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Trotz der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund muss sich der 1. FC Köln nicht grämen: Es war eine Willensleistung der „Geißböcke“, die Mut macht, allerdings auch Probleme offenbarte.

In der Nachspielzeit stand noch einmal das gesamte Publikum im Müngersdorfer Stadion auf: Mit dem Mute der Verzweiflung peitschten die Anhänger des 1. FC Köln ihr Team nach vorne, um gegen Borussia Dortmund doch noch den ersten Rückschlag in der anvisierten Aufholjagd im Abstiegskampf zu verhindern. Auch die Mannschaft warf alles in die Waagschale, doch nach mehr als 90 intensiven Minuten stand eine 2:3-Niederlage gegen den BVB für die „Geißböcke“ zu Buche.

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Mehr als 90 intensive Minuten, in denen der effzeh den favorisierten Gästen einen tollen Kampf geliefert und zweimal einen Rückstand egalisiert hatte. Mehr als 90 intensive Minuten, in denen der effzeh zeigte, dass er im Abstiegskampf weiter fest an sich glaubt und auch die notwendigen Mittel hat. Mehr als 90 intensive Minuten, in denen auch die Fans bewiesen, als 12. Mann hinter ihrer Mannschaft zu stehen. Umso geknickter wirkten die Gemüter nach dem Abpfiff, als jedem klar wurde, dass sich der 1. FC Köln für einen couragierten Auftritt nicht belohnt hatte.

Hector: „Wir müssen die dummen Fehler abstellen“

„Natürlich ist man erst einmal enttäuscht, dass man keine Punkte mitnehmen konnte. Wir sind zweimal zurückgekommen und haben ein sehr, sehr gutes Spiel abgeliefert, aber die Enttäuschung ist derzeit etwas größer“, betonte Innenverteidiger Dominique Heintz, der eine der prägenden Figuren der Partie war: Vor dem 1:1 sorgte seine Balleroberung, sein Antritt und sein Schuss für die Initialzündung zu Zollers Ausgleichstreffer. Vor dem 1:2 durch Batshuayi, das nur wenige Augenblicke später fiel, stand er wieder im Fokus, als er den langen Ball von BVB-Keeper Roman Bürki nicht klären konnte.

„Wir müssen die dummen Fehler abstellen, um aus solchen Spielen etwas mitzunehmen. Wir haben über weite Strecken eine gute Partie gezeigt. Wenn du in einem solchen Spiel zweimal zurückkommst und das Ding dann zweimal wieder aus der Hand gibst, ist das einfach enttäuschend.“

Ein Makel, der sich an diesem Abend durch die Mannschaft zog – die 2:3-Niederlage hatte sich das Team durch individuelle Aussetzer in der Defensive letztlich selber zuzuschreiben. „Wir müssen die dummen Fehler abstellen, um aus solchen Spielen etwas mitzunehmen“, analysierte auch Nationalspieler Jonas Hector, der gegen den BVB abermals als Kapitän auflief, die Gründe für die bittere Pleite. „Wir haben über weite Strecken eine gute Partie gezeigt. Wenn du in einem solchen Spiel zweimal zurückkommst und das Ding dann zweimal wieder aus der Hand gibst, ist das einfach enttäuschend.“

Vor dem Schürrle-Knockout: Mitgerissen von der eigenen Euphorie

Gerade vor dem 2:3 war es offensichtlich, dass sich das Team zu sehr von der Atmosphäre, von der Situation, von der Gunst der Stunde mitreißen ließ. Im Anschluss an einen eigenen Freistoß fing sich der effzeh einen Fünf-auf-Eins-Konter, den Schürrle letztlich mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze eiskalt bestrafte. „Dass wir die Gegentore zu leicht kassieren, hat heute den Ausschlag gegeben. Wir werden im eigenen Stadion nach einem Standard von uns ausgekontert, das ist uns selten passiert“, war Dominique Heintz nach diesem bitteren Abschluss einer starken Partie konsterniert.

