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Nachspiel

0:2 des 1. FC Köln in Düsseldorf: Wenig Erbauliches in drei Akten

Die dritte Niederlage innerhalb von neun Tagen offenbart, dass der 1. FC Köln vor ganz schwierigen Zeiten steht – die Fortuna war keineswegs überragend, aber dennoch zu gut für den FC.

Foto: Lars Baron/Collection Bongarts/Getty Images

Eins vorab: Es war ein Derby der schlechteren Sorte. Der 1. FC Köln war sehr schwach, die Fortuna nicht viel besser, ab es reichte, um den rheinischen Rivalen mit einem 0:2 in die Domstadt zurückzuschicken. Und da gab es noch Schiedsrichter Sven Jablonski aus Bremen. Aber der Reihe nach.

Erster Akt

Nein, ein behutsames Abtasten, wie häufig in solchen Spielen, gab es nicht. Es ging sofort zur Sache. Schiedsrichter Jablonski wählte fürs Erste die lange Leine und pfiff kaum einen Zweikampf ab. Überraschenderweise präsentierte sich der 1. FC Köln zu Beginn recht spielfreudig, ohne jedoch zwingend zu sein und stellte zunächst die etwas bessere von zwei spielerisch limitierten Mannschaften. Simon Teroddes Kopfball nach Flanke von Jonas Hector war die erste richtige Torchance des Spiels.

Den Fortunen konnte dies nicht gefallen, und so agierten sie fortan noch rustikaler, als sie dies schon zu Anfang getan hatten in der sicheren Gewissheit, dass der Schiedsrichter von seiner lockeren Linie nicht ablassen würde. Jean Zimmer und Rouven Hennings taten sich dabei besonders hervor, doch Freistöße gab es in erster Linie gegen, gelbe Karten dagegen für die FC-Kicker.

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Nach einem dieser seltsamen Freistöße (Schindler und Gießelmann waren beim Kopfball mit den Köpfen aneinander geraten, Schindler stand auf, Gießelmann blieb liegen, worauf es nach Jablonskis Logik Freistoß für die Fortuna geben musste), köpfte Rouven Hennings an den rechten Außenpfosten. Elf Minuten später ging Morales nach einem Einwurf der Fortuna mit Tempo in den Kölner Strafraum und wurde von Rafael Czichos gefoult – Elfmeter. Horn ahnte die Ecke, doch Hennings‘ Elfmeter war zu platziert – 1:0 für die Fortuna.

Zweiter Akt

Der FC war nun gefordert und bemühte sich um einen schnellen Ausgleich. Schindler und wenig später Terodde fielen nach Berührungen durch ihre Gegenspieler im Strafraum, Elfmeter gab es nicht, was vertretbar war. Nach der Pause intensivierte Achim Beierlorzers Team seine Anstrengungen, allerdings nur mit mäßigem Ertrag – Terodde und Schaub setzten ihre Kopfbälle neben das Tor. In der 51. Spielminute drang Kinsley Schindler in den Düsseldorfer Strafraum, wurde von Gießelmann gerempelt und am Fuß getroffen – Schiedsrichter Jablonski sah keine Regelwidrigkeit, der Kölner Keller meldete sich nicht, der Elfmeterpfiff blieb aus.

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Zehn Minuten später bot sich Terodde nach schönem Pass von Schindler die große Chance zum Ausgleich, Zackary Steffen wehrte den Schuss zur Ecke ab, die abgewehrt wurde – Ayhan schlug den Ball nach vorne, eine Absicherung auf Kölner Seite gab es nicht, Timo Horn lief nach hinten statt nach vorne, und so war es ein leichtes für Erik Thommy, Schindler abzuschütteln und halbhoch ins Kölner Tor zu vollenden. Es stand 2:0 für die Fortuna.

„Wir sind enttäuscht. Wir hatten uns viel vorgenommen. Wir bekommen aber die Tore zu leicht und nutzen unsere Torchancen nicht.“

Dritter Akt

Die Düsseldorfer hatten erreicht, was sie wollten, und zogen sich zurück. Beierlorzer wechselte mit Cordoba and später auch mit Modeste zwei weitere Mittelstürmer ein, der FC versuchte anzurennen, die spielerische Armut der Kölner Angriffsbemühungen trat dadurch jedoch eher noch deutlicher zu Tage, Flanken aus dem Halbfeld wurden ausnahmslos sichere Beute von Torhüter Steffen. Der FC wollte zwar, konnte aber nicht, die Fortuna brauchte nicht. Das Spiel plätscherte dahin, der Schlusspfiff kam einer Erlösung gleich. Achim Beierlorzer sagte nach dem Spiel: „Wir sind enttäuscht. Wir hatten uns viel vorgenommen. Wir bekommen aber die Tore zu leicht und nutzen unsere Torchancen nicht.“

Als FC-Anhänger muss einem Angst und Bange werden. Die Zweikampfschwäche und die Schnelligkeitsdefizite der meisten Akteure sind erschreckend. Zudem vermisst man ein erkennbares Spielsystem, die Angriffe sind sehr auf Zufall aufgebaut, die Schwäche bei gegnerischen Standards ist unübersehbar. Achim Beierlorzer und sein Trainerteam haben der Mannschaft noch kein Gesicht geben können, und es ist fraglich, ob sie dazu noch viele Gelegenheiten haben werden.

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