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Müngersdorf

3:0-Heimsieg des 1. FC Köln gegen Magdeburg: Seriös durch die Tür gegangen

Die Pflichtaufgabe zum Abschluss der Hinrunde hat der 1. FC Köln souverän erfüllt. Der 3:0-Heimsieg gegen Magdeburg ist der fünfte Erfolg in Serie und zeigt: Die „Geißböcke“ sind auf Kurs!

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 17: Jhon Cordoba of Cologne (L) celebrates scoring the 1:0 goal during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FC Magdeburg at RheinEnergieStadion on December 17, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)
Foto: Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Freude und Schmerz zugleich empfand Simon Terodde, als Schiedsrichter Tobias Stieler das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg abpfiff. Mit 3:0 (1:0) hatte der 1. FC Köln die Pflichtaufgabe gegen den Aufsteiger souverän gelöst und feierte den fünften Sieg in Folge. Den Schlusspunkt auf einen verdienten, wenngleich eher erkämpften denn erspielten Erfolg setzte Terodde praktisch mit dem Schlusspfiff.

Während die effzeh-Fans noch „Et Trömmelche“ sangen, musste der Torjäger noch den Schmerz abschütteln, denn der Kölner Angreifer hatte erst die Hereingabe von Dominick Drexler über die Linie gedrückt und dann nicht gerade zärtlichen Kontakt zum Torgestänge aufgenommen. Sein 21. Saisontreffer zum Abschluss der Hinrunde – vermutlich der schmerzhafteste für Terodde. „Als Stürmer muss man dorthin gehen, wo es weh tut. Das war in diesem Fall so – und daher nehme ich das Tor gerne mit“, gab der 30-Jährige nach der Partie mit einem Lächeln im Gesicht zu Protokoll.

„Bein ausgestreckt, Körper angespannt und den Pfosten mitgenommen“

Nicht ganz sicher sei er sich gewesen, ob Drexlers Pass auf den an der Abseitskante lauternden Stoßstürmer nicht auch von alleine ins Tor gegangen wäre. „Sonst wäre ich womöglich weggeblieben“, betonte Terodde. So gab es für ihn beim 3:0 aber nur ein Motto: „Bein ausgestreckt, Körper angespannt und dann den Pfosten mitgenommen“, schildert Kölns Torjäger vom Dienst die Szenerie rund um den abschließenden Treffer, der einen Arbeitssieg für den effzeh abrundete.

Das Spiel geht jetzt nicht in die Geschichtsbücher ein, hat die Zuschauer auch nicht von den Sitzen gerissen, aber am Ende der Hinrunde war es noch einmal wichtig, die drei Punkte mitzunehmen.

„Das Spiel geht jetzt nicht in die Geschichtsbücher ein, hat die Zuschauer auch nicht von den Sitzen gerissen, aber am Ende der Hinrunde war es noch einmal wichtig, die drei Punkte mitzunehmen. Und das haben wir heute gemacht“, unterstrich Terodde die Bedeutung des fünften Siegs in Serie für die „Geißböcke“. Es war wahrlich kein Festival des Fußballs, das der effzeh bei Temperaturen knapp über null Grad bot. Gegen aufmüpfige Außenseiter war das Team von Trainer Markus Anfang, der wieder auf Kapitän Jonas Hector und Mittelfeld-Routinier Marco Höger setzen konnte, zwar stark in die Partie gekommen, musste sich aber lange dem energischen Auftritt der Magdeburger widersetzen.

Cordoba belohnt sich für starke Leistung

Denn nachdem der äußerst auffällige Jhon Cordoba und Dominick Drexler die ersten Möglichkeiten für die Kölner vergaben, kämpfte sich der Tabellenvorletzte aus Sachsen-Anhalt zunehmend besser in die Partie. Und hätte Marcel Risse nicht eine Rigobert-Song-Gedächtnisgrätsche ausgepackt, wären die Gäste wohl nach zehn Minuten in Führung gegangen. Mit laufintensivem Pressing und der notwendigen Aggressivität schnürte der FCM, unterstützt von einem hervorragend aufgelegten Gästeblock, dem Aufstiegsfavoriten aus Köln die Luft ab, konnte sich aber darüber hinaus keine nennenswerten Gelegenheiten erspielen.