COLOGNE, GERMANY - FEBRUARY 02: (Left) AndrŽ SchŸrrle of Dortmund shoots the ball past Timo Horn of Cologne to score the third goal during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Borussia Dortmund at RheinEnergieStadion on February 2, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

„Aber es ist klar: Du kommst zweimal zurück, alles ist euphorisch und du willst dann ein drittes Tor machen, weil Siege uns derzeit natürlich mehr helfen als ein Unentschieden. Im Endeffekt hätten wir lieber den Punkt mitgenommen, aber wir waren nah dran am Sieg. Umso bitterer, dass du kurz vor Schluss so einen Konter kriegst – das tut doppelt weh“, betont der Innenverteidiger des 1. FC Köln – und erhält Bestätigung von seinem Trainer. „Wenn es am Ende 3:3 ausgeht, kann sich niemand beschweren. Wir wollen diese Endspiele, wir spielen auf Sieg. Da ist immer die Gefahr, dass du die Kontrolle im Spiel verlierst – das hatten wir heute ein paar Mal“, analysierte effzeh-Coach Stefan Ruthenbeck im Anschluss an das Spiel.

Der 1. FC Köln hat sich noch längst nicht aufgegeben

Dass sein Team sich bravourös geschlagen hat, dass es als Tabellenschlusslicht Borussia Dortmund einen couragierten Fight geliefert hat, dass trotz dreimaligem Rückstand sogar bis zur Schlusssekunde Chancen auf einen Punktgewinn gehabt hat – das alles macht Ruthenbeck Mut für die kommenden Aufgaben: „Dass wir heute auf Augenhöhe mit Borussia Dortmund agiert haben, ist für mich die Erkenntnis des Spiels. Im Hinspiel ist es noch 0:5 ausgegangen. Das war heute ein anderes Gesicht, die Mannschaft hat total dagegengehalten“, lobte der 45-Jährige seine Schützlinge, die gegen einen qualitativ starken Gegner Kampfgeist und Moral bewiesen hatten.

Ein Kompliment an unsere Fans: Wie sie uns anpeitschen, wie sie auch bei einem Rückstand aufstehen und versuchen, uns weiter Mut zu geben, tut uns richtig gut. Die Fans sehen, dass jeder alles investiert und keiner aufgibt!

Das kam auch bei den effzeh-Fans sehr gut an, die ihr Team trotz (oder gerade wegen?) der sportlich prekären Situation über 90 Minuten angefeuert hatten. Wie die Mannschaft war auch auf den Rängen zu spüren, dass auch Rückschläge diese Einstellung nicht zu brechen vermochten. Nicht nur deshalb setzte Dominique Heintz nach dem Spiel abermals zur Lobeshymne auf das Kölner Publikum an: „Wie jede Woche muss man ein Kompliment an die Fans machen. Wie sie uns anpeitschen, wie sie auch bei einem Rückstand aufstehen und versuchen, uns weiter Mut zu geben, tut uns richtig gut. Die Fans sehen, dass jeder alles investiert und keiner aufgibt!“

Applaus von den Fans – trotz Niederlage

Aufgeben – das kommt für die Mannschaft keinesfalls infrage, auch wenn die erste Niederlage im Kalenderjahr 2018 zweifelsfrei weh getan hat. „Was sollen wir uns jetzt verstecken? Wir müssen das Positive herausziehen. Die Leistungen stimmen über weite Strecken der Spiele“, sieht Jonas Hector auch nach diesem bitteren Rückschlag durchaus Gründe, erhobenen Hauptes vom Feld zu gehen. Das sah auch das Gros der Kölner Fans so, die trotz der 14. Niederlage im 21. Bundesliga-Spiel der Mannschaft aufmunternden Applaus spendete „Zesamme simmer stark“ – das Motto aus der effzeh-Hymne gilt im Abstiegskampf mehr denn je. Ein Versprechen, das auch Trainer Stefan Ruthenbeck gibt: „Ob Spieler oder Trainer: Wir sind jetzt niedergeschlagen, das tut weh. Wir werden aber morgen wieder aufstehen.“

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1 Kommentar

  1. Weiter mit Kampfgeist und Zuversicht – wird schon !!!
    Es war ein spannendes Spiel, das mindestens ein Unentschieden verdient hatte.

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