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Zeitnahe Entscheidung: Die Zukunft von Armin Veh beim 1. FC Köln ist fraglich

Verlängert er seinen Vertrag oder verlässt er den 1. FC Köln? Die Zukunft von Armin Veh bei den „Geißböcken“ ist längst noch nicht geklärt, erste mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt.

FREIBURG IM BREISGAU, GERMANY - AUGUST 31: Armin Veh, Sporting Director of FC Koeln looks on prior to the Bundesliga match between Sport-Club Freiburg and 1. FC Koeln at Schwarzwald-Stadion on August 31, 2019 in Freiburg im Breisgau, Germany. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)
Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Eigentlich hätte Achim Beierlorzer gar nicht antworten zu brauchen, denn seine Mimik und Gestik sprach Bände. Mit einem deutlichen Kopfschütteln reagierte der Trainer des 1. FC Köln auf die Nachfrage, ob die Zukunft von FC-Sportgeschäftsführer Armin Veh derzeit ein Thema für ihn sei. „Es tut mir leid, wenn ich das so sage, aber es interessiert mich einfach nicht“, erklärte der 51-Jährige auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem wichtigem Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 (Freitag, 20.30 Uhr). Seine volle Konzentration gelte den anstehenden Aufgaben – Pokal beim 1. FC Saarbrücken sowie das heiß ersehnte Derby bei Fortuna Düsseldorf inklusive.

Dennoch: Die Diskussion um Armin Veh ist bei den „Geißböcken“ spätestens seit dem Montag wieder voll entbrannt. „Wir werden zeitnah entscheiden, wie es weitergeht“, betonte der ehemalige Meistertrainer des VfB Stuttgart bei seinem Auftritt in der „Sky“-Talksendung „Wontorra on Tour“ und vermied abermals sowohl ein deutliches Statement zu seinen Zukunftsplänen als auch ein klares Bekenntnis zum Verein: „Ich bin seit 30 Jahren in diesem Geschäft an vorderster Front. Die entscheidende Frage für mich ist nun: Möchte ich weitermachen oder möchte ich etwas anderes machen oder einfach eine Pause machen“, gab sich Veh einmal mehr unentschieden, ob er seinen Vertrag in Köln verlängern möchte oder nicht.

Neuer Vorstand umgarnt den Sportchef

Bis zum Sommer ist er noch an den Bundesliga-Aufsteiger gebunden – Gespräche über eine Verlängerung seines Kontrakts sollten nach der Wahl des neuen FC-Vorstands Anfang September starten. Doch übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist an dieser Front bis auf ein erstes zögerliches Beschnuppern der Entscheider noch nicht allzu viel geschehen. Dabei hatte sich das Präsidium um den neuen Vorstand Werner Wolf bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung als auch danach weit aus dem Fenster gelehnt, um den mitunter als störrisch geltenden Veh zu umgarnen.

„Wir wollen mit Armin Veh verlängern. Er hat viele Dinge richtig gemacht und ich bin ein großer Freund von Kontinuität.“

„Wir wollen mit Armin Veh verlängern. Er hat viele Dinge richtig gemacht und ich bin ein großer Freund von Kontinuität“, unterstrich Wolf beispielsweise in einem „Sky“-Interview beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Gerade die Situation mit einem neuen Vorstand und den internen Querelen in der jüngsten Vergangenheit, an denen Veh alles andere als unbeteiligt war, hatten Gespräche über einen neuen Vertrag für den Kölner Sportchef, der seit Dezember 2017 die Geschicke der „Geißböcke“ leitet, hinausgezögert.

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Immer wieder hatte sich der gebürtige Augsburger Entscheidungsfreiheit in seinem Ressort erbeten, sich auch öffentlich für seine Position stark gemacht und dabei weder den offenen Konflikt mit Kontrollgremien noch dem damaligen Präsidenten Werner Spinner gescheut. Einen weiteren Verbleib, so heißt es, mache Veh auch von den Strukturen hinter den Kulissen abhängig. „Wir sind im Fußball-Bereich mit reichlich Experten aufgestellt“, sagte der gebürtige Augsburger im Gespräch bei „Wontorra on tour“ und machte wiederholt klar: „Wichtig ist, dass die, die Verantwortung tragen, auch das Sagen haben. Ich habe die Verantwortung, werde im Zweifel entlassen, also entscheide ich auch.“

Arabi, Heldt & Co.: Spekulationen um möglichen Nachfolger

Für den Verein kocht das Thema allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt hoch: In den vergangenen Wochen hatte sich der FC nach schwierigem Saisonstart berappelt, dem verdienten Remis auf Schalke im Heimspiel gegen Paderborn den ersten Erfolg im eigenen Stadion folgen lassen. Dieser sportliche Aufschwung, der die „Geißböcke“ auf einen Nichtabstiegsplatz geführt hatte, wird also zunächst einmal nicht für Ruhe im Verein sorgen können – denn mit der Debatte um die Veh-Zukunft ist ein wichtiger Nebenkriegsschauplatz erneut eröffnet worden.

BIELEFELD, GERMANY - OCTOBER 21: Sports director Samir Arabi of Bielefeld smiles prior to the Second Bundesliga match between DSC Arminia Bielefeld and Hamburger SV at Schueco Arena on October 21, 2019 in Bielefeld, Germany. (Photo by Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images)

Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Wenig überraschend schossen schnell Spekulationen um einen möglichen Nachfolger aus dem Boden: Der „kicker“ brachte Bielefelds Samir Arabi ins Gespräch, Horst Heldt zeigte am vergangenen Wochenende Präsenz im Müngersdorfer Stadion und der Name Erik Stoffelshaus (ehemals Lokomotive Moskau) wabert bereits seit Monaten rund ums Geißbockheim. Ob sich der 1. FC Köln allerdings überhaupt über jemanden bemühen muss, der im Sommer auf Armin Veh folgen wird, oder ob der erfahrene Sportchef nicht doch weitermacht, ist längst noch nicht geklärt. Die Tendenz allerdings, so ist zwischen den Zeilen zu vernehmen, gehe beim gebürtigen Augsburger Richtung Abschied.

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Eine zeitnahe Entscheidung über die Zukunft auf dem Posten des Sportgeschäftsführer zu forcieren, scheint aber nicht nur deshalb geboten zu sein: Zwar ist der Club auch bei einem nahenden Abschied Vehs noch handlungsfähig, da er seinen jetzigen Vertrag bis Sommer in jedem Fall erfüllen will, doch für die mittelfristigen Planungen bei den „Geißböcken“ muss alsbald Klarheit herrschen. Damit die komplette Konzentration rund um den FC voll und ganz auf den anstehenden Aufgaben liegen kann.

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