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Vorspiel

Pokalduell in Saarbrücken: Durch ein Erfolgserlebnis wieder in die Spur kommen

Englische Woche für den 1. FC Köln: Der Niederlage in Mainz folgt die Pokalpartie beim Regionalligisten aus Saarbrücken. Unser Vorspiel ergründet, was für den FC auf dem Spiel steht und wie die Ausgangslage aussieht.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Schlag auf Schlag geht es derzeit für den 1. FC Köln: Nach der 1:3-Auswärtspleite in Mainz steht mit der 2. Pokalrunde beim 1. FC Saarbrücken am Dienstagabend gleich das nächste Spiel auf dem Programm. Den Samstag nutzten die Profis zur Regeneration, bevor am Sonntag eine lockere Einheit mit regenerativen, koordinativen und technischen Inhalten durchgeführt wurde. Am Montag fand dann das Abschlusstraining statt, bevor der FC-Tross die Reise in den Südwesten der Republik antrat.

Mit dem 1. FC Saarbrücken wartet nun ein extrem selbstbewusster Gegner, der in der heimischen Regionalliga Südwest bereits den Herbstmeistertitel feiern konnte. Mit 14 Siegen und je einem Unentschieden und einer Niederlage ist die „gefühlte Drittliga-Mannschaft“, wie Achim Beierlorzer den FCS auf der Pressekonferenz bezeichnete, auf dem besten Wege, den Aufstieg bereits frühzeitig sicherzustellen.

Rotation beim 1. FC Köln: Wer rückt rein, wer raus?

Das steht auch ganz klar im Fokus, wie Saarbrückens Trainer Dirk Lottner gegenüber effzeh.com bestätigte. Die FC-Vereinslegende bekannte, dass sie mit ihrer Mannschaft „definitiv lieber aufsteigen“ möchte – der Gewinn des DFB-Pokals sei kein wirkliches Saisonziel. Trotzdem, und das macht eben die Brisanz dieses Wettbewerbs aus, wird Lottner alles darauf anlegen, mit seiner Mannschaft für eine Überraschung zu sorgen. Und die „Problemchen“, die er bei seinem Herzensverein ausgemacht hat, könnten im Duell mit dem Regionalliga-Spitzenreiter eine Rolle spielen. Und trotzdem: auch wenn die Partie in Mainz nicht sonderlich glücklich für den FC verlief, muss der 1. FC Köln seiner Favoritenrolle in dieser Partie nachkommen.

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Mit Florian Kainz wird ein Stammspieler fehlen, der Österreicher war bei der Abreise nach Völklingen nicht an Bord. Akteure wie Jorge Meré, Domick Drexler, Jhon Cordoba und Anthony Modeste drängen auf Einsatzzeiten und dürften davon profitieren, dass Achim Beierlorzer vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Düsseldorf die Belastung auf möglichst viele Schultern verteilen möchte.

„Von den Spielern, die gegen Mainz auf dem Platz standen ist keiner in irgendeiner Art und Weise so angeschlagen, dass er nicht spielen könnte“, erklärte der Trainer auf der Pressekonferenz, ohne allerdings näher auf Kainz einzugehen – durch die Besonderheiten des Pokalspiels ist allerdings mit mehreren Änderungen zu rechnen. „Rotation ist eine Option wert“, verkündete der Fußballlehrer, der insbesondere seine Offensivkräfte geschickt einsetzen muss.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Das liegt auch daran, dass Saarbrücken rund um den ehemaligen Kölner Christopher Schorch eine solide Defensive auf den Platz bringt. Die Mannschaft von Dirk Lottner agiert mit einer Fünferkette, weswegen es beim FC durchaus dazu kommen könnte, dass zwei Stürmer auf dem Platz stehen werden, um die Räume besser zu besetzen – Simon Terodde dürfte seinen Platz dabei allerdings wohl behalten.

Darko Churlinov, der am Wochenende bei der U23 einen Dreierpack erzielte, fand allerdings keinen Platz im Kader. Vincent Koziello, der zuletzt gegen den SV Lippstadt 90 Minuten Spielpraxis sammeln durfte, gehörte jedoch zu den 20 Spielern, die am Montag die Reise antraten. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass Beierlorzer im zentralen Mittelfeld etwas ändert, weil Skhiri und Hector ihre Plätze dort sicher haben dürften.

Das Spiel als Zwischenstation nutzen, um Selbstvertrauen zu tanken

Das liegt auch an einem anderen Rekonvaleszenten: Für Birger Verstraete kommt die Partie nach seiner Verletzung wohl etwas zu früh. Dass der FC mit zwei Stürmern allerdings zuletzt nicht immer souverän agierte, könnte gegen diese These sprechen. Nichtsdestotrotz sollte der Bundesliga-Aufsteiger sich in der Vorbereitung immer noch darauf berufen, dass er zwei Ligen weiter oben spielt – und dementsprechend mutig und aktiv sein.

Beim Auswärtsspiel in Mainz war das nicht durchgängig der Fall, weil die Defensive des FC speziell nach der Führung zu zaghaft agierte und eher zurückwich, anstatt weiter proaktiv zu verteidigen – mit diesem Mantra versucht Achim Beierlorzer bereits seit Monaten, seine Mannschaft zur Weiterentwicklung zu trimmen. Doch er erklärte auch, dass es nur allzu menschlich sei, wenn man sich darauf verließe, durch eine etwas passivere Rolle zu glauben, man könne besser verteidigen. Das Problem: Die Mainzer nutzten genau diesen Raum aus und kamen besser ins Spiel. Vielleicht kommt daher das Spiel gegen Saarbrücken genau zur richtigen Zeit, damit die Mannschaft aus der Domstadt die zuletzt gezeigten positiven Ansätze wieder bestätigt.

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Die Entwicklung der Mannschaft hin zu einem konkurrenzfähigen Bundesligisten ist ein Prozess – zuletzt liefen schon einige Dinge wieder besser, gegen Mainz gab es leider einen Rückfall, zumindest ergebnistechnisch. Die weiße Fahne zu schwenken ist allerdings verfrüht, gerade weil auch die Konkurrenz, speziell in der Bundesliga, nicht durchgängig zu überzeugen weiß. Mit einem klaren und souveränen Sieg in Saarbrücken (beziehungsweise in Röchling-Völklingen, wo das Spiel stattfinden wird) könnte der FC Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben sammeln.

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