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Vorspiel

1. FC Köln muss in Mainz antreten: Den Aufwärtstrend bestätigen

Nach zwei guten Auftritten zuletzt wartet mit dem 1. FSV Mainz 05 eine schwierige Aufgabe auf den 1. FC Köln – die Heimmannschaft möchte endlich die guten Trainingsleistungen bestätigen.

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Kaum hat der 1. FC Köln den Heimsieg gegen den SC Paderborn analysiert, steht gleich die nächste Aufgabe ins Haus: Am Freitag reist der Tabellen-15. zu einem direkten Duell nach Mainz. Der dortige 1. FSV liegt mit einem Punkt weniger auf Rang 17, zuletzt verloren die Nullfünfer nach einer relativ uninspirierten Leistung mit 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Zuvor war der Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz ein Auswärtssieg in Paderborn gelungen. Durch die bisherige Bilanz von lediglich sechs Punkten aus acht Spielen ist bei den Mainzern schon ein wenig Druck auf dem Kessel, den der Trainer durch seine Äußerungen auf der Pressekonferenz zu verringern versuchte. „Die Leistung von Samstag hat uns angekotzt! Den größten Scheiß haben wir gespielt“, lautete sein Fazit im Rückblick auf das Spiel in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Die deutlichen Worte auf der Pressekonferenz zeigen, dass die Mainzer selbst ziemlich unzufrieden sind mit dem, was sie bisher in dieser Saison und speziell im letzten Spiel auf den Rasen gebracht haben. Doch Sandro Schwarz wäre nicht Sandro Schwarz, wenn er sich nicht gleich wieder vor seine Mannschaft stellen würde. „Wir dürfen nicht bei dieser Mannschaft jedes Mal grundsätzlich werden und ein Einstellungsproblem sehen – null komma null. Ich sehe sie jeden Tag im Training.“ Das Problem sei eher, dass sein Team die Trainingsleistungen an Spieltagen nicht auf den Platz bringe, was ihn jedoch nicht dazu bringen würde, an der Einstellung zu zweifeln. Ähnlich lautende Debatten gab es bereits vor kurzem rund um Borussia Dortmund.

Mainz läuft der guten Form aus dem Vorjahr hinterher

Den berühmten Faktor der Mentalität kann man zwar nicht wegdiskutieren, er ist aber auch gleichzeitig nicht das Allheilmittel, mit dem man jede fußballerische Krise erklären kann. Aktuell scheint es so, als wäre die vor der Saison gut verstärkte Mainzer Mannschaft nicht in der Lage, diejenigen Automatismen abzurufen, die in der letzten Saison noch zu einer Platzierung auf Rang 12 reichten. Von den bisherigen Neuzugängen, für die insgesamt etwa 20 Millionen Euro ausgegeben wurden, überzeugte bis dato nur Innenverteidiger Jeremiah St. Juste. Die Leistungsträger aus der vorherigen Saison, darunter Linksverteidiger Aaron Martin, Jean-Paul Boëtius und Moussa Niakhaté scheinen ihrer Form bisher eher hinterherzulaufen. Und der spektakulärste und torgefährlichste Spieler der Mainzer, Stürmer Jean-Philippe Mateta, fehlt derzeit mit einer Meniskusverletzung.

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Von daher ist es eine bei allen Gesetzmäßigkeiten des Fußballgeschäfts erwartbare Reaktion, dass sich die Medien nun auf Begriffe wie Einstellung und Mentalität beziehen – gerade weil die Leistungen nicht passen. Die Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Düsseldorf stieß den Spielern sogar selbst sauer auf, wie Torwart Robin Zentner nach der Partie am Mikrofon von SWR-Sport bekräftigte: „Wenn du zu zehn bist, darf keiner mehr stehen nach 90 Minuten. So wie wir aber nach dem Spiel rumgelaufen sind, hat man aber gesehen, dass noch was drin war – von daher war das zu wenig heute.“

Was plant Beierlorzer gegen Mainz?

Trainer Schwarz gab dann in der Pressekonferenz auch die Marschroute für das Köln-Spiel vor. „Am Freitag wollen wir den Beweis antreten, dass wir Vollstoff auf den Platz bekommen können, was wir unter der Woche trainieren“, kündigte er an. Nicht dabei mithelfen wird Edimilson Fernandes, der nach seiner Ampelkarte in Düsseldorf gesperrt fehlen wird. Ein Fragezeichen steht noch hinter Kapitän Danny Latza. Gerade im Mittelfeld stehen aber mit Alexandru Maxim und Levin Öztunali zwei spielstarke Alternativen bereit. „Es ist eigentlich eine spielstarke Mannschaft, aber das können sie momentan noch nicht so umsetzen“, befand auch FC-Trainer Beierlorzer, der den FSV dafür lobte, sich in der Bundesliga etabliert zu haben.

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Besonderes Augenmerk legte der Kölner Trainer auf die Wucht der beiden Mainzer Stürmer Onisiwo und Quaison, grundsätzlich seien die Mainzer eine „schwer zu bespielende Mannschaft“. Sein eigenes Team dürfte daher den Fokus darauf legen, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Die lagen in den letzten beiden Spielen darin, dass die Kompaktheit im Verteidigen sichergestellt war und die gegenseitige Unterstützung verhinderte, dass gegnerische Spieler viel Zeit am Ball hatten. Dadurch konnte der 1. FC Köln sowohl Schalke als auch Paderborn über weite Strecken der 180 Minuten aus beiden Partien vor Probleme stellen – gegen die Königsblauen gelang mit Glück noch ein Punkt, der Heimsieg gegen den SCP war mehr als verdient.

Wahrscheinlich keine Änderungen beim 1. FC Köln

Somit brachte sich der FC in eine vorteilhafte Position, wenngleich die Tabelle nach acht Spieltagen nur bedingt aussagekräftig ist – in jedem Fall wartet mit dem Duell gegen die Mainzer ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wie so oft Kleinigkeiten für die Entscheidung sorgen könnten. Wenn man die Kölner Stärken mit den Mainzer Schwächen übereinanderlegt, fällt auf, dass die Gastgeber am kommenden Freitag besonders darauf achten müssen, Standardsituationen und Flanken gut zu verteidigen – der 1. FC Köln hat bereits fünf Tore auf diese Art und Weise erzielt, während die Mainzer genau damit Probleme haben. Das allein dürfte jedoch nicht dafür ausreichen, dass Beierlorzer mit Cordoba oder Modeste wieder einen zweiten Stürmer in die Startelf beordert.

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Denn zuletzt hatte Louis Schaub auf der Zehner-Position seine Chance genutzt und mit zwei guten Auftritten (und sogar einem Kopfballtor gegen Paderborn) positiv auf sich aufmerksam gemacht. Gerade im Umschaltspiel nach vorne kann der Österreicher seine Stärken gut einbringen und die Verbindungen zu den beiden Sechsern Skhiri und Hector herstellen. Da auch Florian Kainz seine Verletzung überwunden zu haben scheint, dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass beim FC generell Veränderungen in der Startelf anstehen. Das würde bedeuten, dass Dominick Drexler und Jorge Meré zuerst auf der Bank Platz nehmen dürften.

Während die Mainzer darum kämpfen, die guten Trainingsleistungen auch ins Spiel herüber zu transportieren, möchte der FC laut Beierlorzer eine „Serie starten“ – für den Freitagabend ist unter Flutlicht in Mainz auf jeden Fall ein intensives Spiel zu erwarten, in dem höchstwahrscheinlich nicht viele Tore fallen werden.

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