allerdings schon.

Drei Spieler für den Ausbildungsverein

Und wenn man bedenkt, dass Jorge Meré, Salih Özcan und Serhou Guirassy alle noch unter 23 sind und ihren Entwicklungsprozess noch längst nicht abgeschlossen haben, kann man sich nur wünschen, dass sie diese Saison dazu nutzen, zu Leistungsträgern heranzuwachsen und damit wichtige Rollen beim 1. FC Köln einnehmen. Wenn der Wiederaufstieg gelingen sollte, braucht es ein gutes Konstrukt mit der nötigen Mischung aus jungen Kräften und arrivierteren Spielern. Beim Aufstieg 2014 waren Kevin Wimmer, Timo Horn, Yannick Gerhardt und Anthony Ujah, die die (Spiel-)Zeit in der 2. Bundesliga zur individuellen Entwicklung nutzen und danach zum Teil für teures Geld verkauft wurden. Realistisch betrachtet muss dies auch das Ansinnen bei den drei aktuellen Spielern sein, wenn der 1. FC Köln dem erstrebenswerten Status als Ausbildungsverein in der Bundesliga nachkommen möchte.

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Jorge Meré – Gewachsen an seinen Aufgaben

Der mittlerweile 21-jährige Meré zeigte gegen S04 eine extrem starke Partie und war in der Defensive stärkster Kölner. Der Spanier überzeugte insbesondere durch seine Spielintelligenz, die es ihm auffallend oft erlaubte, Situation frühzeitig zu antizipieren und damit Zweikampf und Ball zu gewinnen. Aber auch in der Luft zeigte sich der Spanier souverän und erledigte seine Aufgabe komplett zufriedenstellend. Seine besondere Stärken, die ihn in Zukunft für potente Abnehmer interessant machen können, liegen aber speziell im Spiel mit dem Ball.

Der Kapitän der spanischen U21-Nationalmannschaft ist ein Freund des Spielgeräts und kann dieses mit einem oder höchstens zwei Ballkontakten zu seinem Mitspieler weitergeben. Dass er auch seinen linken Fuß zum Passen benutzen kann, verschafft ihm Vorteile anderen Spielern gegenüber, die vielleicht einen Kontakt mehr brauchen – Meré hingegen erledigt diese Aufgabe meist sehr souverän und konnte gegen S04 sogar teilweise in offensiven Eins-gegen-Eins-Situationen seine Ballfertigkeit unter Beweis stellen. Er ist damit der erste Baustein, der für die Zukunft des effzeh wichtig werden könnte.

Auf der nächsten Seite: Zwei weitere Juwele – Salih Öczan und Sehrou Guirassy.

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