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Fankultur

Guter Zweck: „Wilde Horde“ ruft Fans des 1. FC Köln zum „Brötchenschmieren für den Verein“ auf

Die Ultra-Gruppe nimmt damit ein Zitat von Toni Schumacher aufs Korn. Der Vizepräsident des 1. FC Köln freut sich über die Aktion – und dankt für Engagement und Spende an die FC-Stiftung.

Foto: Wilde Horde

„Ihr habt noch nie Brötchen für den Verein geschmiert!“ Das sagte Toni Schumacher bei der letzten Mitgliederversammlung im Schlagabtausch mit Mitgliedern innerhalb einer Satzungsdebatte. Die „Wilde Horde“ fühlte sich von diesem Vorwurf des Vizepräsidenten des 1. FC Köln angesprochen – und will nun dafür sorgen, dass er in Zukunft ganz sicher nicht mehr zutrifft.

Daher ruft die Ultrà-Gruppe nun zum gemeinsamen Brötchenschmieren hinter der Südkurve vor dem Heimspiel gegen Fürth am 1. Dezember auf. Alle FC-Anhänger, die sich an der Aktion beteiligen möchten, sind dabei willkommen. „Wir besorgen Brötchen, Butter, Wurst, Käse und freuen uns über jeden FC-Fan, der vorbei kommt.“ Gegen freiwillige Spenden sollen die Brötchenhälften dann abgegeben werden. Der Erlös soll vollständig der Stiftung des 1. FC Köln zu Gute kommen, erklären die Anhänger auf ihrer Website.

Das Brötchen-Zitat des Vize-Präsidenten, das von der Ultrà-Gruppe nun aufs Korn genommen wird, entstand während der Debatte zum Satzungsänderungsantrag von Patrick Appe auf der Mitgliederversammlung des Vereins im Oktober. Der Antrag zielte darauf ab, dass Mitglieder, die beim 1.FC Köln einer vergüteten Beschäftigung nachgehen und sich somit in einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis befinden, künftig von den Kontrollgremien des Vereins ausgeschlossen werden sollten. Sie seien ungeeignet für eine Kontrollfunktion gegenüber dem Vorstand, begründete Appe den Antrag.

Tünn-Zitat entstand in Antragsdiskussion

Foto: Sebastian Bahr

In seiner Erläuterung schloss der Antragsteller Ehrenamtler aus dieser Gruppe explizit aus. Dass die Formulierung des Antrags aber auch geringfügig-Beschäftigte ausschließen würde, merkte Toni Schumacher an:  „All diese Leute, ohne die der FC kein familiärer Club wäre, sollen nicht mitmachen dürfen. Aber Leute, die noch nie irgendwas für den FC geleistet haben, sollen mitmachen dürfen.“

In der Debatte mit kritischen Mitgliedern, die sich zu Wort gemeldet hatten, äußerte der Vize-Präsident dann auch das Brötchen-Zitat. Er bleib bei seiner Meinung: „Der Antrag ergibt keinen Sinn. So einen Blödsinn habe ich noch nie gehört.“ Nach der hitzigen Debatte wurde der Appe-Antrag schlussendlich von den anwesenden Mitgliedern in einer knappen Abstimmung abgelehnt.

 „Ich hoffe, dass viele leckere Brötchen und eine schöne Summe für die Stiftung zusammenkommen.“

Während die Meinung Schumachers bezüglich des Antrags eindeutig ablehnend war, steht der Vize-Präsident der Aktion der „Wilden Horde“ jetzt positiv gegenüber. „Ich habe das zwar auf der Mitgliederversammlung etwas anders gesagt, aber am Ende zählt die Idee – und die ist klasse“, erklärt Schumacher auf Nachfrage gegenüber effzeh.com. „Brötchen für den FC und unsere Stiftung zu schmieren, ist eine sehr sinnvolle Beschäftigung – auch für unsere Ultras. Daher von Herzen vielen Dank für das Engagement. Ich hoffe, dass viele leckere Brötchen und eine schöne Summe für die Stiftung zusammenkommen.“

Schumacher will Bobbycar-Banner versteigern

Außerdem erneuerte der 64-Jährige sein Angebot, ein von den Kölner Ultras gezeigtes Banner für die FC-Stiftung zu versteigern. Schumacher hatte in den letzten Monaten den Abstieg des 1. FC Köln mit einem Verkehrsunfall verglichen – hinzuwerfen sei daher wie Fahrerflucht. Die Ultras, die mittlerweile seit längerer Zeit einen Abgang des amtierenden Vorstands fordern, beantworteten diesen Vergleich beim Spiel gegen den MSV Duisburg am Vorabend der Mitgliederversammlung mit einem Plakat, das den Kölner Vorstand in einem Bobby-Car darstellte. „Ihr kennt nur ein Gas…“ – „…und das ist Vollgas gegen die Wand“, hieß es damals zusätzlich dazu auf Spruchbändern in der Südkurve.

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