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Vorspiel

1. FC Köln empfängt den SC Freiburg: Die größte Konstante der Liga

Mit dem SC Freiburg und dessen Trainer Christian Streich schlagen am Sonntag zwei große Konstanten in Müngersdorf auf – der 1. FC Köln wird für einen Sieg viel investieren müssen.

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Nach der 1:5-Niederlage für den 1. FC Köln im Freitagsspiel der vergangenen Woche gegen Borussia Dortmund geht es neun Tage später weiter – am 20. Spieltag empfängt die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol den SC Freiburg. Durch die jüngsten vier Siege in Folge konnte der FC die Abstiegsränge verlassen, steht mit 20 Punkten auf Rang 14. Der SCF unter Christian Streich gehört derweil zu den positiven Überraschungen in dieser Bundesliga-Saison, die Breisgauer haben bereits 29 Punkte und immer noch Tuchfühlung an das europäische Geschäft.

Beide Mannschaften verloren am letzten Spieltag ihre jeweiligen Spiele: Während der FC in gegen den BVB chancenlos war, verloren die Freiburger zuhause gegen das Schlusslicht aus Paderborn. Freiburgs langjähriger Trainer Streich war dementsprechend auch unzufrieden mit der Leistung, obwohl seine Mannschaft über weite Strecken gut im Spiel war und auch Chancen hatte. Er bekannte später: „Für mich ist es nicht so überraschend, dass wir Phasen haben, wo wir halt nicht gut spielen, ich kann damit umgehen.“

Alleine an dieser Aussage zeigt sich, mit welcher Ruhe und Kontinuität in Freiburg gearbeitet wird. Der 54-Jährige ist seit 2011 im Amt und geht nun in sein zehntes Jahr als Freiburger Bundesliga-Trainer. In Köln waren es im vergleichbaren Zeitraum deren zehn. Die gute Arbeit des SC Freiburg wird auch dadurch goutiert, dass immer mehr Spieler aus dem Kader zu Nationalspielern werden (Luca Waldschmidt, Robin Koch) oder aber das Interesse der Topvereine wecken – bis zur Schließung des Transferfensters am Freitag war noch offen, ob Defensivspieler Koch nicht doch den Avancen aus Leipzig erliegen würde.

Die stabile Einheit des SC Freiburg

Trainer Streich sah darin aber kein Problem, wie er auf der Pressekonferenz bekannte: „Robin ist völlig klar, das sehe ich im Training, es gibt null komma null Anzeichen, dass es ihn ablenken oder verunsichern würde.“ Er ergänzte, dass Koch am „Sonntag und auch in den nächsten Wochen“ spielen würde. In Köln nicht mit dabei sein werden höchstwahrscheinlich Jannik Haberer und Vincenzo Grifo, die beide krank waren und nicht trainieren konnten.

Ansonsten hat der Verein des kürzlich designierten DFB-Präsidenten Fritz Keller mittlerweile eine mehr als konkurrenzfähige Mannschaft stehen: Leistungsträger wie Alexander Schwolow, Christian Günter, Nicolas Höfler oder Nils Petersen sind alle schon länger im Verein. Dabei schaffen es die Freiburger, gleichzeitig sehr stabil und trotzdem flexibel zu sein. Stabil, weil sie gegen jede Mannschaft in der Bundesliga mindestens mithalten können – flexibel, weil sie verschiedene Systeme spielen können, ohne dabei leistungsmäßig einzubrechen.

Nach Skhiris Siegtor im Hinspiel: Jubelnde Kölner | Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Die Außenbahnen sind mit Jonathan Schmid und Kapitän Günter überdurchschnittlich gut besetzt, in der Mittelfeldzentrale wird in Köln höchstwahrscheinlich Höfler zurückkehren, der zuletzt überraschend nur von der Bank kam. Der 29-Jährige spielt meistens nicht sonderlich spektakulär, übt aber durch seine Ballsicherheit eine enorme Kontrolle im Mittelfeld aus, sodass der SCF durchaus ansehnlich aufbaut. Aber auch hier beherrscht die Streich-Mannschaft die ganze Klaviatur: Neben dem flachen Aufbauspiel gehören auch lange Diagonalbälle insbesondere von Robin Koch zum Repertoire. Offensiv entwickelte sich Chang-Woon Kwon zuletzt zu einer echten Alternative, der Südkoreaner überzeugte speziell beim Auswärtssieg in Mainz zum Rückrundenauftakt.

Wie sieht die Herangehensweise des 1. FC Köln aus?

In der Defensive war in der Vergangenheit häufig eine Dreierkette zu sehen, die für den Gegner die Herausforderung bietet, das eigene Anlaufverhalten daran anzupassen. Der SC Paderborn reagierte darauf am vergangenen Sonntag mit einem 4-3-3, sodass Streich seinerseits die Systematik seiner Mannschaft ebenfalls zu einer Viererkette veränderte. Trotz Überzahl und teils klarer Abschlusssituationen gelang jedoch kein Tor gegen die Ostwestfalen.

Auf Seiten des kommenden Gegners aus Köln wird daher auch eine entscheidende Frage sein, in welcher Staffelung Cordoba und Co. anlaufen werden. Während der Kolumbianer sowieso wegen seiner jüngster Torquote in den Heimspielen gesetzt ist, dürfte Mark Uth die hängende Spitze geben – der Neuzugang fügte sich gegen Wolfsburg und in Dortmund gut in die Mannschaft ein und verdrängte Dominick Drexler auf die Bank.

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Auf der Pressekonferenz vor der Partie sagte Kölns Trainer Gisdol, dass Freiburg eine „unglaublich stabile Einheit“ habe. „Diese Saison haben sie wieder gezeigt, dass sie auch auswärts stabil sind und gut spielen können“, erklärte der frühere Hoffenheimer und Hamburger. Doch auch seine Mannschaft brauchte sich zuletzt nicht zu verstecken, schon gar nicht vor heimischem Publikum. Die letzten drei Spiele in Müngersdorf gegen Leverkusen, Bremen und Wolfsburg konnte seine Mannschaft allesamt für sich entscheiden.

Symbiose zwischen Mannschaft und Fans gefragt

Dieser Zwischensprint war wegen der tabellarischen Situation auch dringend nötig – das wird vorerst auch für alle weiteren Punkte gelten, die der FC holt. Denn die Konkurrenz ist nach wie vor groß: Paderborns Sieg gegen Freiburg dürfte neue Hoffnung geweckt haben, auch Düsseldorf erhofft sich durch den Trainerwechsel einen Schub. Von daher wird der 1. FC Köln am Sonntag eine Mannschaft aufbieten müssen, die gegen die stabilen Freiburger dagegenhält – und selbst möglichst wenig Fehler macht.

Denn bei allem Enthusiasmus, den die junge Kölner Mannschaft zuletzt zeigte, geht es in erster Linie darum, keine einfachen Gegentore zuzulassen. In Dortmund gelang das weniger gut, sodass am Ende eine hohe Niederlage zu Buche stand. Vor heimischer Kulisse könnte die Wucht, die die „Geißböcke“ durch ihr zuletzt so körperbetontes Spiel entfachten, wieder für eine Symbiose zwischen Mannschaft und Fans sorgen. Und damit, und das bei allem Respekt vor dem SC Freiburg, kann man in der Bundesliga vielen Mannschaften das Leben schwermachen.

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