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Meinung

Der neue starke Mann beim 1. FC Köln: Ist Armin Veh der neue Volker Finke?

Der neue Sportchef Armin Veh erinnert in einigen Bereichen stark an den Sportdirektor der Jahre 2011 und 2012, Volker Finke –  aber nicht in allen. Ein Kommentar zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den beiden, die aus der Trainer- in die Geschäftsführerrolle wechselten.

MUNICH, GERMANY - DECEMBER 13: Sport Director of Koeln Armin Veh gives an interview prior the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and 1. FC Koeln at Allianz Arena on December 13, 2017 in Munich, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Seit Dezember heißt der neue starke Mann beim 1. FC Köln Armin Veh. In einigen Bereichen erinnert  der Trainerroutinier stark an den ehemaligen Kölner Sportdirektor Volker Finke –  aber längst nicht in allen. Ein Blick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Quereinsteigern.

Wie schnell in Köln ein flapsiger Spruch zum Bumerang werden kann, erlebte Armin Veh am vergangenen Wochenende. Mit einem Lächeln auf den Lippen proklamierte der Sportgeschäftsführer des 1. FC Köln auf der Pressekonferenz, dass Trainer Stefan Ruthenbeck nie die Mannschaft aufstelle, die er ins Rennen schicken würde. Prompt witterten die Medien einen vermeintlichen Affront des routinierten Meistertrainer von 2007 gegenüber dem derzeitigen Chefcoach der „Geißböcke“. Ein Sturm im Wasserglas, den im Nachgang sowohl Veh als auch Ruthenbeck locker wegmoderierten.

„Ich sehe nicht alle Einheiten, darum ist es für mich einfacher. Ich darf es beurteilen wie ein Fan oder Zuschauer. Der Trainer erläutert mir Gedankengänge, die ich dann immer nachvollziehen kann. Da kann ich in meinem hohen Alter noch was lernen“, ergänzte Veh auf der Pressekonferenz. So manchen befremdete es, dass der medienerfahrene effzeh-Sportchef einen derartigen Ton anschlug. „Man sollte nicht alles immer so ernst nehmen“, betonte Veh im „Sportbuzzer“-Interview: „Vielleicht muss man mich hier erst ein wenig kennenlernen. Mir sind diese Pressekonferenzen immer viel zu trocken. Da muss der eine oder andere Spaß doch erlaubt sein.“

Vom Trainer Veh zum Geschäftsführer Veh

Doch auch Veh scheint in Köln und seinem hyper-aufgeregten Umfeld noch ankommen zu müssen: Nach 27 Jahren als hauptverantwortlicher Trainer füllt der gebürtige Augsburger am Geißbockheim eine Rolle aus, die er bislang nur beim VfL Wolfsburg für kurze Zeit innehatte. Erstmals arbeite er in einer Konstellation mit einem Fußballlehrer, der die alleinige Entscheidungsgewalt über Auf- und Einstellung der Mannschaft besitzt, während sich Veh mehr um das große Ganze im sportlichen Bereich kümmert.

Ich glaube, dass es für einen Trainer leichter ist, wenn der Sportdirektor selbst Trainer war. Denn ein Trainer weiß Dinge, die ein Sportdirektor, der kein Trainer war, nicht weiß. Ich weiß, was ein Trainer erwartet, beziehungsweise, was man ihm nicht aufbürden sollte.

Schon bei seiner Amtsübernahme Anfang Dezember war spekuliert worden, dass eine Zusammenarbeit zwischen dem erfahrenen Umsteiger und dem Bundesliga-Neuling Ruthenbeck schwierig werden könnte, zumal der 1. FC Köln Gerüchten zufolge Veh zunächst für den Posten an der Seitenlinie angefragt hatte. Eine Sichtweise, der der Ex-Trainer wenig abgewinnen kann: „Letztlich geht es darum, wie wir beide – der Trainer und ich – miteinander umgehen. Ich glaube sogar, dass es für einen Trainer leichter ist, wenn der Sportdirektor selbst Trainer war. Denn ein Trainer weiß Dinge, die ein Sportdirektor, der kein Trainer war, nicht weiß. Ich weiß, was ein Trainer erwartet, beziehungsweise, was man ihm nicht aufbürden sollte“, betont der 57-Jährige.

Der 1. FC Köln ist ein gebranntes Kind

Die Bürde des Abstiegskampfes ist schließlich schon groß genug für Ruthenbeck und Co., die Ausgangslage mit lediglich drei Zählern aus 14 Spielen ist mit desaströs noch freundlich umschrieben. Die Situation hat sich zwar nicht deutlich geändert, doch vom Klassenerhalt träumen die effzeh-Fans immer noch. Ebenso davon, dass Ruthenbeck auch in der kommenden Saison noch die Verantwortung trägt. Um die Zukunft des derzeitigen effzeh-Trainers rankten sich bereits seit dem starken Start in die Rückrunde Spekulationen, ob es sogar bei einem realistischen Abstieg in die 2. Bundesliga mit ihm weitergehen würde.

MUNICH, GERMANY - DECEMBER 13: Stefan Ruthenbeck Head Coach of 1. FC Koeln (L) and Sport Director Armin Veh talk prior the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and 1. FC Koeln at Allianz Arena on December 13, 2017 in Munich, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Da wirkten Vehs flapsig formulierte Sätze schließlich wie Brandbeschleuniger, wenngleich sie sicherlich nicht so gemeint waren. Beide Seiten bemühten sich selbst im direkten Vorlauf des Leipzig-Spiels noch um Schadensbegrenzung. Doch das Umfeld bei den „Geißböcken“ ist ein gebranntes Kind, war es in Köln schon einmal der Fall, dass ein Geschäftsführer einem Trainer in dessen Arbeit hineinredete. Die Ära von Volker Finke, die letztlich im völlig vermeidbaren Abstieg 2012 mündete, ist rund um das Geißbockheim noch einigen Beobachtern präsent.

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