Folge uns
.

Interviews

Experten-Interview zu Neuzugang Matthias Bader: „Eine Bereicherung für den 1. FC Köln“

Ein Youngster für die rechte Abwehrseite: U20-Nationalspieler Matthias Bader kommt ablösefrei vom Karlsruher SC zum 1. FC Köln. Was uns beim Abwehrtalent erwartet, besprechen wir mit KSC-Fan Boris.

KARLSRUHE, GERMANY - MARCH 07: Matthias Bader (C) of Karlsruhe is challenged by Makana Baku (L) and Daniel Hagele of Grossaspach during the 3. Liga match between Karlsruher SC and SG Sonnenhof Grossaspach at Wildparkstadion on March 7, 2018 in Karlsruhe, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Ein Youngster für die rechte Abwehrseite: U20-Nationalspieler Matthias Bader kommt ablösefrei vom Karlsruher SC zum 1. FC Köln. Was uns beim Abwehrtalent erwartet, besprechen wir mit KSC-Fan Boris.

Einen U20-Nationalspieler ablösefrei verpflichten? Damit kann man eigentlich nichts falsch machen. Dachte sich auch der 1. FC Köln und sicherte sich die Dienste von Rechtsverteidiger Matthias Bader, der vor kurzem noch mit dem Karlsruher SC in der Relegation zur 2. Bundesliga um den Aufstieg kämpfte (und dabei an Erzgebirge Aue scheiterte). Der 20-jährige Neuzugang soll zusammen mit dem ebenfalls kürzlich erst verpflichteten Benno Schmitz um den Stammplatz auf der rechten defensiven Außenbahn kämpfen.

Da ihr vermutlich wie viele andere auch die 3. Liga eher wenig intensiv verfolgt habt, haben wir uns einen KSC-Experten ins Boot geholt, der uns einige Fragen zum Karlsruher Youngster beantwortet: Hat Matthias Bader das Zeug zur Überraschung beim 1. FC Köln? Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen des effzeh-Neuzugangs? Und was ist das KSC-Eigengewächs für ein Typ? All das beantwortet uns Boris, von Kindesbeinen an KSC-Fan und Betreiber des Karlsruher Twitter-Accounts GegengeradeKA.

>>> Matthias Bader: Ein Musterschüler aus dem Wildpark

Matthias Bader kommt ablösefrei aus Karlsruhe zum 1. FC Köln und verstärkt die rechte Defensivseite der effzeh-Abwehr. Nach dem knapp verpassten Aufstieg in der Relegation der zweite schwere Schlag für den KSC innerhalb kürzester Zeit?

Leider haben wir erneut in der Relegation den Kürzeren ziehen müssen. Allerdings muss man sagen: Dieses Mal fühlte es nicht so bescheiden an wie damals gegen den HSV, als wir auch kein Glück mit dem Schiedsrichter hatten. Da sind wir abgestiegen und so gut wie alle Spieler haben den Verein verlassen. Man stand vor dem Nichts. Dieses Mal steht man nicht vor dem Abgrund, sondern kann trotzdem auf eine starke Saison zurückblicken und kann von einem sehr starken Bündnis zwischen Fans und Spieler reden. Das einzige Problem wird der Etat sein, da der Verein nun kleine Brötchen backen muss. Der Kader wird verkleinert und die 2. Mannschaft wurde bereits abgemeldet, um Kosten zu sparen. Die Fernsehgelder in der 3. Liga sind da eher Kleingeld, verglichen mit der 1. und 2. Bundesliga.

Matze Bader war mit Kampf und Cleverness wichtiger Bestandteil unserer Abwehr, welche am Ende die beste der Liga war. Er hat sich unheimlich weiterentwickelt und hätte schon letzten Sommer wechseln können, nachdem er mit der U20-Nationalmannschaft bei der WM bereits auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Bader war bei Euch Stammspieler im KSC-Abwehrverbund. Wie wichtig war er für die Karlsruher Aufholjagd unter Alois Schwartz?

