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Meinung

Der 1. FC Köln nach der Hinrunde: Komplett auf Kurs dank Kurskorrektur

Die Hälfte der Zweitliga-Spielzeit liegt hinter dem 1. FC Köln. Trotz so mancher Irrfahrt liegen die „Geißböcke“ komplett auf Kurs, was das Saisonziel anbetrifft.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 17: Simon Terodde of Cologne (L) celebrates scoring the 3:0 goal with Rafael Czichos of Cologne during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FC Magdeburg at RheinEnergieStadion on December 17, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)
Foto: Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Eines der nebensächlicheren Probleme, die eine Zugehörigkeit in der 2. Bundesliga mit sich bringt, ist die Tatsache, dass der Abschluss der Hinrunde nicht gleichbedeutend mit dem Jahresabschluss ist. Statt nach dem 17. Spieltag einen Cut zu machen und die Teams in die verdiente Winterpause zu schicken, hängen die Ligaplaner noch den einen oder anderen Termin hinten dran.

Den inneren Fußball-Monk in mir macht das unruhig – und führt auch bei der schreibenden Zunft zu zahlreichen Flüchtigkeitsfehlern. Immerhin: Beim letzten Aufstieg des 1. FC Köln brachte uns diese Unsitte die wunderschöne österreichische Wortschöpfung „Winterkönig“ näher, nachdem sich die „Geißböcke“ in einem spektakulären Derby bei Fortuna Düsseldorf diesen Titel unter den Weihnachtsbaum legten.

Hervorragende Ausgangslage im Aufstiegsrennen

Das wäre auch noch 2018 möglich, wenngleich der effzeh dafür auf Schützenhilfe angewiesen ist: Der Hamburger SV zieht ähnlich souverän seine Kreise in der 2. Bundesliga und ist seit dem Sieg im direkten Aufeinandertreffen der absoluten Aufstiegsfavoriten nicht gewillt, den Spitzenplatz zu räumen. Die Herbstmeisterschaft ging also in den hohen Norden, die Winterkönige könnten aus dem Rheinland kommen. Während es für den einstigen Bundesliga-Dino zu Holstein Kiel geht, bekommt es der 1. FC Köln vor den eigenen Fans mit dem VfL Bochum zu tun.

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Eine spannende Ausgangslage um die Tabellenführung zum Jahresabschluss – und die Möglichkeit, die hervorragend anmutende Situation im Rennen um die direkte Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs noch einmal auszubauen. Bereits jetzt hat die Mannschaft von Trainer Markus Anfang, die derzeit bei fünf Siegen in Serie steht, fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger Union Berlin und St. Pauli.

Hamburg-Niederlage als Initialzündung

Vor allem die letzten beiden Fakten sorgen nach der Hälfte der Zweitliga-Spielzeit für Zufriedenheit im effzeh-Lager. Der ambitionierte Absteiger ist komplett auf Kurs, was die Mission direkter Wiederaufstieg anbetrifft. Möglich gemacht hat dies vermutlich die bittere Niederlage im Spitzenspiel beim HSV, als es nach blutleerer Vorstellung kurz vor Schluss noch den entscheidenden Gegentreffer setzte. Aber es scheint, als wäre der Verlust der Spitzenposition im Volksparkstadion ein reinigendes Gewitter für die kölsche Fußballseele zur richtigen Zeit gewesen.

COLOGNE, GERMANY - SEPTEMBER 25: Simon Terodde of Koeln celebrates after scoring his teams second goal during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Ingolstadt 04 at RheinEnergieStadion on September 25, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Die Bilanz seither lässt sich sehen: Fünf Spiele, fünf Siege, 21:2 Gegentore. Die Anfang-Elf ist ins Rollen gekommen, was neben der Einsicht, dass es in der 2. Bundesliga wohl doch nicht von ganz alleine läuft, auch an einer auffälligen Kurskorrektur lag. Die Systemänderung auf eine Dreierkette in der Defensive und einen Doppelsturm vorne setzte das richtige Zeichen. Mehr Durchschlagskraft im Angriff, eine bessere Absicherung in der Rückwärtsbewegung: Die Jungs mit dem Geißbock auf der Brust sind derzeit nicht zu stoppen.

Bundesliga, der 1. FC Köln kommt zurück!

So fällt trotz mancher Irrfahrt während der Hinrunde, als zunächst die Defensive vogelwild aufspielte und danach die Angriffsbemühungen lahmten, das Fazit positiv aus: Der 1. FC Köln erfüllt derzeit die Erwartungen und darf berechtigt von der Rückkehr in die Bundesliga träumen. Nur in zwei der bisherigen Aufstiegsjahre standen die „Geißböcke“ zur Halbzeit in der Saison besser da als in dieser Spielzeit. Da lässt es sich wohl auch verschmerzen, dass der Herbstmeistertitel an die Elbe ging. Die Vorzeichen stimmen für die Anfang-Elf: Bundesliga, der 1. FC Köln kommt zurück!

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