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Spielerportraits

Matthias Bader: Ein Musterschüler aus dem Wildpark

Mit Matthias Bader schließt sich der nächste Neuzugang dem 1. FC Köln an: Der 20-jährige Rechtsverteidiger kommt aus Karlsruhe nach Köln und will dort den nächsten Entwicklungsschritt machen – vorher wird er allerdings in unserem Porträt vorgestellt.

KARLSRUHE, GERMANY - MARCH 07: Matthias Bader of Karlsruhe holds the ball during the 3. Liga match between Karlsruher SC and SG Sonnenhof Grossaspach at Wildparkstadion on March 07, 2018 in Karlsruhe, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Mit Matthias Bader schließt sich der nächste Neuzugang dem 1. FC Köln an: Der 20-jährige Rechtsverteidiger kommt aus Karlsruhe nach Köln und will dort den nächsten Entwicklungsschritt machen – vorher wird er allerdings in unserem Porträt vorgestellt.

Nachdem in der Vorwoche bereits Benno Schmitz aus Leipzig nach Köln wechselte, vermeldete der Bundesliga-Absteiger nun die nächste Neuverpflichtung: Matthias Bader kommt ablösefrei aus dem Wildpark nach Müngersdorf, vor wenigen Tagen erst scheiterte er mit dem Karlsruher SC in der Relegation zur zweiten Liga an Erzgebirge Aue. Er erhält in der Domstadt einen Vertrag bis 2021 und soll zusammen mit dem nur wenig älteren Schmitz die Planstelle auf der Position des Rechtsverteidigers schließen. Bereits vor einigen Wochen war das Interesse des 1. FC Köln an Bader publik geworden, nun hat er seine Unterschrift unter sein Arbeitspapier gesetzt und darf ab der kommenden Saison mit Markus Anfang und dessen Trainerteam zusammenarbeiten.

Geboren wurde Bader 1997 in Pforzheim, nach einem Probetraining beim KSC durchlief er ab dem neunten Lebensjahr dort die Jugendabteilung. Bereits mit 16 durfte er unter dem damaligen Trainer Markus Kauczinski im Zweitliga-Kader mittrainieren, seinen ersten Profivertrag unterschrieb er beim KSC im Oktober 2014. Bis zu seinem ersten Einsatz sollte es dann allerdings ein wenig dauern: Bader, der zeitgleich die U-Nationalmannschaften des DFB durchlief, wurde von einigen kleineren Verletzungen zurückgeworfen. Am ersten Spieltag der Saison 2016/2017 war es dann aber doch soweit: Bader wurde kurz vor Schluss eingewechselt und feierte sein Profi-Debüt. Danach dauerte es bis zum Winter, bis der 1,76m große Rechtsfuß einigermaßen regelmäßig zum Einsatz kam.

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Zwischendurch war er allerdings auch mal eine Zeit lang außen vor, das erste richtige Profijahr endete für den damals noch 19-Jährigen allerdings anständig. Er spielte zwölf Mal über die volle Distanz und konnte dabei ein Tor vorbereiten – den Abstieg des KSC konnte er allerdings nicht verhindern. Im Anschluss durfte Bader noch bei der U20-Weltmeisterschaft in Südkorea internationale Erfahrung sammeln. Er stand dort mit dem (Noch-)Kölner Jannes Horn im Kader und kam in drei von vier Spielen zum Einsatz.

Matthias Bader: Etwas mehr als zwei Jahre Profierfahrung beim KSC

In der gerade abgelaufenen Drittliga-Saison war Bader dann allerdings Stammspieler beim KSC und wurde nur durch kleinere Verletzungen von weiteren Startelf-Einsätzen abgehalten. Insgesamt standen 29 Spiele zu Buche, in denen er bei einem Tor die Vorlage gab. Auch in den beiden Relegationsspielen gegen Aue kam er über die volle Spielzeit zum Zug. Im Winter wurde ihm von Seiten der Karlsruher ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet, was Bader allerdings nicht wahrnahm – er sagte gegenüber dem SWR, dass er sich auf die letzten Spiele konzentrieren und danach weitersehen wolle. Nach dem gescheiterten Aufstieg in die zweite Liga fasste er eine Entscheidung und schloss sich dem 1. FC Köln an – auch und obwohl in der Vergangenheit bereits andere Vereine an ihm Interesse gezeigt haben sollen, insbesondere der VfL Wolfsburg nach dem Zweitliga-Abstieg des KSC im Jahr 2017.

DANKE KSC!!! 🔵⚪💙

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Mit dem 1. FC Köln möchte der Pforzheimer nun den Versuch unternehmen, direkt wieder in die erste Liga aufzusteigen und sich in einem neuen Umfeld zu beweisen. Seine eigenen Stärken schätzt er dabei gegenüber „ka-news.de“ wie folgt ein: „Mein Spiel nach vorne mit Tempo und Dynamik ist gut. Im Kopfballspiel ist noch Luft nach oben.“ Sein ehemaliger Karlsruher Trainer Alois Schwartz befand gegenüber „pz-news.de“, dass der Außenverteidiger mit Schnelligkeit, seiner Athletik und seiner Zweikampfstärke alles mitbringe, was ein Fußballprofi brauche. „Er ist ein williger und wissbegieriger Spieler. Er will in jedem Training etwas lernen. Wenn er so weiterarbeitet, dann macht er seinen Weg“, ergänzt der Coach über den bodenständigen Bader, der beim KSC seit der E-Jugend als Rechtsverteidiger auflief. Ein Vorbild habe er dabei „nicht direkt“ gehabt, bekundet er bei „pz-news“, schränkte aber auch ein: „Wie sich mein Teamkollege Enrico Valentini seit langem beim KSC präsentiert, das ist vorbildlich, das ist beeindruckend.“

Fußball und Studium: Das eine abgebrochen, das andere nicht

Baders Entwicklung war allerdings nicht immer so vorgezeichnet, wie der von Schwartz Hochgelobte einmal gegenüber „Regio-News“ beschrieb: „Ich muss ehrlich sein: Ich hatte schon zweimal den Gedanken aufzuhören. Da hat mich der Tim Walter, der jetzt in München Trainer ist, immer wieder animiert weiterzumachen. Da bin ich wirklich froh darüber.“ Über seine jüngste Entwicklung unter Schwartz sagt Bader: „Der Trainer hat auch mich ein wenig eingebremst. Ich kann Situationen einfach besser einschätzen, wenn mir nicht schon das Laktat im Kopf steht“. Für einen jungen Spieler, dessen Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, gehört das Einteilen der Kräfte und die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive unabdingbar zum Lernprozess.

Sein ehemaliger Coach im Karlsruher Jugendbereich, der eben angesprochene Tim Walter, ist mittlerweile Trainer bei Holstein Kiel und damit der Nachfolger von Markus Anfang – so klein ist die Fußballwelt manchmal. Dass Bader auch bereit ist, über dessen Tellerränder hinauszublicken, unterstrich er mit einem Fernstudium im Bereich „Event- und Kommunikationsmanagement“, das er allerdings nach einigen Monaten wieder abbrach – Klausuren und Lernstoff machten ihm zu schaffen. Gänzlich sein Leben dem Fußball zu verschreiben, mag er allerdings wohl auch nicht. „Ich bin vernünftig“, sagt der 20-Jährige über sich selbst, der sich vom Studium ein wenig Abwechslung vom Fußballbetrieb versprochen hatte – den Horizont anderweitig zu erweitern, dürfte in Köln eine der leichteren Aufgaben sein.

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