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Geißbockheim

Rückblick auf die Saison des 1. FC Köln (5): Der Veränderungsprozess geht weiter

Der 1. FC Köln quälte sich durch interne Debatten und Personalentscheidungen dem Saisonende entgegen – zwischendurch wurde das Saisonziel erreicht.

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

>>> Saisonrückblick (1): Top aufgestellt in der falschen Liga
>>> Saisonrückblick (2): Vorentscheidung bei der Mitgliederversammlung
>>> Saisonrückblick (3): Sportliche Pflichterfüllung ohne Kür
>>> Saisonrückblick (4): Spinners Abgang und viele interne Querelen

Mit einem beeindruckenden Zwischensprint hatte sich der 1. FC Köln im Frühjahr 2019 in eine gute Ausgangsposition geschossen, was die Rückkehr in die Bundesliga anbetraf. Mit sechs Siegen in Folge konnten die „Geißböcke“ ihre Position an der Tabellenspitze zementieren und gleichzeitig den Abstand auf die ärgsten Verfolger vergrößern. Unter den sechs Siegen in Folge waren durchaus beeindruckende Erfolge mit dem 5:1 gegen Bielefeld oder dem 4:0 gegen Kiel – beide Spiele gewann der effzeh in überzeugender Manier.

Auswärts tat sich der designierte Aufsteiger mit zwei eher knappen und wenig spektakulären Erfolgen eher schwer, wovon die Siege in Aue und Ingolstadt ein Zeugnis abgaben. Fragezeichen in Bezug auf die sportliche Leistungsfähigkeit der Mannschaften gab es dennoch, obwohl die Siegesserie die Kölner unter dem damaligen Trainer Markus Anfang in eine gute Position brachte, was die Erreichung des Saisonzieles anbetraf.

Auf dem Weg zurück in die Bundesliga

Durch zwei Tore von Dominick Drexler gewann der effzeh dann am 28. Spieltag das sechste Spiel in Folge, es sollte der letzte Erfolg unter Markus Anfangs Leitung sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tabellenführer aus der Domstadt zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang und Union Berlin, der Tabellenzweite aus Hamburg war bereits sieben distanziert. Eigentlich war auf dem Weg zurück in die Bundesliga also alles rosig für den 1. FC Köln – wären da nicht die folgenden drei Spiele gewesen.

Das Nachholspiel gegen den Tabellenletzten aus Duisburg endete mit 4:4, nachdem die Mannschaft um Kapitän Jonas Hector eine 4:2-Führung hergeschenkt hatte. Im darauffolgenden Heimspiel gegen den Verfolger aus Hamburg konnte der effzeh erneut nicht überzeugen und fing sich ebenfalls relativ spät den Ausgleich ein. Zwei unglückliche Ausrutscher, hätte man meinen können – das deutliche und vor allem hochverdiente 0:3 in Dresden ließ dann die Kritik an Mannschaft und Trainer berechtigterweise noch mehr wachsen.

Eine Entlassung zum ungewöhnlichen Zeitpunkt

Durch die gleichzeitig patzende Konkurrenz war die Lage aber nicht wirklich dramatisch – weder Union noch Hamburg oder einer der anderen Verfolger konnte dem effzeh in dieser Phase wirklich dicht auf die Pelle rücken. Deswegen wussten die Verantwortlichen am Geißbockheim, dass ein Sieg aus den verbleibenden Spielen vielleicht gar schon zum sicheren Aufstieg reichen sollte. Und als der Aufstiegsaspirant am 31. Spieltag zuhause mit 1:2 gegen Darmstadt 98 verlor, war das Maß für Geschäftsführer Armin Veh voll – nach der dritten Krise der Saison entschied er sich dazu, Markus Anfang und seine Co-Trainer Florian Junge und Tom Cichon von ihren Aufgaben zu entbinden.

Diese Entlassung sorgte in ganz Fußball-Deutschland für Aufsehen, stand der 1. FC Köln doch immer noch unangefochten an der Tabellenspitze. Weil sich aber immer wieder Negativspiralen durch die Saison zogen und auch das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainerteam nicht immer das beste war, entschloss Veh zu diesem ungewöhnlichen Schritt. „Bei einer Entscheidung muss man immer den Jetzt-Zustand beurteilen und ich versichere Ihnen: Ich wollte Markus nicht entlassen, so etwas macht keinen Spaß. Trotzdem bleibe ich dabei, dass die Entscheidung richtig war“, bekannte Veh einige Wochen später im Interview mit dem „Express“.

Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Seine Begründung lieferte er auch gleich nach: „Wir hatten noch drei Spiele, ich war mir sicher, dass wir noch mindestens eins davon gewinnen müssen. In der Stimmungslage, in der wir waren, gab es dafür keine Garantie.“ Diese Garantie erhoffte sich Veh dann durch die Inthronisierung eines Trainerduos bestehend aus André Pawlak und Manfred Schmid. Pawlak hatte zuvor den Aufschwung der U21, der letztlich zum souveränen Klassenerhalt reichte, verantwortet. Der Österreicher Schmid war im Februar als Chefscout zum 1. FC Köln zurückgekehrt und musste nun in seiner ehemaligen Funktion als Co-Trainer aushelfen.

Aufstieg in Fürth: Das Saisonziel des 1. FC Köln wird erreicht

Beide versuchten, der Mannschaft durch viele Gespräche und einfache Abläufe in Spiel und Training die Sicherheit zurückzugeben. Das erste Spiel unter der Ägide der beiden gelang mit einem 4:0-Auswärtssieg in Fürth, der aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz sogar schon zur sicheren Zweitliga-Meisterschaft reichte. Das gesteckte Ziel war erreicht, der Bundesliga-Aufstieg stand fest und somit war die Planungssicherheit für die kommende Saison gegeben.

Die Feierlichkeiten fielen hingegen eher wenig überschäumend aus: im Vergleich zum letzten Aufstieg im Jahr 2014 oder gar dem Europapokal-Einzug 2017 waren die Kölner Anhänger eher reserviert. Das änderte sich auch nur wenig sechs Tage später, als der Zweitliga-Meister aus der Domstadt im heimischen Stadion nach einer 3:5-Niederlage gegen Regensburg die Schale entgegennahm. Hier verabschiedeten Verein und Fans auch den langjährigen Kapitän Matthias Lehmann.

Auf der nächsten Seite: Die Weichenstellungen für die Zukunft beginnen

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