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Analyse

Zusammenbruch in Paderborn: Es fehlt an „grinta“ beim 1. FC Köln

2:0 geführt, am Ende 2:3 verloren – der 1. FC Köln schenkt gegen den SC Paderborn den Sieg in der Schlussphase denkbar einfach her. Wir analysieren die Niederlage.

Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Nächster Rückschlag für den 1. FC Köln im Aufstiegsrennen: Nach den Niederlagen gegen Bochum und Union Berlin unterlag die Mannschaft von Trainer Markus Anfang am Freitagabend zum Auftakt des 22. Spieltags mit 2:3 (1:0). Von den 21 Spielen, die der effzeh bis dato absolviert hat, gingen schon sechs verloren – das ist mittlerweile zu viel für den Verein, der mit großen Ambitionen in die Saison gestartet war. Der Abstand auf die unmittelbaren Verfolger ist dahin, maximal zwei Punkte trennen die Kölner, die hinter dem HSV (44 Punkte) und den „Eisernen“ (40 Punkten) auf Plaz drei rangieren, von ihren Verfolgern aus Heidenheim, St. Pauli – und eben Paderborn.

Die Ostwestfalen gewannen am Freitag auch das zweite Spiel in dieser Saison gegen den Bundesliga-Absteiger aus der Domstadt: Das Hinspiel entschieden sie mit 5:3 für sich, nachdem beim Stand von 3:3 Jonas Hector des Feldes verwiesen wurde und am Ende noch die beiden Siegtreffer für den SCP fielen. Das Rückspiel sollte vom Verlauf her eine Parallele bieten: Als es 2:2 stand, flog beim Gast aus Köln Florian Kainz mit der Gelb-Roten Karte vom Feld, danach fiel noch der Siegtreffer der Paderborner durch Ritter. Dass der Aufsteiger aus der 3. Liga offensivstark ist, wurde im Vorfeld der Partie ausgiebig beleuchtet – zusammen mit dem effzeh stellt die Mannschaft von Steffen Baumgart mittlerweile mit 53 Treffern den besten Angriff. Von daher rückte Markus Anfang auf Kölner Seite auf der Pressekonferenz vor dem Spiel auch die Art und Weise des Verteidigens in den Fokus, weil er bereits ahnte, dass es zu vielen Torchancen kommen würde.

Parallelen zum Hinspiel, Passqualität und gelbe Karten

Dass sein Team innerhalb von zwölf Minuten ein 2:0 hergeben und das Spiel deswegen am Ende verlieren würde, konnte er da allerdings noch nicht wissen. Denn eigentlich lief bis zur Schlussphase alles für den 1. FC Köln, der in der identischen Startaufstellung wie beim überzeugenden Heimsieg gegen St. Pauli angetreten war. Zugegeben: Die Führung täuschte über einige Unzulänglichkeiten hinweg, die die „Geißböcke“ in diesem Spiel demonstrierten. Mit einer Passquote von 65 Prozent erfolgreichen Anspielen erreichte der effzeh einen der schlechtesten Werte in dieser Saison, der Prozentsatz an langen Bällen war überdurchschnittlich hoch. Auch wenn die Paderborner hoch pressten: Die Passqualität beim effzeh war an diesem Tag unterdurchschnittlich. Viele Anspiele im Aufbauspiel waren schlichtweg nicht genau genug oder angemessen temperiert.

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Zu allem Überfluss musste beispielsweise Kainz Schlimmeres verhindern, als Timo Horn zu Anfang der zweite Hälfte einen zu kurzen Pass auf ihn spielte, den Paderborn abfangen konnte.Zudem unterliefen dem 1. FC Köln zu viele Fouls – insbesondere rund um den eigenen Sechzehner. Markus Anfang sah sich deswegen gezwungen, so sagte er es zumindest auf der Pressekonferenz, auf die Vielzahl an gelben Karten zu reagieren – Benno Schmitz wurde in der Pause gelb-rot-gefährdet ausgetauscht, für ihn kam Sobiech. Später verließen auch Terodde (ihn ersetzte Modeste) und Czichos, der gegen Sörensen getauscht wurde, jeweils gelb-vorbelastet das Feld.

Paderborn spielt die Schwächen des 1. FC Köln an

Was das Spielerische anbetrifft, muss man dem SC Paderborn ein Kompliment machen: Der Aufsteiger ließ durch hohe Intensität und ein konsequentes, wenn auch nicht immer gutes Umschaltspiel nicht zu, dass der effzeh seine Dominanz ausstrahlen konnte. Insbesondere die von Kainz und Clemens verwaisten Räume in der Rückwärtsbewegung bespielte Paderborn immer wieder durch seine spielintelligenten und schnellen Offensivspieler Pröger und Tekpetey, die diese Spielfeldbereiche bewusst ansteuerten und von dort aus Gegenbewegungen initiierten. Präzision und Entscheidungsfindung unter Druck verhinderten jedoch, dass die Gastgeber daraus mehr Kapital schlagen konnten.

Auf der nächsten Seite: Der Spielverlauf und die Gründe für die Niederlage.

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