Folge uns
.

Video

FC-Stammtisch Talk mit Karl-Heinz Thielen: „Wir werden aufsteigen“

Der letzte FC-Stammtisch Talk in diesem Jahr beschäftigte sich mit der Hinrunde des 1. FC Köln, der Modeste-Verpflichtung und der Vereinspolitik. Zu Gast waren Karl-Heinz Thielen, Tobias Kaufmann und Thomas Reinscheid.

Beim letzten „FC-Stammtisch Talk“ im Kalenderjahr 2018 wurde wieder viel diskutiert. Moderator Ralf Friedrichs hatte effzeh-Legende Karl-Heinz Thielen, den effzeh-Medienchef Tobias Kaufmann und Thomas Reinscheid als Mitglied der effzeh.com-Chefredaktion eingeladen. Los ging es gleich mit einer klaren Aussage von einer effzeh-Legende: „Wir steigen auf, denn die anderen können nix!“ Schon bei seinem ersten Redebeitrag stellte Karl-Heinz Thielen klar, wie er die zweite Liga einschätzt. Das Spiel gegen Magdeburg sei der Beleg dafür gewesen: Selbst die guten Chancen nutzte die Mannschaft von Michael Oenning nicht, der effzeh dagegen schon. So verliefen viele Spiele und niemand wollte dem 78-jährigen da widersprechen. Alle am Tisch hoben dagegen die starke Verbesserung Jhon Cordobas hervor, der nicht mehr wiedererkennbar sei.

Zudem betonten die Gäste, dass der Mannschaft die Systemumstellung auf ein 3-3-2-2 enorm gut getan habe und sich das in den Ergebnissen auch widerspiegle. Das Spiel gegen Hamburg wurde als entscheidend für diese Entwicklung bewertet, da es seit der Niederlage im Norden besser liefe. Tobias Kaufmann unterstrich, dass Armin Veh Markus Anfang nicht in die Aufstellung oder das Spielsystem hereingeredet habe, sondern es zwischen beiden gemeinschaftlich zugehe. Thomas Reinscheid gab zu bedenken, man sei trotz des individuell enorm starken Kaders noch lange nicht am Ziel und habe bis zum HSV-Spiel oft durchwachsene Auftritte hingelegt. Thielen ging in der Debatte darauf ein, man solle Anfang generell nicht aufgrund von „Kölschtümelei“ in den Himmel heben, schließlich seien die meisten erfolgreichen effzeh-Trainer in der Vergangenheit gerade keine Kölner gewesen.

Karl-Heinz Thielen über den 1. FC Köln früher – und heute

Der zweite große Themenblock umfasste die Vereinspolitik. Auf Ralf Friedrichs‘ Frage zur von Vereinsseite überhöhten Erwartungshaltung relativierte Tobias Kaufmann unter anderem die Äußerungen des Vizepräsidenten Schumacher, der auf der Saisoneröffnung noch über Deals mit dem HSV bezüglich des Aufstiegs plauderte. Man dürfe das nicht überbewerten, da dort vor 50.000 euphorisierten Fans gesprochen wurde. Thomas Reinscheid konstatierte, die Erwartungshaltung sei in Köln grundsätzlich recht niedrig geworden, weshalb unter anderem der Text Marco Högers aus Fansicht nicht hundertprozentig nachvollziehbar sei. Karl-Heinz Thielen fügte hinzu, das Umfeld sei großartig und im Vergleich zu früher überragend. Er wünsche sich selbst jedes Mal im Stadion, nochmal auf dem Platz stehen zu können und in diesem Stadion vor 50.000 Zuschauern aufzulaufen. Der 78-jährige betonte, die Fans seien niemals eine Belastung, sondern ein anspornender Faktor.

Auch interessant
Der 1. FC Köln nach der Hinrunde: Komplett auf Kurs dank Kurskorrektur

Auch die Mitgliederversammlung und der Umgang mit Fans wurde thematisiert. Auf die schroffen Beleidigungen Armin Vehs angesprochen, antwortete der Medienchef des 1. FC Köln, Vehs Aussage über den Mitgliederrat sei „nicht so dramatisch“ gewesen, so etwas müsse man im Fußball aushalten. Kaufmann betonte zudem, dass sich die „Vorstand raus“-Rufe gehäuft hätten, nachdem der Verein Regressforderungen wegen der Vorfälle beim Mönchengladbach-Heimspiel gestellt hatte. Darauf erwiderte Thomas Reinscheid, dies sei bei weitem nicht der einzige Anlass gewesen, schließlich sei die Forderung nach Ablösung des Vorstands spätestens seit Herbst 2017 eine bekannte Position der Fanszene. Es seien bei weitem nicht alle vorstandskritischen Mitglieder Ultras und die dahingehenden Behauptungen von Vereinsseite seien verfälschend.

Modeste-Transfer und die 70-Jahre-Gala

Karl-Heinz Thielen brachte danach seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Anthony Modeste wieder beim effzeh spielen wird – der sportliche Wert des Spielers sei überragend und mindestens für die erste Liga unverzichtbar. Allerdings sei kein Wechsel Modestes bislang reibungslos abgelaufen. Tobias Kaufmann betonte erneut, der effzeh sei nicht verfahrensbeteiligt und es gebe keinen neuen Stand. Aktuell liege alles in der Hand des zuständigen Gerichts und man warte die Urteilsbegründung ab.

Auf die jüngste Kritik Dirk Lottners an der Inszenierung auf der Gala angesprochen, antwortete Kaufmann, er habe das alles überhaupt nicht so negativ wahrgenommen. Zudem sei alles mit der heißen Nadel gestrickt worden, als die Rechtsabteilung des Vereins grünes Licht für die Verpflichtung gegeben habe. Thielen antwortete darauf, er hätte es vermutlich genauso gemacht. Er persönlich sei allerdings enttäuscht davon gewesen, dass er als ehemaliger Hauptverantwortlicher die Ehrung der Doublesieger nicht selbst hatte durchführen dürfen.

Mir ist das zu kompliziert. Wir können aufsteigen, wir müssen aufsteigen, wir werden aufsteigen

Abschließend nahmen die Gäste nochmals Bezug auf die sportliche Situation. Thomas Reinscheid betonte erneut, dass die 16 Rückrundenspiele im neuen Jahr kein Selbstläufer seien. Wenn die Mannschaft allerdings das aktuelle Selbstvertrauen beibehalten könne, hoffe er auf eine sorgenfreie erste Jahreshälfte 2019. Karl-Heinz Thielen sagte zu allem nur: „Mir ist das zu kompliziert. Wir können aufsteigen, wir müssen aufsteigen, wir werden aufsteigen.“ Dieser Einschätzung wollte auch Tobias Kaufmann nicht widersprechen. Damit verabschiedete Moderator Ralf Friedrichs seine Gäste und das Publikum in die Weihnachtstage.

Den „FC-Stammtisch Talk“ könnt ihr euch oben in voller Länge noch einmal anschauen!

Mehr aus Video

.