Das galt allerdings auch für den effzeh, der insbesondere im Spielaufbau mitunter ziemlich ratlos wirkte. Dennoch konnten die „Geißböcke“ noch vor der Pause die Führung bejubeln: Höger nutzte den sich bietenden Freiraum für einen schicken Flugball auf den in den Sechzehner durchgestarteten Drexler. Der scheiterte zunächst an Magdeburgs Keeper Brunst, auch Terodde hatte im Nachsetzen das Nachsehen. Doch Jhon Cordoba stand goldrichtig und staubte zum 1:0 für die Jungs mit dem Geißbock auf der Brust ab. Ein wichtiger Treffer gegen bis dato durchaus gleichwertige Gäste, die sich danach mühten, aber ohne Durchschlagskraft blieben.

Drexler sorgt für Vorentscheidung direkt nach dem Seitenwechsel

Nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel folgte dann auch der endgültige Knockout für den abstiegsbedrohten Europapokal-Sieger von 1974: Brunst konnte eine Kölner Flanke nicht aus der Gefahrenzone bringen, Drexler nutzte die Verwirrung zu einer Kopfballbogenlampe, die über alle Magdeburger Verteidiger hinweg ins Tor flog. 2:0 effzeh – die Vorentscheidung einer danach zweckmäßig geführten Partie. Während sich die Gäste mit zunehmend nachlassender Kraft gegen die Niederlage stemmten, spielten die „Geißböcke“ die Begegnung routiniert zu Ende. „Seriös durch die Tür gehen“, wie es einst Karl-Heinz Rummenigge so formschön formulierte.

Ballsicher, lauf- und zweikampfstark, kein größeres Risiko: Die Devise der restlichen Spielzeit war völlig klar und aufs Ergebnis-Verwalten beschränkt. Doch der effzeh hätte durchaus höher gewinnen können, spielte sich gegen den 1. FCM einige Chancen heraus: Hector blieb nach starkem Pass von Abwehrchef Rafael Czichos an Keeper Brunst hängen, Cordoba scheiterte mit einem sehenswerten Distanzschuss ebenso wie Top-Torjäger Simon Terodde, der aus spitzem Winkel mit einem Lupfer nur die Latte traf.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 17: Simon Terodde of Cologne scores the 3:0 goal during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FC Magdeburg at RheinEnergieStadion on December 17, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)

Foto: Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Doch als alle schon mit dem Abpfiff rechnete, schlug der treffsicherste Angreifer der 2. Bundesliga doch noch zu: Risse schickte Drexler auf die Reise, der den Ball in hohem Bogen am herausstürmenden Brunst vorbeibrachte. Der Rest ist aus Sicht von Simon Terodde Schmerz und Freude beim sage und schreibe 21. Saisontreffer des Angreifers. „Ein Stürmer nimmt die Tore natürlich gerne mit. Und weil wir oben stehen, ist das ein schöner Bonus“, sagt Kölns Goalgetter mit Blick auf seine beeindruckende Bilanz.

Gegen Bochum das halbe Dutzend voll machen

„Das ist für mich auch verwunderlich, das ist ein sehr, sehr guter Lauf. Das macht einen schon stolz, auch weil wir uns oben etwas haben absetzen können“, betont Terodde. Das zeigt die Tabelle nach 17 Spieltagen sehr deutlich: Mit dem fünften Sieg in Folge schraubt der 1. FC Köln sein Punktekonto zum Abschluss der Hinrunde auf 36 Zähler, liegt mit einem Punkt Rückstand auf Herbstmeister Hamburg und fünf Zählern Vorsprung auf die Verfolger Union Berlin und St. Pauli auf Kurs Wiederaufstieg.

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Die Marschroute für den kommenden Freitag, wenn der VfL Bochum zu Gast in Müngersdorf sein wird, ist für Simon Terodde völlig klar: „Wir haben nach dem schlechten Spiel in Hamburg eine super Serie hingelegt. Überzeugend gewonnen, viele Tore geschossen, hinten nie viel zugelassen. Das ist der Grundstein, dann haben wir immer die Qualität, Spiele zu gewinnen. Das haben wir eindrucksvoll getan und wollen am Freitag den sechsten Sieg. Dann können wir in Ruhe Weihnachten feiern.“

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