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Zwar kehren beim 1. FC Köln einige Leistungsträger zurück, doch die kurze Winterpause im WM-Jahr macht den Geißböcken das Leben schwer, prophezeit unser Analyst. 

Wenn man sich dieser Tage mit dem 1. FC Köln beschäftigt, kommt man nicht umhin, tatsächlich den Maßstab anzulegen und zu schauen, ob und wie es denn noch zum Klassenerhalt reichen könnte. Da werden die anstehenden 17 Spiele in Bezug auf die Siegeswahrscheinlichkeit des glorreichen 1. FC Köln untersucht, einigen Rückkehrern wird dabei eine überragende Form zugeschrieben, obwohl sie aus einer langen Verletzung kommen, die anstehenden Spieltage werden als „leichtes Auftaktprogramm“ eingeordnet, kurzum: Mit viel Idealismus und gutem Willen starten einige effzeh-Fans in die Rückrunde.

Die Pause scheint vielen dabei gutgetan zu haben, denn nach dem anstrengenden und intensiven Jahr 2017, in dem der effzeh so viele Spiele absolvierte wie lange nicht, konnte man schon etwas wie „effzeh-Verdrossenheit“ feststellen – viele Misserfolge, Kapriolen auf der Führungsebene und die Trennung von einem über lange Jahre sehr beliebten Trainer. Gegen Ende des vergangenen Jahres war es da wohl hilfreich, ein wenig Abstand zu gewinnen und neue Kräfte für das anstehende Halbjahr zu sammeln – einfach dürfte das schließlich ebenfalls nicht werden.

Ob man wollte oder nicht: Eine leicht trotzige Aufbruchstimmung schien sich vielerorts dann doch breitzumachen: Man kann natürlich nur spekulieren, ob es an der Ankunft des neuen Geschäftsführers Sport Armin Veh gelegen hat oder an den markigen Worten von Trainer Stefan Ruthenbeck, der betont optimistisch in die Rückserie startet. „Wenn die anderen schwächeln, müssen wir da sein. Vier, fünf Siege in Serie – das hat es alles schon gegeben“, ließ der 45-Jährige zum Beispiel verlauten.

Auf einmal „Luxusprobleme“ beim 1. FC Köln

Im Vorgriff auf das Derby gegen Mönchengladbach kann man derweil in der einschlägigen Kölner Sportpresse lesen, dass Ruthenbeck im Vergleich zur Vorrunde auf einmal, was die Kaderauswahl angeht, die „Qual der Wahl“ habe. Bei einem Sportmagazin aus Nürnberg attestiert man dem Trainer des 1. FC Köln im neuen Jahr gar schon „Luxusprobleme“ – schließlich seien einige Spieler zurückgekehrt, darunter Nationalspieler Jonas Hector und Offensivmann Simon Zoller. Und ja: Mit Härtefällen wird durchaus zu rechnen sein, da die Spieler der jungen Garde, die Ruthenbeck vor Weihnachten in den Kader berief, nach wie vor im Training der Bundesliga-Mannschaft mitmischen dürfen. Luxus sieht aber doch etwas anders aus.

Neben diesen rein personellen Aspekten gab es allerdings auch sportliche Gründe, die die „Vorfreude“ auf die Rückrunde bei einigen ansteigen ließen: Offenbar beflügelt durch den triumphalen Gewinn des Winter-Cups in Bielefeld scheinen einige, die es sehr gut mit dem 1. FC Köln meinen, nun bereit, die Erfahrungen aus der Hinrunde zu vergessen und frohen Mutes die kommenden 17 Spiele anzutreten. Nach der katastrophalen Hinrunde ist es natürlich legitim, sich über den Gewinn des Vorbereitungsturniers zu freuen. Ob aber ein 0:0-Remis gegen Berlin und ein 1:0-Erfolg gegen Arminia Bielefeld schon bedeuten, dass der 1. FC Köln für ein Rückrunden-Wunder bestens gerüstet ist?

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1 Kommentar

  1. Die Kritik an der Formulierung, der FC hätte „Luxusprobleme“, finde ich ganz richtig. Manche Spieler sind immer noch verletzt (Cordoba und Bittencourt) und die anderen Jungs, die wieder beim Training dabei sind, können entweder noch nicht richtig mittun (Risse und Maroh) oder stehen erst wieder ganz am Anfang, was Vollgas angeht (Hector, Höger usw.). Richtig auch, dass unser neuer Trainer bisher nur wenig Zeit hatte, mit der Mannschaft an den Defizits zu arbeiten. Von daher ist es ganz richtig zu sagen, dass es ein Wunder wäre, wenn die Mannschaft schon gegen Mönchengladbach top wäre oder später sogar die Liga halten würde.
    Aber dennoch, ich bin optimistisch und freue mich sehr auf die Rückrunde. Absolute Unterstützung für unser Team!
    Im Artikel ist rückblickend noch einmal – anscheinend bedauernd – von der „Trennung von einem über lange Jahre sehr beliebten Trainer“ die Rede (der, der jetzt als Biene Maja tätig ist). In Köln scheint dieser Mann noch tausend Leben zu haben. Auch in diesen Tagen geistert er durch die Kölner Medien, und sei es im x-ten Interview mit Anthony Modeste, auch ein Wiedergänger. Es wäre eine Riesenüberraschung, wenn Stefan Ruthenbeck durch seine Arbeit zeigen würde, dass mit unserer Mannschaft deutlich mehr los ist, als die Anhängerschaft unseres Ex-Trainers – diesen entschuldigend – uns immer glauben machen wollte.
    Ich bin sehr gespannt!