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Vorspiel

Heimspiel gegen SC Paderborn: Auftakt in eine heiße Phase

Nach der Länderspielpause empfängt der effzeh den Aufsteiger aus Paderborn. Ob der Aufstiegsfavorit auch gegen den offensivstarken SCP besteht?

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Die Länderspielpause ist vorbei, die Reisenden wohlbehalten zurück und der Kader hoffentlich voller Tatendrang – der 1. FC Köln startet mit dem Heimspiel gegen Paderborn nämlich in eine stressige Phase. Innerhalb von zwölf Tagen stehen vier Spiele auf dem Programm, danach wird bereits ein Viertel der Saison absolviert sein. Während an den ersten Spieltagen mit Bochum, Union Berlin und St. Pauli drei eher überdurchschnittlich gute Mannschaften auf den effzeh trafen, warten nun mit Paderborn und Sandhausen auf dem Papier zunächst einfachere Aufgaben, zumindest auf den ersten Blick. Nach den Partien gegen Ingolstadt und Bielefeld wird man dann mit Sicherheit sagen können, ob der effzeh seinen bis dato guten Saisonstart so ausbauen kann, dass man sich von Anfang an durchgängig an der Spitze etabliert.

Wie sehen die Protagonisten die nächsten Tage? Coach Anfang bezeichnete die anstehenden Aufgaben als „hohe Belastung“ und „Herausforderung“, Timo Horn erachtet die kommende Zeit als „intensiv“. Der Keeper ergänzte am Montag im Pressegespräch: „In den ersten vier Spielen in dieser Saison hat man schon gemerkt, dass die Mannschaften gegen uns einen extra Schub Motivation mit auf den Platz bringen. Spielerisch werden wir auf keine Mannschaft treffen, die uns überlegen ist. Trotzdem müssen wir immer fußballerische Basics wie Laufbereitschaft und Aggressivität an den Tagen legen.“

Beim 1. FC Köln sind wenig Änderungen zu erwarten

Um die Abläufe des Anfangschen Systems noch besser zu verinnerlichen, bestand für das Team die Möglichkeit, in der Länderspielpause gerade für diejenigen Spieler vermehrt Reize zu setzen, die bis dato über nicht allzu viel Einsatzzeit verfügten. Matthias Bader und Benno Schmitz sind mittlerweile wieder weitestgehend einsatzfähig und belastbar, beide gelten wieder als ernstzunehmende Alternativen für Marcel Risse. Auch Marco Höger ist mittlerweile wieder komplett bereit für Fußballspielen im Wettkampfmodus, weswegen die Alternativen für das Trainerteam schlagkräftiger geworden sind. Das ist sicherlich auch zum richtigen Zeitpunkt der Fall, da die psychischen und physischen Anforderungen in den kommenden Tagen etwas höher sein werden.

Foto: Thomas Eisenhuth/Getty Images

In welcher Besetzung der effzeh dann antritt, wird abzuwarten bleiben – erwartbar ist jedoch, dass es keine großartigen Veränderungen geben wird. Bis auf Marcel Risse und Benno Schmitz sind wohl alle Spieler fit, wie Markus Anfang bei der Pressekonferenz darlegte – deswegen wird es besonders auf der Position des Rechtsverteidigers spannend. Matthias Bader stünde für sein Zweitligadebüt bereit, aber auch der erfahrene Marco Höger wäre eine Option. In der Innenverteidigung ist es wahrscheinlich, dass Jorge Meré den Platz von Lasse Sobiech wieder einnimmt.

SC Paderborn: 90 Tore in der dritten Liga

Mit dem SC Paderborn, der unter der Leitung von Steffen Baumgart in der vergangenen Saison aus der Dritten Liga aufstieg, kommt eine Mannschaft nach Köln, die durchaus auch mit Offensivfußball den Erfolg zu finden versucht. Im Aufstiegsjahr erzielte der SCP 2,4 Tore pro Spiel. In der bisherigen Zweitligasaison scheint die Akklimatisierung bislang auch ganz gut anzulaufen zu sein, da Baumgarts Mannschaft in den letzten vier Partien (inklusive des Pokalspiels gegen Ingolstadt) jeweils zweimal treffen konnte. Gegenüber dem „kicker“ sagte Sportmanager Markus Krösche dazu: „Das ist die Art und Weise, wie wir spielen wollen. Wir können das auch nicht anders.“

Der Blog schwarzundblau.com beschäftigt sich seit fünf Jahren in Wort (hier entlang zum Podcast) und Schrift mit den Paderbornern. Blogger Stephan Simann sagte uns vor der Partie am Sonntag: „Das Phänomen, dass sich ein Aufsteiger gut in der 2. Bundesliga macht, ist nicht neu, demzufolge überrascht es auch niemanden, dass der SCP stabil in die Saison gestartet ist.“

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Simann freut sich auch über die forsche Herangehensweise des Trainers: „Schön ist dabei, dass Steffen Baumgart auch nach dem Aufstieg die offensive Ausrichtung beibehält. Zwar hat man im Sturm (noch) nicht das Niveau der abgelaufenen Spielzeit erreicht, aber der Sport-Club wird mit Sicherheit noch zeigen, wie man 2017/18 90 Tore in der 3. Liga schießen konnte. Ein wenig ärgerlich sind die zu einfach kassierten Gegentore, die einem das Gefühl geben, dass der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir in der Liga gut angekommen sind, uns in Zukunft noch besser schlagen werden und das Abstiegsgespenst endlich mal einen großen Bogen um Paderborn machen wird.“

Welchen Weg wählt Baumgart in Müngersdorf?

Für einen Aufsteiger ist dieser Weg sicherlich etwas ungewöhnlich und es wird interessant zu sehen sein, ob die Ostwestfalen in Müngersdorf versuchen, selbst Dominanz auszustrahlen oder den effzeh hoch zu attackieren. Denn dass das durchaus erfolgsversprechend sein kann, stellte vor einigen Wochen Union Berlin unter Beweis. Wenn die Ballzirkulation beim 1. FC Köln nicht flüssig laufen kann, eröffnen sich zwangsläufig Chancen für die andere Mannschaft, selbst gefährlich zu werden. Dass beim Aufstiegsfavoriten bisweilen die Mechanismen im Spiel ohne Ball nicht störungsfrei funktionieren, ist den Beteiligten durchaus bewusst.

Timo Horn dazu: „Wie schnell man zwei Gegentore kassieren kann, haben wir gegen St. Pauli erfahren. Und das kann dann auch durchaus anders ausgehen. Wir schießen nicht an jedem Wochenende fünf Tore“. Damit ist sicherlich nicht zu rechnen, genauso wenig auch, dass Simon Terodde am Sonntag seinen Torschnitt aus den vergangenen drei Partien aufrechterhalten kann. Doch klar ist: Der effzeh geht auch in dieser Partie als Favorit ins Spiel und muss gleichzeitig dafür sorgen, dass man nach der Länderspielpause wieder sofort da ist und liefert.

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