Zu Beginn der Saison haben wir ohne Ende Gegentore gefangen, man hatte im gesamtem Team keine Stabilität. Alois Schwarz war da der Knackpunkt, der beim Antritt seines Jobs die Abwehr komplett stabilisiert hat. Dazu gehört auch der junge Matze Bader, der mit Kampf und Cleverness wichtiger Bestandteil unserer Abwehr wurde, welche am Ende die beste der Liga war. Er hat sich unheimlich weiterentwickelt und hätte schon letzten Sommer wechseln können, nachdem er mit der U20-Nationalmannschaft bei der WM bereits auf sich aufmerksam gemacht hatte. Charakterlich ist er ein super Typ!

KARLSRUHE, GERMANY - MARCH 07: Matthias Bader of Karlsruhe holds the ball during the 3. Liga match between Karlsruher SC and SG Sonnenhof Grossaspach at Wildparkstadion on March 07, 2018 in Karlsruhe, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Da wir die 3. Liga ehrlich gesagt nicht ganz so akribisch verfolgt haben: Was erwartet uns für ein Spielertyp? Mit wem lässt er sich am ehesten vergleichen?

Matze ist wie gesagt ein junger Spieler, und schon sehr erfahren. Nicht nur im Profi-Kader des KSC hat er Erfahrung gesammelt, sondern auch in etlichen U-Nationalmannschaften, wo er unter anderem 2017 an der U20-WM teilnahm. Er ist ehrgeizig und hat taktisches Verständnis, was sich unter Alois Schwarz extrem weiterentwickelt hat. Bei seiner Qualität war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er in eine höhere Spielklasse wechselt, welche für ihn und seine Entwicklung sehr wichtig ist. Er hat viel Potenzial, und durch seine individuelle Art schwer mit jemandem zu vergleichen. Mit ihm hat der 1. FC Köln einen super Fang gemacht, hoffentlich wird er nicht irgendwie auf der Bank sitzen.

>>> Jonas Hector über Entscheidung für Köln: „Gefühl ist wichtiger als Geld“

Kein Tor, lediglich ein Assist: Das spricht nicht für einen offensivstarken Außenverteidiger. Was sind Baders Stärken, wo muss er sich verbessern?

Mit 20 Jahren hat er in der abgelaufenen Saison eine ziemlich konstante und gute Leistung gebracht, verlieh der KSC-Defensive Stabilität und scheute keinem Zweikampf. Die Bilanz lügt jedoch nicht: Im Offensivspiel könnte er sich verbessern, mit keinem Tor und nur einem Assist ist er letzte Saison kein torgefährlicher Spieler gewesen.

https://www.instagram.com/p/BjXHL5hFamX/?hl=de&taken-by=matzebader_

Außerhalb des Platzes schien er bei den KSC-Fans sehr beliebt zu sein. Stimmt dieser Eindruck oder täuscht das nur aufgrund der Abschiedssentimentalitäten?

Matthias ist sehr beliebt, das stimmt. Er ist ein KSC-Eigengewächs, ist Karlsruher durch und durch. Eigene Spieler sind immer sehr beliebt in der Stadt, das ist auch bei ehemaligen Spielern noch so (wie zum Beispiel bei Lars Stindl). Durch den Abschied wirkt das natürlich etwas intensiv, aber ich denke, das ist normal, wenn ein solcher Spieler nach sehr vielen Jahren den Verein verlässt.

Matze ist ein cooler Typ. Charakterlich und sportlich dürfte er eine Bereicherung für den Effzeh sein und ich kann mir gut vorstellen, dass er nach Köln passt. Er ist sehr motiviert, mehr zu erreichen und sich weiter zu entwickeln.

Insgesamt: Was für einen Typ haben uns da in die Mannschaft geholt? Passt er ins mitunter überdrehte Köln?

Insgesamt ist Matze ein cooler Typ. Charakterlich und sportlich dürfte er eine Bereicherung für den Effzeh sein und ich kann mir gut vorstellen, dass er nach Köln passt. Er ist sehr motiviert, mehr zu erreichen und sich weiter zu entwickeln. Mit dem traditionsreichen effzeh hat er sich meiner Meinung nach eine gute Station ausgesucht, in der er seine Ziele hoffentlich erreichen wird.

Mehr aus Interviews

.