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Fankultur

Erinnern – Ermutigen – Handeln: 17. “!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball”

Rund um den 27. Januar 2021 organisiert die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ zum 17. Mal den gleichnamigen Erinnerungstag. Damit wird die Fußballfamilie aufgefordert, an die Menschen zu erinnern, die in der Zeit der national-sozialistischen Terrorherrschaft verfolgt und ermordet wurden

Foto: Kölner Fanprojekt

Rund um den 27. Januar 2021 organisiert die Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ zum 17. Mal den gleichnamigen Erinnerungstag. Damit wird die Fußballfamilie aufgefordert, an die Menschen zu erinnern, die in der Zeit der national-sozialistischen Terrorherrschaft verfolgt und ermordet wurden (www.niewieder.info). Die 17. Kampagne gedenkt in diesem Jahr besonders der Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität stigmatisiert und diskriminiert wurden.

Weit über 10.000 Menschen verschleppten die NationalsozialistInnen aus diesem Grund in die Konzentrationslager. Der „Rosa Winkel“, den sie dort tragen mussten, stieß sie als „Abartige und Homosexuelle“ auf die unterste Stufe der internen Lagerhierarchie, sie wurden gedemütigt und totgeschlagen. Für die Menschen dieser Opfergruppe endete ihr Leiden zudem nicht mit der Befreiung am 8. Mai 1945. Von weiten Teilen der deutschen Nachkriegsgesellschaft wurden und werden sie weiterhin bedroht und ausgegrenzt. Auch 2021 ist die Diskriminierung für die Betroffenen erschreckend real. Noch heute ist kein gesamtgesellschaftlicher Konsens erreicht, dass jeder Mensch seine sexuelle und geschlechtliche Identität frei und offen leben und zeigen kann.

Blumenkranz zum Gedenken an die Opfer

Leider stößt auch im Fußball die Selbstverständlichkeit, LGBTQ+-Menschen in den Teams, den Stadien und den Fankurven vorurteilsfrei willkommen zu heißen, noch immer auf Widerstände. Deshalb bearbeiten das Sozialpädagogische Kölner Fanprojekt und die Kölner Bildungseinrichtung „BiBeriS – Bildung & Beratung im Sport“ seit Jahren regelmäßig diese Thematik mit jugendlichen Fußballfans und jungen Erwachsenen. Gemeinsam legten sie nun im Rahmen des 17. „!Nie wieder – Erinnerungstages“ einen Blumenkranz zum Gedenken an das Rosa-Winkel-Mahnmal an der Kölner Hohenzollernbrücke.

Dieses Mahnmal erinnert seit 1995 an die Verfolgung von Homosexuellen und an die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in Köln. Es ist daher auch als eine Station in die „Tour des Gedenkens“ integriert, bei der verschiedene NS-Erinnerungsorte in Köln mit dem Fahrrad erkundet werden. Eine solche Stadtführung organisiert das Kölner Fanprojekt – eine dazugehörige, inhaltlich weiterführende Broschüre ist ab Februar 2021 dort erhältlich (koelnerfanprojekt.de).

Bei der diesjährigen „!Nie wieder“-Kampagne finden noch viele weitere Aktionen statt. Eine interessante Veranstaltung der Queer Football Fanclubs (QFF) in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) am Mittwoch, den 27.01.2021, wirft dabei einen Blick auf die queere Sporthistorie der letzten 40 Jahre. Neben Maria Engels, der Vorständin Diversity des SC Janus e.V. in Köln, und dem Gründer und Initiator des Come-Together-Cups Andreas Stiene, geben Torsten Siebert (Fußballfans gegen Homophobie) und Daniel Hofmann (Rosa Panther Nürnberg) einen Einblick und diskutieren über mögliche Entwicklungen. Wer online ab 18.30 Uhr dabei sein möchte, informiert sich für Zoom bitte unter dem Link inklusion-fussball.de oder nutzt den Live-Stream auf Youtube.

Vision: 17. „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ trägt die Farben des Regenbogens

Sucht den Kontakt zu queeren Fußball-Clubs oder den Queer Football Fanclubs! Der QFF ist ein Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußball-Fanclubs, das zur Fußball-WM 2006 gegründet wurde.

Widersprecht auf dem Platz, in den Kabinen, in den Fankurven, in den Bussen, in den Zügen, in den U- und S-Bahnen, in den Kneipen, überall, wenn LGBTQ+-Menschen geschmäht werden. Seid bereit, ihnen zur Hilfe zu kommen!

Der 17. Erinnerungstag unter Corona-Bedingungen wird mit seinen Einmischungen und bunten Aktionen in den Vereinen, in den Fanszenen, den Fanprojekten und an Orten, die vom Fußball weit entfernt sind, seine kreative Dynamik entfalten. Zusammen mit den „Regenbogen-Freundinnen und -Freunden“ wird das gelingen. Auch die leeren Stadien werden in den Farben des Regenbogens erblühen.

Weitere Informationen gibt es bei der Einrichtung BiBeriS (Jörg Stenzel, info@biberis.de) und beim Kölner Fanprojekt (Hendrik Hübel, h.huebel@fanprojekt.jugz.de).

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