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Experteninterview über Dimitris Limnios: „Er kommt zur richtigen Zeit in die Bundesliga zum 1. FC Köln“

Dimitris Limnios heißt der neue Hoffnungsträger, der die Offensive des 1. FC Köln beleben soll. Wir sprechen mit einem PAOK-Experten über den Neuzugang, der aus Thessaloniki ans Geißbockheim wechselt.

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Foto: imago images/Richard Wareham

Dimitris Limnios – das ist der Name des neuen Hoffnungsträgers beim 1. FC Köln. Für etwas mehr als drei Millionen Euro kommt der griechische Nationalspieler von PAOK zu den „Geißböcken“, der 22 Jahre alte Außenstürmer unterschreibt beim dreimaligen Deutschen Meister einen Vierjahresvertrag. Für den Rechtsfuß mit brasilianischen Wurzeln ist es nach zwei Jahren in Thessaloniki der nächste Karriereschritt, für den FC nach der Verpflichtung von Ron-Robert Zieler sowie den Verpflichtungen von Sebastian Andersson, Ondrej Duda und Tolu Arokodare der nächste externe Neuzugang für die anstehende Saison.

Doch wer ist Limnios, der in der Vergangenheit auch von Fenerbahce Istanbul, Borussia Mönchengladbach und der AS Monaco umworben gewesen soll, überhaupt – und was kann der Neuzugang dem 1. FC Köln sportlich bringen? Welchen Spielertyp haben die „Geißböcke“ überhaupt verpflichtet? Darüber sprechen wir in unserem Experteninterview mit dem kanadisch-griechischen PAOK-Fan George Lavasidis, der auf Twitter einen vom Verein unabhängig englischsprachigen Newsfeed über den Verein betreibt.

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Herr Lavasidis, der 1. FC Köln hat sich Dimitris Limnios von PAOK gesichert – Medienberichten zufolge für eine Ablösesumme rund um drei Millionen Euro. Ein guter Deal für beide Seiten?

Ja, das glaube ich tatsächlich. Limnios galt immer als eines der größten griechischen Talente, durchlief sämtliche Jugendnationalmannschaft des Landes. Gerade erst hat er die A-Nationalmannschaft beim 2:1-Sieg gegen den Kosovo zur Führung geschossen und galt bei vielen griechischen Fans auf Twitter als der beste Spieler auf dem Platz. Und auch wenn viele PAOK-Anhänger denken, dass die Ablöse für Limnios etwas zu niedrig ist: Realistisch betrachtet ist es ein guter Preis, wenn man sich anschaut, für welches Geld andere griechische Spieler ins Ausland gewechselt sind.

Wie ist grundsätzlich die Reaktion der PAOK-Fans auf Limnios‘ Abgang in die deutsche Bundesliga zum 1. FC Köln?

Der Großteil ist glücklich, dass ein griechischer Fußballer für seine Leistungen mit einem Wechsel zu einem Bundesliga-Verein belohnt wird. Die Erfahrungen, die Limnios beim 1. FC Köln sammeln wird, können sich nur positiv auf seine Entwicklung auswirken. Und das sollte auch der griechischen Nationalmannschaft zugutekommen.

Limnios wechselte 2018 von Atromitos Athen zu PAOK. Welchen Eindruck hat er in den zwei Jahren bei den Schwarz-Weißen hinterlassen?

Einen äußerst positiven. Er ist ziemlich gut am Ball, schnell auf den Füßen bei Kontern sowie darüber hinaus ein guter Kerl auf und neben dem Platz. Nachdem PAOK 2019 das Double geholt hatte, scheint aber der Druck und die Erwartungshaltung rund um den Verein zu groß für einige Spieler, darunter auch Limnios, gewesen zu sein. Zuletzt wirkte es, als spiele er bei der Nationalmannschaft deutlich befreiter auf als noch im Verein.

„Limnios ist ein ruhiger Typ, der auf dem Boden geblieben ist und stets hart arbeitet. Gerade mit dieser Arbeitseinstellung sollte er gut nach Deutschland passen und sich weiterentwickeln können.“

Grundsätzlich ist der griechische Fußball in Deutschland bei den Fußballfans nicht allzu sehr im Fokus. Welchen Spieler, welchen Typen haben wir uns mit Limnios an Bord geholt?

In meinen Augen kommt er zur richtigen Zeit nach Deutschland. Limnios hat für sein junges Alter bereits viel Erfahrung. Er erlebte bei PAOK den Gewinn der Meisterschaft und erlebte, wie schwierig es ist, diesen Erfolg zu untermauern. Mit all dem Druck, der in Griechenland damit einhergeht. Grundsätzlich ist Limnios ein ruhiger Typ, der auf dem Boden geblieben ist und stets hart arbeitet. Gerade mit dieser Arbeitseinstellung sollte er gut nach Deutschland passen und sich weiterentwickeln können.

Bosnia's Ermin Bicakcic vies with Greece's Dimitris Limnios (up) during the Euro 2020 Group J qualification football match between Greece and Bosnia-Herzegovina at the OACA Spyros Louis stadium in Athens on October 15, 2019. (Photo by ARIS MESSINIS / AFP) (Photo by ARIS MESSINIS/AFP via Getty Images)

Foto: ARIS MESSINIS/AFP via Getty Images

Was sind denn seine Stärken, wo muss er sich verbessern? Ist er bereits auf Bundesliga-Niveau unterwegs?

In meinen Augen braucht Limnios noch ein bisschen Zeit, um als Stammspieler bereit für die Bundesliga zu sein. Ich habe es im Gefühl, dass er die Fans mit seiner Geschwindigkeit überraschen kann und besonders als Einwechselspieler viel Energie auf den Platz bringen kann. Wenn er weiter hart an sich arbeitet, dann bin ich überzeugt, dass Limnios in der Bundesliga beim 1. FC Köln eine gute Rolle spielen kann. Ich sehe ähnliches Potenzial wie bei Linksverteidiger Konstantinos Stafylidis (Anm.d.Red.: spielt derzeit für die TSG Hoffenheim), der auch von PAOK in die Bundesliga wechselte.

„Zusammen haben Limnios und der FC die Chance, gemeinsam Entwicklungsschritte nach vorne zu machen. Und ich bin überzeugt: Er wird euer Trikot mit großem Stolz tragen!“

Im vergangenen Winter gab es um Limnios noch Gerüchte, er habe das Interesse von Vereinen wie Fenerbahce Istanbul, Borussia Mönchengladbach oder der AS Monaco auf sich gezogen. Nun geht es für ihn zu einem sportlich eher kleineren Club – was ist da passiert?

Es ist schwierig zu sagen, was in der Vergangenheit mit anderen Offerten passiert ist und warum ein Wechsel zu den genannten Clubs nicht geklappt hat. Für meinen Geschmack bin ich froh, dass Limnios sich einem Verein wie dem 1. FC Köln anschließt und nicht beispielsweise Bayern München. Zusammen haben Limnios und der FC die Chance, gemeinsam Entwicklungsschritte nach vorne zu machen. Und ich bin überzeugt: Er wird euer Trikot mit großem Stolz tragen!

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Über unseren Interviewpartner: In Kanada mit griechischen Wurzeln geboren entwickelt George Lavasidis während seiner Kindheit in Thessaloniki seine Liebe zu PAOK. Auch nach der Rückkehr nach Kanada bleibt der heute 51-Jährige seinem Verein treu und berichtet mittlerweile auf dem Twitter-Account PAOK Newsfeed auf Englisch über die Schwarz-Weißen.

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